
Teil 903
Die Vogelmilben sollen endlich verschwinden, doch bevor der Stall acht Stunden lang auf Hochglanz gebracht wird, versucht man erst einmal, die ungebetenen Mitbewohner einfach zu verkaufen. Während Aslan seine fehlende Hühnchenmahlzeit durch Schinkenwürfel ersetzen muss und Baris seinen Knabberknochen gegen interessierte Mitesser verteidigt, übernimmt Elsa das Unterhaltungsprogramm. Mit einer spontanen Aufführung von „Hahnensee“ erntet sie begeisterten Applaus – und entdeckt dabei ganz nebenbei ihr Talent als Tänzerin.
Die Mitwirkenden in diesem Band
Baris
Elsa
Adi
Aslan
AvasDie Geschichte dieses Bandes
Die Milben sind immer noch da – also wird es Zeit für eine neue Geschäftsidee. Wenn man die lästigen Viecher schon nicht gebrauchen kann, könnte man sie schließlich verkaufen. Frische Vogelmilben werden lautstark angeboten, doch die Kundschaft zeigt sich erschreckend desinteressiert. Alle wollen immer nur Eier. Dabei geben sich Mithuhn und Mithahn solche Mühe, die unerwünschten Mitbewohner wieder loszuwerden. Während dieses Geschäftsmodell noch auf seinen Durchbruch wartet, steht Avas vor der Tür und verlangt Frühstück. Eigentlich lautet die Anweisung seiner verreisten Leute: nur Abendessen, dafür die doppelte Menge. Avas kennt die Urlaubsvertretung allerdings besser und weiß genau, dass es sonst immer Frühstück gibt. Gemeinsam mit Adi macht er unmissverständlich klar, dass Hunger herrscht.
Auch Aslan hat genaue Vorstellungen von gutem Personal. Statt seines gewohnten Hühnchens werden ihm Schinkenwürfel serviert, die er höchst skeptisch begutachtet. Sein eigenes Personal funktioniere eindeutig besser. Trotzdem probiert er die Würfel irgendwann – allerdings zunächst nicht als Lebensmittel, sondern als Spielzeug. Man kann sie hervorragend durch die Küche patschen und unter Möbel befördern. Erst später wagt er einen Geschmackstest und spült vorsichtshalber gleich mit Wasser nach. Begeisterung sieht anders aus. Die Schinkenwürfel sollen möglichst keine dauerhafte Einrichtung werden. Andere wären dagegen sofort bereit, sich daran zu gewöhnen.
Dann beginnt die Großoffensive gegen die Milben. Der Stall wird komplett ausgeräumt und gründlich bearbeitet, während Baris mit seinem Öhrchen und anschließend seinem Knabberknochen beschäftigt ist. Das weckt sofort Begehrlichkeiten. Man würde gern einmal probieren, aber Baris stellt vorsorglich klar: Öhrchen und Knochen gehören ihm. Das kommt gar nicht gut an. Wer gelegentlich aus fremden Näpfen frisst, sollte schließlich nicht plötzlich auf Eigentumsrechte pochen. Die Diskussion muss jedoch warten, denn inzwischen ist die Putzkolonne da und Personal gehört bekanntlich beaufsichtigt. Nach Putzen, Dampfen, Behandeln, Besprühen und Pudern ist der Stall so sauber, dass zunächst behauptet wird, sauberer sei er noch nie gewesen – bis jemand daran erinnert, dass er beim Einzug genauso sauber war.
Für so viel Einsatz ist eine kleine Feier angebracht. Elsa beschließt kurzerhand, sich bei allen zu bedanken und sogar „Hahnensee“ zu tanzen. Geübt hat sie zwar noch nicht und ein bisschen geniert sie sich auch, aber davon lässt sich eine zukünftige Primaballerina nicht aufhalten. Erst kommt die Verbeugung, dann das große „Traraaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!“ – und tatsächlich gibt es Applaus. Elsa ist begeistert, der Applaus beflügelt sie und am Ende steht für sie fest: Sie ist wirklich eine gute Tänzerin. Auch die Zuschauer sind beeindruckt und stolz auf sie.
Nach mehr als acht Stunden Stallarbeit warten allerdings noch Adi und Avas auf Essen und Spaziergang. Zuvor droht im frisch gereinigten Hühnerbereich beinahe eine Hungerkatastrophe, denn vor dem vollen Napf kann man schließlich genauso gut verhungern wie vor einem leeren. Nach dem Essen spielt Aslan weiter, während draußen endlich die Hunde an der Reihe sind. Baris, Adi und Avas toben gemeinsam und zeigen anschließend, dass sie nicht nur spielen, sondern sogar einzeln herankommen, sich setzen und warten können. Das Urteil der drei fällt entsprechend bescheiden aus: Sie sind die bravsten Hunde von der ganzen Welt. Und eine derartige Leistung kann natürlich nur eine Konsequenz haben – jetzt brauchen sie mehr Kekse. Viel mehr Kekse sogar.
