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Mein Leben mit Strolchi

© Texte, Bilder und Cover: Beatrice Kobras

 

Eigentlich habe ich mir viele Leben für mich vorstellen können. Ich könnte beispielsweise Prinzessin sein mit sehr viel Personal, das mir den Haushalt führt, den Rasen mit der Nagelschere schneidet, mir kocht und mich bis zum geht nicht mehr verwöhnt und mir lästige Arbeiten abnimmt. Ich könnte Millionenerbin sein mit all den Vorzügen oder ich könnte Firmenchefin oder Bundeskanzlerin sein. Aber nein, ich habe mich zu Urzeiten als körperlose Seele für dieses, mein Leben entschieden, um Frauchen von einem Kater zu sein, den ich auf den Namen Strolchi taufte. Warum, das ist mir ein Rätsel. Ich hätte es im Leben so viel leichter haben können.

Nun gut, nun habe ich es und kann es nicht mehr umtauschen. Dann mach ich halt das Beste draus mit all den Überraschungen, die dieses Leben noch für mich bereithält. Von den Überraschungen, die Strolchi für mich bereithält, einmal ganz zu schweigen. Täglich fällt ihm etwas Neues ein.  Täglich hat er unglaubliche Ideen. Über diesen Kater kann man nur schreiben. Und man kann nicht anders, als ihn laufend zu fotografieren bei dem ganzen Unsinn, den er ausheckt. Anders geht es gar nicht. Dies ist wohl mein Los.

Aber ich muss gestehen, es ist nicht das Schlechteste Los, das ich damit gezogen habe, denn Strolchi gibt mir mehr, als ich ihm geben kann. Er hat mir meine Kindheit zurückgeschenkt, die man als Erwachsener Mensch ja in der Regel längst verloren hat. Strolchi ist meine persönliche Lizenz zum Spinnen. Also spinn ich mit Lizenz. Und wenn ich Termine außer Haus hab, schreib ich vor der Abfahrt noch ein Stündchen Strolchi-Tagebuch. Danach bin ich aller bester Laune und es geht mir blendend. So ist selbst der unangenehmste Termin schon vorab gerettet, denn mit gut gelaunten Menschen lässt sich sehr viel mehr anfangen. Ärgert mich ein Mensch in einer meiner selbstständigen Tätigkeiten, ist das heute kein Problem mehr. Nicht, seitdem ich meinen Strolchi habe. Ein Stündchen Strolchi-Tagebuch geschrieben, ist der Ärger ganz und gar verflogen.

Mit ihm tu ich, was mir Freude macht. Ich schreibe und ich fotografiere. Das Verrückte an der Sache ist, dass Geschichten oder Fotos, die ich selbst für gar nicht gut befinde, andren große Freude machen und die sie für perfekt halten. Na gut, dann mach ich´s halt, ohne mir zu viele Gedanken zu machen. Wer mehr von unsrem Strolchi sehen will, dem kann ich seine Tagebücher nur empfehlen. Meine Freunde berichten mir oft, dass sie mit Strolchi Tränen lachen.

Strolchi ist wirklich ein Geschenk des Himmels, denn egal ob live oder in Arbeit, er macht mir absolute Freude. Ich weiß nicht, ob er mit anderem Getier vergleichbar ist. Unserer Nachbarin werde ich auf ewig dankbar sein, dass sie mir diesen kleinen Wicht, dem ich den Namen Strolchi gab, anvertraute. Strolchi war der einzig überlebende des Wurfes, der der erste Wurf von seiner Mutter war. Er wurde mit der Flasche und mit Schinken großgezogen.

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Allerdings muss ich gestehen, kann einen dieser kleine Wicht manchmal durchaus auch zum Wahnsinn treiben. Aber auch dafür liebe ich ihn. Strolchi ist etwas ganz Besonderes.

Einst war unser Dasein recht ruhig und ganz gelassen, bis ein kleiner Wicht in unser Leben trat. Eigentlich begann alles ganz harmlos, denn ich ging nur zu unsrer Nachbarin in den Friseursalon, um mir die Haare schneiden zu lassen und plötzlich, bevor ich mich versah, saß ein kleiner grauer Kater auf mir und man fragte, wie er mir gefiel.

Er sah aus, wie ein explodierter Handbesen. Sämtliche Haare standen ihm ringsherum senkrecht zu Berge. Fluffig sah er aus, könnte man sagen. Und es dauerte nicht lange, da war auch seine Mutter Lucy da und holte sich ihr Kind zurück. Schließlich war der keine Kerl ihr erstes Kind und seine Geschwister sind sehr schnell gestorben, weil sie zu wenig Milch hatte. So erklärte unsre Nachbarin, dass der kleine Wicht Einzelkind ist und sie ihn mir gerne schenken würde, da sie ihn mit der Flasche großgezogen hat und ihn nicht zu weit weggeben möchte und sich freuen würde, wenn sie ihn aufwachsen,sehen kann.

Süß war er ja schon, der Kleine. Aber eine Rassekatze. Von der Rasse eine Maine Coon. Langhaarig. Kater. Damit verkörperte der kleine Kautz schon alles, was ich auf gar keinen Fall wollte. Rassekatze, langhaarig und Kater. Davon abgesehen haben mir Maine Coons eigentlich noch nie gefallen. Viel Fell mit Augen drin, wo man nur erahnen kann, wo hinten oder vorne ist.

Doch kann man diesen Augen widerstehen?

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Und Katzen mit langem Fell, die muss man bestimmt mindestens fünf Mal am Tag frisieren. Und Kater, wenn sie geschlechtsreif werden, markieren ihr komplettes Reich. Auch das inhäusige. Und der Geruch … man kann die Einrichtung entsorgen, Wände einreißen, komplett renovieren. Ich weiß nicht warum, aber ich habe „ja“ gesagt und „danke“.

Unsere Katze Mogli war ein halbes Jahr zuvor mit 20,5 Jahren verstorben. Wir hatten eine Nachfolgerkatze, die starb am zweiten Tag bei uns. Was war das für ein Leben ohne Katze? Ich hielt die Augen auf und suchte. Aber eine Maine Coon? Langhaarig? Die kam keins Falls in Frage. Ein Kater auch nicht. Doch da hatte ich schon „ja“ gesagt und „danke.“.

Ich habe schon oft Katzenbabys bei unsrer Nachbarin beäugt. Aber erstens hätte ich mir so eine Rassekatze niemals leisten können und zweitens hätte keine unsrer Mogli je entsprechen können. Keine wär die Richtige gewesen. Wohl auch wegen ihrem Preis. Und da war er nun, der Kleine, dem ich ein Zuhause geben sollte. Von da an hab ich ihn ziemlich oft besucht und hab mich da schon immer köstlich über ihn amüsiert. Ich hab ihm auch jedes Mal was mitgebracht. Und die Leckerchen in der pinkfarbenen Dose mit dem Katzenkopf, die haben ihm auch sehr imponiert. Wenn er diese nur gesehen hat, sah er schon beinahe aus, wie ein großer Löwe.

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Max, meinem Mann, hab ich dann mitgeteilt, dass wir wieder eine Katze haben. Er war davon nicht so ganz entzückt, denn Max mag eigentlich keine Katzen. Doch er sagte, ich hatte schon immer eine Katze, so soll ich auch wieder eine haben. Dann hab ich ihn zur Nachbarin geschleppt, um ihm unser neues Familienmitglied vorzustellen. Als wir dann hinüberkamen, hatte der kleine Kerl gerade geschlafen und er sah irgendwie aus, wie ein explodierter Handfeger unter Drogen.

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„Oh jeh!“ hab ich mir gedacht, das kann mit dem Kerl ja etwas werden. Aber einem geschenkten Gaul schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul.

So kam der Tag, dass der kleine haarige Wicht auch bei uns eingezogen ist. Als er Assira, unsre Hündin sah, hat er sie drei Mal angefaucht, es dann aber gelassen und sich mit ihr arrangiert. Sie haben gleich zusammen Ball gespielt und sich dann gemeinsam müd im Hundekörbchen niederlassen.

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Und auf seinem Herrchen hat er auch sofort ein Nickerchen gemacht. Aber nicht nur auf seinem neuen Herrli, trotzdem er noch ganz klein ist, nimmt er bereits das ganze Sofa allein in Beschlag.

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Wir gaben ihm den Namen Strolchi und es stellt sich immer mehr heraus, wie gut der Name zu ihm passt. Das war schon, als er noch bei unsrer Nachbarin wohnte, denn sie sagte: „Schließlich braucht er eine Bezeichnung.“. Ein kleiner Strolch mit Pelzgesicht, samtig weichem Fell und leisen Pfoten, mit denen er aber auch recht trampeln kann und sehr unschuldigem Gesichtsausdruck, der grundsätzlich, wenn es wo kracht stets zu einem spricht: „Hab nix gemacht!“. Aber dazu komm ich noch.

Nun fragt man sich, warum ich eine Katze einer Rasse überhaupt genommen hab, die mir eigentlich nicht gefallen hat. Ja, ich sprech hier in der Vergangenheit, denn heut weiß ich, dass Strolchi der schönste Kater auf der ganzen Welt ist und der Einzige, der zu mir passt.

Da Strolchi bei unseren Nachbarn geboren ist, kenn ich natürlich seinen Vater. Tigger, so wie sein Papa heißt, war die einzige Katze dieser Rasse, die mir je gefallen hat. Tigger ist ein roter Tiger. Und sein besonderes Markenzeichen ist, dass der Tigger ganz schön schielt. Einen Doppelgänger von ihm hätt ich als einzige Ausnahme jemals genommen. Jetzt haben wir Strolchi und das ist schön, auch wenn er seinem Papa gar nicht ähnlich sieht, weder in Statur noch Farbe.

Gleich zu Strolchis Einzug hat er mir fünf Hosen ruiniert, da ihm mein Bein als Kletterbaum sehr gut gefiel. Mit scharfen Krallen hochgeklettert, draufgesprungen, abgerutscht. Wenn es für mich dumm gelaufen ist, war mein Bein in der Hose auch gleich mit kaputt. Der Kratzbaum war lang nicht so interessant. Dabei hat er eigentlich schon drei. Außerdem häng ich ja dran an meinem Bein und in Gesellschaft Blödsinn machen ist ja so viel interessanter. Egal, ob am Schreibtisch bei der Arbeit, am Herd, beim Bettenmachen, stets ist Strolchi seither mit dabei. Und bleibt er einmal versehentlich in der Abstellkammer sitzen, weil das Waschprogramm so spannend ist, sagt er laut: „Miau!“, damit er wieder rausgelassen wird.

Inzwischen hängen unsere Vorhänge in Fetzen, da er schon als Katzenbaby zu uns kam und bemerkt hat, dass man damit nicht nur wunderbar Prinzessin spielen kann, indem er den Vorhang über seinen Kopf als Schleier trägt, auch zum Hinaufklettern eignen sie sich hervorragend. Und laufend dekoriert er etwas um. Unter anderem auch unsren Vorhang.

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Strolchi steht absolut auf die Farbe Pink und interessiert sich für alles, was eigentlich recht weiblich ist. Mein Manikür-Set hat es ihm auch sehr angetan.

Wenn ich damit beschäftigt bin, will er es auch unbedingt haben. Er kann es ja viel besser brauchen!

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Und will ich es wiederhaben, hat er ab und schleppt´s davon.

Letztendlich musste ich auch einen neuen Platz zur Aufbewahrung suchen, da er nur noch am Waschbeckenschrank hing und durch die Aussparung des Abflussrohres am Waschbecken kunstvoll danach im darunter liegenden Badezimmerschrank angelte, bis er es wieder in den Pfoten hatte.

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Unser Klopapier hängt nicht mehr ordentlich auf der Rolle an einem Klorollenhalter, wie es sich gehört, unser Klopapier ist die meiste Zeit ausschließlich nur im Bad verteilt. Wieder ordentlich aufrollen rentiert sich aber auch nicht, da es da sowieso nicht lange bleibt. Wir benutzen es zwischenzeitlich auch in schmalen Streifen, da Strolchi es mit Leidenschaft zerfetzt.

Ungestört auf´s Klo gehen? Nein, das ist bei uns nicht mehr möglich. Der kleine Kautz steckt grundsätzlich seinen Kopf mit hinein ins Klo. Er will schon genau sehen, was da so alles vor sich geht. Das Klo scheint wirklich interessant.

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Überall auf Schritt und Tritt muss er hin und mit. Kürzlich habe ich mir bei der Jagd nach ihm den Zeh gebrochen. Der Tür-Stopper stand blödsinnig im Weg. Der Arzt hat mich kunstvoll mit Tapes verarztet, Strolchi hat mich wieder entarztet und wollte die Tapes unbedingt wieder von meinem Fuß entfernen.

Arbeiten sollte ich gelegentlich auch, denn ich muss ja Geld verdienen, um den kleinen grauen Knaben zu ernähren. Wenn ich mich fertigmache, um aus dem Haus zu gehen und mich gerade schminke, taucht stets neben mir im Spiegel ein haariges Gesicht auf. Und es ist nicht Max, mein Mann, der vergaß, sich zu rasieren. Es ist unser kleiner Wicht, mit dem Namen Strolchi.

Ist der Hängeschrank im Bad offen, inspiziert er Make-up und Lippenstift genau. Und wenn ich ihn herunternehme, da ich ihm nicht so recht traue, angelt er sich noch in letzter Sekunde den Rouge Pinsel, den er dringend ausprobieren muss, was dann zur Folge hat, dass ich seither stets graue Haare im Gesicht hab, denn unser Strolchi, der ist Grau. Allerdings zieren graue Haare nicht nur mein Gesicht, auch graue Brusthaare habe ich seither, denn auf meinem Brustkorb, da ruht er sich auch gern einmal aus. Also immer dann, wenn er mir nicht gerade die Haare vom Kopf frisst. Denn der kleine Wicht verträgt sehr viel. Sein Ziel ist: er will Löwe werden. Und um dieses zu erreichen muss man auch sehr viel essen.

Da er am liebsten mit rosafarbenen Dingen spielt, hat er schon eine große Auswahl, rosa Mäuse. Wir hegen langsam den Verdacht, unser kleiner Strolch ist schwul.

Schon als kleines Katzenbaby hat er Vater, Mutter, Kind mit dem nächsten Wurf gespielt. Er war stets die Mutter und hat bei dem Nachwuchs alle Aufgaben der Katzenmutter übernommen.

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Jetzt noch seine Vorliebe für weibliche Dinge im Bad, Prinzessin spielen, mit dem Vorhang, der nur noch in Fetzen hängt, in meinen Pumps übt er für den Catwalk und in meinen Handtaschen zu sitzen, das gefällt ihm auch. All das gibt uns schon ein klein wenig zu denken.

Das Bad hat es ihm im Übrigen sehr angetan. Klopapier ist bei uns jetzt grundsätzlich zerfetzt. Kein Vorrat mehr im Bad. Katzensicher weggesperrt. Die Notdurft muss man jetzt bei uns ins Detail genau planen. Leere, abgerollte Klorollen zieren neuerdings die Wohnung. Denn damit spielt er am liebsten. Vielleicht liegt es auch an der pinkfarbenen Schrift darauf. Keine Seltenheit, dass er mir mit Klo-Rolle im Maul auf der Treppe entgegenkommt, weil er plötzlich alle Rollen oben braucht und sie aber gerade alle unten sind. Max sagte nämlich zu mir, ich soll sie ihm ruhig lassen, in den Kindergarten muss man schließlich auch leere Klopapierrollen zum Basteln mitbringen. Also gar kein Unterschied. Nicht ungewöhnlich.

Aber nicht nur Klorollen interessieren unsren kleinen Wicht. Es kommt durchaus auch nicht selten vor, dass er die Mülltüte aus dem Badmülleimer nimmt und sie in seinem Maul nach oben schleppt, weil in Gesellschaft spielen doch sehr viel interessanter ist. Jetzt haben wir keinen Mülleimer mehr im Bad. Denn er hat ihn laufend ausgeräumt und kürzlich habe ich unter unserem Sofa neben acht dutzend Spielmäusen und Bällen auch sämtliche Ohrenstäbchen, Tempos, Klorollen und was man sonst so in den Bad-Müll schmeißt, der letzten drei Monate gefunden. Er hat stets nur eine kleine Auswahl als Tarn-Müll drin gelassen.

Er ist aber auch ein sehr fürsorglicher Kater. Er beobachtet mich oft von seinem Balkongeländer aus beim „Garteln“ unten im Hof. Und damit ich dazu nicht immer rausgehen muss und ihn dazu alleine lasse, hat er mir ein großes Blumenbeet ums Sofa herum angelegt. Eine praktische Angelegenheit. So kann ich direkt vom Sofa aus, im Liegen, Gemüse pflanzen, gießen und auch ernten.

Aber auch Strolchi ist sehr an Pflanzen interessiert. Unsere Zimmerpalme sieht aus, als wär sie explodiert. Mit Anlauf in die Palme springen gefällt dem Strolchi sehr. Es dauerte nicht lange, bis ihr sämtliches Blattwerk fehlte. Da entdeckte er die andere, viel größere Palme. Sie sieht jetzt auch etwas mitgenommen aus.

Als Max kürzlich noch vor mir, sehr müde nach Hause kam, hat ihn Strolchi überrascht. Er hielt ein Blumenbeet auf der Treppe für auch recht angebracht. Unsere Pflanzen zierten die Wohnung nun nicht mehr ordentlich in Übertöpfen, sondern waren in Katzenordnung auf jeder Treppenstufe direkt angepflanzt. Er hat schon recht. Das könnte schon auch nützlich sein. Brauch ich die Treppe nicht mehr von Hundehaaren befreien. Weniger Hausarbeit, mehr Zeit für ihn. Sehr praktisch veranlagt, unser Kater. Er sollte auch für Vater Staat mal in die Haushaltsplanung gehen.

Außerdem mag Strolchi Lebendfutter. Fliegen schmecken ihm doch sehr. Davon verirren sich öfter welche in unsere Wohnung. Mit Anlauf gegen das Fenster, von der chinesischen Vase abgesprungen, über den antiken Buddha. Alles wackelt. Max macht einen Hechtsprung Richtung Vase, ich zum Buddha, eine andre Vase fällt. Klirr ….. Schepper …… Wir freuen uns schon auf den Winter, wenn es keine Fliegen gibt.

Mit der Katzenleiter, die nach draußen führt, weiß unser Strolchi gar nichts anzufangen. Er zieht es vor, auf dem Balkongeländer zu sitzen und von dort aus allen Katzen aus der Nachbarschaft lautstark mitzuteilen, dass er nicht zum Spielen runterkommen

kann, weil er sich nicht über die Katzenleiter traut. Mutig ist er nämlich nicht. Nur drinnen.

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In einem schlauen Buch habe ich gelesen, Katzen schlafen sechzehn bis zwanzig Stunden an einem Tag. Doch seit Strolchi sein Dasein bei uns fristet, sind unsre Nächte kurz. Das Problem an der Sache ist, er schläft, wenn wir arbeiten, um Katzenfutter zu verdienen und er wach ist, wenn wir schlafen wollen. Und wenn es uns doch gelingt, die Augen zu zumachen, ist eines ganz gewiss: er schnurrt inzwischen so laut, dass er problemlos als Geheimwaffe eingesetzt werden kann, wenn es darum geht, anderes zu übertönen.

Oder ihm gefällt Max oder mein Styling nicht, so dass dringend mit rauer Katzenzunge, die auch Max und mir zwischenzeitlich die Haarbürste ersetzen, dem Einsatz seiner Krallen ein nächtliches Umstyling erfolgt. Das Ergebnis sieht man dann am Morgen beim Zähneputzen im Badezimmerspiegel. Man muss ihm aber durchaus eingestehen, er ist sehr kreativ. Max hätte ich kürzlich beinahe mit Asterix verwechselt.

Die Nacht ist dann um halb fünf Uhr morgens rum. Für einen Frühaufsteher mag das ja kein Thema sein. Aber für einen spät ins Bett Geher, wie wir es sind, ist das ein Problem. Das Spiel geht um halb fünf morgens wieder mal von vorne los. Schnurren im überschrittenen Dezibel-Bereich, Umstylen unserer Haarprachten, dazu kommt noch Trampolinspringen in Max Magenkuhle und auf meiner vollen Blase, bis man aufgestanden ist und den Tag dann doch beginnen lässt mit Raubtierfütterung bei Hund und Katz. Wieder hat er mal gewonnen. Wir sind nur froh, dass er noch nicht entdeckt hat, dass man die Daunendecke durchaus auch zerfetzen könnt und all die Bettfedern dann durch die ganze Wohnung jagen. Wir werden es ihm auch nicht sagen.

Kürzlich waren wir mit Sack und Pack bei Freunden in einer andren Stadt. Sack und Pack in diesem Fall sind Hündin Assira mit ihrem kleinen Strolchi. Wir schliefen in Bettwäsche mit Katzenpfotenabdrücken. Die gefiel unsrem kleinen Strolchi gut. Seither beobachten wir zu Haus, wie er erst ein Auge auf das Stempelkissen wirft, das andere aufs Bett. Es scheint, dass er vermisst, wie weit die Strecke ist und wie viel Anläufe er bräuchte.

Nach Haus fuhr er nur wieder unter Protest, indem ein paar Orchideen vom Fensterbrett gesegelt sind. Wir haben jetzt fünf Orchideen Schulden. Trotzdem darf Strolchi wiederkommen. Uns darf er auch wieder mitbringen, hat man ihm gesagt.

Er hat einmal verlauten lassen, dass er Löwe werden will. Wenn er so weiterwächst, wie er es tut, hat er diese Größe bald erreicht.

Strolchi verzichtet auch nicht allzu gern auf eines der Familienmitglieder und ist höchst erfreut, wenn man wieder heimkommt. Geh ich mit Assira Gassi, thront er auf dem Balkongeländer und erspäht er uns bereits von Weitem, muss das sofort seinem Herrchen und allen Spielzeugmäusen lauthals mit seltsamen Lauten gleich kundgetan werden. Bei Stolchis aller ersten Freudenausbruch dieser Art, war Max plötzlich sehr besorgt, ist rausgegangen, hat nachgeschaut, denn er hatte die Befürchtung, eine Wespe hätte unsren kleinen Strolch gestochen. Doch kaum war er draußen, war Strolchi auf dem Balkongeländer und hat ihm gezeigt, dass Assira und ich vom Gassi gehen zurückkommen und mein armer Mann musste ihm bis nach unten folgen. Denn Strolchi wollt nicht mehr aufhören zu quatschen: „Hey, Herrli, sie kommen, sie kommen, sie kooooooooomen! Aufmachen, anhüpfen, begrüßen! Ich hör die Schritte! Sie sind da! Mann, jetzt steck schon den Schlüssel endlich in das blöde Schlüsselloch! Mach schon, mach schon, mach schon! Jetzt!“ Unschuldig hingesetzt, freundlich dreingeschaut, nach oben gerannt und mitgeteilt: „Sie sind da, sie sind wieder da, sie sind wieder dahaaaaaa!“ Und kaum oben angekommen, kam der Befehl: „Gut, jetzt seid ihr wieder da, jetzt füttern!“.

Ja, wir verstehen unsren kleinen Strolch. Wir haben extra einen Dolmetscher für ihn angestellt. Erstaunlich ist doch jedes Mal, was der kleine Strolch bei Assira, unserer Hündin, alles darf. Die beiden balgen miteinander, es ist zu schön, ihnen dabei zuschauen. Wir hatten erst Angst, dass er Assira auch kaputt macht. Doch ihr dichtes Fell dient ihr als Panzer. Er darf ihr ins Gesicht hüpfen, sie ins Ohr beißen und wenn er damit fertig ist, auch ausgiebig mit ihr im Hundekörbchen oder auf dem Teppich kuscheln.

Allerdings wird unser kleiner Strolchi größer und nicht nur das, schwerer wird er damit auch. Assiras Kopf gibt inzwischen bei dem Angehüpfe manchmal doch verdächtig nach.

Unser Strolchi durfte auch in Urlaub mit. Wir waren da beim Drachenstich in Furth im Wald, das ist die Heimat meines Mannes. Der kleine Mann hat von unsrer Bleibe aus dort alles haargenau beobachtet. Nun fürchten wir, dass er noch von dem Drachen lernt, wie man auch Feuer spuckt und er Geschmack an gebratenen Fliegen oder Mäusen findet. Den Drachenauftritt hat er gleich gelernt, nachdem er in der Ferienwohnung den benachbarten Balkon erklomm und als sich die Tür öffnete, gleich in des Nachbars Reich eingedrungen ist und das Bett dort in Beschlag genommen hat. Wir hörten es an einem lauten Schrei einer Frau mit einer Katzenphobie.

Auch unser Herz droht manchmal stehen zu bleiben, da er sich als Artist auf dem Balkongeländer übt. Er schafft es mit den Hinterbeinen fest darauf zu stehen und mit dem Rest hängt er nach unten und fängt Blumen, die auf die äußere Seite einfach durchwachsen.

So bekam er einen riesen großen Katzenbaum, der nun hoch in unsrer Wohnung ragt und ganz oben darauf thront unser kleiner Strolch, der jetzt Herrscher über alles ist.

Die Schadensliste von ihm ist lang und wird immer länger: 5 Hosen von Frauchen, 2 Hosen von Herrchen, Herrchens Hausschuhe, 83 Zimmerpflanzen zzgl. 5 Orchideen, 3 Handykabel, Frauchens Lieblingsstrickjacke, Frauchens neue Lieblingsstrickjacke, die große Zimmerpalme, 1 Porzellanteller, 1 Vorratsglas, der Gürtel von Herrchens Lieblingsbademantel, Herrchens Lieblingsbademantel, Frauchens Lieblings-Sommer-Kimono, 38 Rollen Klopapier, Frauchens Bein, 1 Blumentopf, 1 antike asiatische blaue Deckelvase (ein Erbstück) und täglich wird es mehr und mehr und mehr. Strolchi denkt sich nur: Nix darf man! Und was man darf, macht keinen Spaß!

Was man alles nicht darf: Vorhang hochklettern, in die Palme springen, in den Abfluss der Badewanne pinkeln, Mülleimer ausräumen, auf dem Tisch sitzen, von Frauchens Teller essen, Klopapier abrollen, Blumentöpfe runterschmeißen, im vollen Kühlschrank liegen, im leeren Kühlschrank liegen, ins Gemüsefach im Kühlschrank klettern, …

Was Spaß macht: Vorhang hochklettern, in die Palme springen, in den Abfluss der Badewanne pinkeln, Mülleimer ausräumen, auf dem Tisch sitzen, von Frauchens Teller essen, Klopapier abrollen, Blumentöpfe runterschmeißen, Im vollen Kühlschrank liegen, im leeren Kühlschrank liegen, ins Gemüsefach im Kühlschrank klettern, …

Was man nach seiner Meinung darf: Schlafen, Schnurren, Atmen!

Doch auch Assira ist nicht recht beglückt, da Strolchi gern an Hundeknochen nagt. Er hat schon einige verdrückt.

Langsam wird es an der Zeit, dass er für den Schaden aufkommt und sein Futter selbst verdient. Denn Strolchi ist jetzt erst fünf Monate alt und seit drei Monaten bei uns. Wenn es so weiter geht, können wir ihn uns bald nicht mehr leisten. Er könnte ja seine Memoiren schreiben und sie im Internet veröffentlichen, denn mein Computer gefällt ihm schließlich sehr.

Mein Büro interessiert Strolchi aber auch. Er spielt gerne mit den Briefmarkenrollen und er sitzt gerne in Kisten. Ich muss immer sehr aufpassen, dass ich ihn nicht versehentlich einmal verschicke. Das möchte ich dann doch nicht. Wir würden ihn ziemlich vermissen. Und an die Schadensmeldungen, die dann vom Empfänger eingehen, möchte ich gar nicht denken. Ihm gefällt aber auch die große Kiste, in der sich die wattierten Kuverts befinden. Da sitzt es sich sehr weich. Nur mit Briefmarke am Ohr ein Ort, der sehr gefährlich ist.

Mein Leben mit Strolchi - Bild 18

Außerdem muss ich drauf achten, dass Computer und Stempelkissen zu sind. Denn mit Leidenschaft läuft er durch das Stempelkissen und über den Computer. Und wenn man da nicht aufpasst, hat er plötzlich mitten in einem Bestellvorgang an benötigter Kosmetik 100 Tuben Zahnpasta bestellt, anstatt eine, die man wollte. Jedenfalls brauchen wir uns über eventuelles Ausgehen von Zahnpasta in diesem Leben keine Sorgen mehr zu machen. Davon haben wir jetzt lebenslang genug. Wahrscheinlich können wir noch etliche vererben. Dabei fällt mir ein, wir müssen dringend ein neues Testament schreiben und festlegen, wer die Zahnpasta bekommt und wer den Kater. Der Rest ist unwichtig. Der ist bis zu unserem Ableben mit Sicherheit kaputt.

Mit dem Tierarzt hat unser kleiner Wicht natürlich auch schon so seine Bekanntschaft gemacht. Zu unsrer Überraschung ist er da gar nicht so neugierig und mutig, wie er so zu Haus den Anschein macht. Als der kleine Strolch zum ersten Mal bei seinen Tierärzten vorstellig wurde, da waren sie ganz begeistert, dass er noch so mutig ist. Das hat aber gar nicht lange angehalten, denn man hat ihm seinen Pelz gelocht. Aber Impfung, das muss eben sein. Dafür war er von der Wurmkur dann sehr angetan, die er ein paar Tage als Paste in sein winzig kleines Maul bekommen hat. Diese Begeisterung hielt jedoch nicht lange. Irgendwann ließ die Begeisterung nach dieser Paste nach und ich sah nach der Verabreichung aus, als hätte ich versucht ein Kleinkind zu füttern, das partout nicht essen mag und das Essen als Wurfgeschoss benutzt.

Doch der ersten Impfung folgte eine Nachimpfung. Schließlich wollen wir, dass es ihm gut geht und er sich stets bester Gesundheit erfreuen kann. Bei der Nachimpfung begann er bereits zu protestieren und fühlte sich schon nach der zweiten Impfung wie ein echter Schweizer Käse. So haben wir davon abgesehen, den kleinen Wicht dann gleich zu chippen und es auf einen anderen unbestimmten Tag verlegt.

Doch der nächste, dritte Tierarztbesuch, der ließ nicht lange auf sich warten, denn eines Tages saß er da und strahlte mich mit einer dick geschwollenen Backe an. Hätte ich nicht so einen Schreck gekriegt, wäre ich dazu geneigt gewesen, einen Lachkrampf zu bekommen.

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Also, Kater eingepackt, ins Auto rein verfrachtet und schon ging das Gemaule los, das die gesamte Fahrt angedauert hat. Zwischenzeitlich kannte er ja die Strecke mit jeder Kurve haargenau. Es klang ein wenig wie Gesang. So hab ich in sein Miauen einfach mal mit eingestimmt. Ich weiß nicht, was wir gemeinsam sangen, aber so wurde die Fahrt für uns beide um einiges erträglicher.

Und dann, dann kam auch mal die nächste Impfung. Dann, als er ein Jahr alt war. Genau da hab ich beschlossen, jetzt kommen seine Bommerl ab. Denn schon am ersten Tag des Jahres haben wir in ein Netz für Katzen investiert, das nun unseren Balkon verziert. Seither fühlen wir uns als würden wir auf einem Fußballplatz leben, direkt in dem Tor, denn Strolchi springt auf dem Balkongeländer ausgelassen und todesmutig den ganzen Tag umher. Im Sommer zuvor ist er in seinem Übermut gefallen. Seither bekommt Max jedes Mal einen halben Herzinfarkt, wenn Strolchi seinen Turnübungen auf dem Balkongeländer nachkommt. Denn bei seinem Fall – schwupp, kaum hochgesprungen, rumgehampelt, war Strolchi plötzlich weg. Panisch rannte ich auf den Balkon darunter, denn unsere Wohnung hat zwei Balkone, nix. Taschenlampe geholt, denn es war schon ziemlich dunkel, in Nachbars Garten eingestiegen, panisch nach dem kleinen Strolch gesucht. Keine Spur von unsrem kleinen Wicht. Ist er verletzt? Hat er sich versteckt? Wieder auf den Balkon gelaufen, da saß er nun, der kleine Wicht mitten in einem Busch mit rosa Blüten, der etwas stark gegossen war und nieste. Er hat etwas Wasser in die Nase reinbekommen und zu seinem Glück war es der Strauch mit den rosa Blüten. Denn rosa ist ja die Lieblingsfarbe von unserem kleinen Kater.

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Dann hat er sein Katzennetz gekriegt, damit er nicht mehr runterfallen kann. Das Katzennetz jedoch hat Strolchi sehr verärgert. Er ist gleich mal daran hochgeklettert, um einen Ausbruchversuch zu wagen und balancierte nun oberhalb des Netzes. So hab ich ein paar Meter nachgekauft und auch noch ein Dach aus Katzennetz darauf gemacht. Nun haben wir das Netzt schon länger als ein Jahr, doch Strolchi kann es immer noch nicht immer akzeptieren.

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Wir zu unsrem Teil dagegen, haben es uns beinahe schon weggeguckt und die Nachteile, die es mit sich bringt zum Schutze des Kleinen auch schon hingenommen. Denn während unser Christbaum aufgrund des engen Treppenhauses und der vielen Nadelei in jedem Jahr in dieser Wohnung einen Flug von unserem Balkon machte, wird er nun noch im Ständer von seinen Ästen stets befreit, denn ohne Netz bekommen wir ihn nicht mehr über die Treppen. Ruft die Nachbarin von unten, steige ich die zwei Stockwerke hinab, denn den Kopf über das Balkongeländer kann ich nicht mehr zu einer kleinen Unterhaltung strecken. Doch das nehmen wir zum Schutz unseres Katers gezwungenen Maßen auch noch hin. Auch unsere Blumenkübel sind auf die Innenseite unseres doch recht kleinen Balkons gezogen, denn auf der Außenseite lassen sie sich durch das Netz hindurch auch nicht mehr bepflanzen.

Der Tag kam, da wollte Strolchi nur noch das Netz durchbeißen und kletterte wie verrückt daran herauf und schrie. Da habe ich beschlossen, der Tag naht, an dem wir ihn seiner Männlichkeit berauben. Anruf beim Tierarzt, doch es hieß: immer noch zu früh. Ich schilderte mein Leid, sein Leid und seine Not und teilte mit, dass wir ihn schon auch hinauslassen würden und ihm eine Katzenleiter bauen. Doch dies Vergnügen bekommt er erst nach erfolgreicher Entmannung. Doch unsere Tierärzte hatten keinerlei Erbarmen mit unserem Kater oder mit mir. Maine Coones werden später entmannt, als andere. So saßen wir noch etwas weiter drinnen. Dann kam der Impftermin. Er wurde geimpft, doch die Entmannung sei immer noch zu früh. Strolchis und unsere Nerven wurden sehr stark strapaziert. Doch Strolchi hatte drin zu bleiben, solang er seine Bommerl auch noch hatte, denn was wäre, wenn er auf der anderen Seite der Straße ein attraktives Katzenmädchen sah und er ohne Hirn und Verstand zu ihr laufen würde und ein Auto käme … Das wollte ich mir in keiner Weise vorstellen. Das einzige Glück, das wir mit unsrem Kater hatten war, dass er in unsrer Wohnung nirgendwo markierte. Erstaunlichste Sachen wurden mir darüber nämlich berichtet. Von Katern, die das Sofa markierte, das

 

 

man danach nur noch zum Sperrmüll bringen konnte, oder von Wänden, an welchen Kater markierten, die man nur noch einreißen konnte und neu aufbauen, da der Gestank nicht zu ertragen war. Ich muss gestehen, bei dem Gedanken wurde mir recht bange.

Trotzdem war der Bogen eines Tages überspannt und ich rief flehend in unserer Tierarztpraxis an. Ich schilderte Strolchis Not und meine und zu meiner Überraschung bekamen wir dann endlich einen Termin. Auf der Fahrt dauerndes Genörgel, dass er seine Bommerl doch behalten will und überhaupt und sowieso. So komponierten und sangen wir gemeinsam in lautem Miau das Bommerl-Lied.

Da Strolchi von der Tierarztpraxis nun nicht mehr so angetan war, wie bei seinem ersten Besuch dort noch vor der ersten Spritze, blieb er zwar missmutig, aber geduldig in meinen Armen liegen und bekam schon wieder eine Spritze. Eine Spritze, die ihn müde machte und es dauerte nicht lange, da schlummerte er friedlich fest in meinen Armen. Dann wurde ich hinausgeschickt und drinnen raubte man ihm die Männlichkeit, bis mich dann ein ziemlich müder Strolch sehr vorwurfsvoll ansah.

So besorgten wir uns also Bretter und Leisten und bauten Strolchi eine Katzenleiter, die von Nachbarn und Vermieter dann auch genehmigt wurde. Nun sollte ihm nichts mehr im Wege stehen, um auch die Welt draußen, endlich zu erkunden. Doch wurde es bereits erwähnt? Unser Strolchi ist ein wenig feig. Neugierig hat er sich drei Sprossen hinabgetraut, ist dann aber ganz schnell wieder umgekehrt. Er wurde wohl auf dem schwankenden Brett ein ganz klein wenig Seekrank.

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So ging es Wochenlang. Ein paar Sprossen runter und ganz schnell rücklinks wieder zurück. So lang, bis ich die Blumentöpfe auf unserem Hof mal wieder neu bepflanzte, da es wieder Frühling wurde. Ich raschelte und klapperte und plötzlich stand der Kleine unten. Er hatte sich zum ersten Mal hinabgetraut. Die Neugierde hatte ihn getrieben und da er mir drinnen stets auf die Fersen folgte, musste er natürlich auch beim Bepflanzen der Blumenkübel mit dabei sein. Die Neugierde war stärker als die Angst.

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Doch wer glaubt, Strolchi hätte keinen andren Weg nach oben, der hat sich geirrt. Auf die Mauer unter dem Balkon gesprungen, ein Satz an das Balkongeländer und von außen wieder raufgeklettert. Auch so kann man zurückkommen, denn zurück gibt´s viele Wege. Doch inzwischen nimmt er meist auch den Weg über die Katzenleiter wieder zurück.

Doch wer denkt, sein erster Ausflug hätte keine Folgen, der irrt. Und das aber ganz gewaltig. Denn bereits am nächsten Tag stand vor unsrer Katzenleiter ein ziemlich großer Eimer bis zum Rand gefüllt mit Katzenscheiße. So viel kann keine einzelne Katze in ein paar Stunden draußen machen. Vor allem weigerte sich Strolchi noch recht lange, draußen ein Geschäft zu machen. Er kam noch lange eiligst heim, stand mit zusammengekniffenen Beinen vor der Balkontür und wollte dringend rein und stürmte sofort auf sein Katzenklo, nachdem sich die Tür geöffnet hat.

Kaum war unser Strolchi zum ersten Mal draußen, eröffnete sich mit dem Geschenk, dem Eimer mit der Katzenscheiße ein Nachbarschaftsstreit, wie man ihn sich gar nicht vorstellen kann. Danach wurden uns die Hinterlassenschaften aller Katzen aus der Nachbarschaft vor die Tür geschmissen, in die Blumentöpfe und wo auch immer sonst noch hin. Ich konnte es kaum glauben. Mit allen Katzen, die die engere Nachbarschaft aus drei Häusern hergibt, zählten wir zu diesem Zeitpunkt dreiundzwanzig Katzen. Darunter auch die eine oder andre Graue. Von diesem Tage an wurden mir Strolchis kleiner Bruder Gandalf gezeigt, der sich erdreistete, auf dem Carportdach zu sitzen, sogar die beigen Katzen unter uns wurden im Carport fotografiert und ich mit den Fotos konfrontiert. Jede Katze, sollte unser Strolchi sein. Doch Strolchi erkenne ich live und auf Bildern von jeder Seite, ohne lang zu überlegen. Denn Strolchi ist die wohl meist fotografierte Katze unsren Landes. Jedes Körperteil von ihm kann ich mit endlos Bildern auch belegen.

Irgendwann gab es nichts mehr, auf das wir nicht gefasst waren. Doch inzwischen sind diese Nachbarn zum Glück ausgezogen. Wie das von statten ging, das war uns ein Rätsel. Ich vermute mal, dass Strolchi mit seinen Jungs dahintersteckten, die in Gegenangriff übergegangen sind. Wohl legten sie in Reih und Glied auf Kommando einen großen Haufen und der Betrachter dachte, er sähe wohl vielfach, denn für ihn sah jede Katze wie der Strolchi aus. Egal, welche Größe, Farbe oder Musterung das Fell auch hatte. Jedenfalls häuften sich die Beschwerden über uns und unsre Katze.

Doch wir hatten großes Glück, denn als unsere Vermieter unsere Feuermelder installierten, besahen sie sich unsren Strolch und sagten: „Also Eurer, der ist schon besonders süß.“

Nun ja, wir hatten noch mehr Glück, denn da benahm er sich gerade ausnahmsweise mal und sprang nicht, wie ein wildgewordener Torpedo durch die Wohnung, erklomm alle Balken, und ließ die Deko auf den Boden krachen. Als unsere Vermieter da waren, lag er quer über den Esszimmertisch und blinzelte sie mit treuen Augen recht verschlafen an, was Seltenheitswert hat. Denn alle fünf Minuten – ach was sag ich – alle fünf Sekunden fällt ihm etwas neues ein. Aber es muss ja auch einen Grund haben, dass Strolchis Tagebücher mal entstanden. Eine Katze, die den ganzen Tag nur schläft, schnurrt und brav ist, die hat auch gar nichts, aber auch rein gar nichts zu erzählen. Sie erlebt auch nichts, was sie erzählen könnte. Doch unser Strolchi, der erlebt sehr viel.

Mir sagt man schon nach, dass bei mir in einer Woche oftmals mehr passiert als bei einem normalen Menschen in einem ganzen Jahr. Manchmal habe ich allerdings das Gefühl, bei Strolchi passiert in einer Stunde mehr, als bei mir in einer Woche. Na, was solls? Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum! Jeder bekommt mit seinem Umfeld den Spiegel vor´s Gesicht gehalten. Warum soll das nur so unter Menschen sein und nicht auch zwischen Mensch und Tier?

Jetzt hab ich halt meinen Dreck im Schachterl, wie man bei uns in Bayern sagt. Aber ich bin sehr froh darüber, dass dieser verrückte kleine Kerl den Weg zu uns gefunden hat. Denn langweilig wird es bei uns nie. Manchmal würde man sich beinahe ein wenig Langeweile wünschen. Doch gut, dass wir das nicht erfahren, denn es würde wirklich etwas fehlen.

Im Moment z. B., da habe ich mich zur Abwechslung zum Schreiben auf unserem Bett niedergelassen. Ich habe viele Orte, an denen ich schreibe. Strolchi lag auch da und wollte mich keinesfalls in das große Doppelbett reinlassen. Trotzdem habe ich von meinem Recht gebrauch gemacht und mir meinen Platz hier ziemlich hart erkämpft. Da es natürlich absolut nicht möglich ist, in so einem Bett zu zweit zu liegen, auch wenn man im Verhältnis ziemlich klein ist, hat man sich beleidigt auf den Rattan-Wäschekorb zurückgezogen, von welchem aus mir nun gelegentlich vorwurfsvolle Blicke zugeworfen werden.

Wenn ich nun gelegentlich mit einem Auge weg von dem Computer schaue, kann ich wohl an einer Hand abzählen, wie lang es dauert, dass er zusammen mit dem Deckel in den Wäschekorb rein plumpst, denn da man ja nicht stillsitzen oder liegen kann, ist der Deckel von dem Korb schon recht weit verrutscht und hängt schräg nach innen ab. Lang wird es wohl nicht mehr dauern, bis er plumpst. Schon bei der nächsten Bewegung, oder hält es noch zur Übernächsten?

Was ist eigentlich in dem Wäschekorb drinnen? Ach ja, meine warmen Strickjacken für die nächste Wollwäsche. Wenigstens fällt er dann ja weich. Ist aber auch nicht das erste Mal.

Ja, jetzt, jetzt gleich. Er setzt zum Gähnen an und …. und … und gähnt und plumps. Dann ein sehr vorwurfsvoller Blick aus dem Wäschekorb heraus. Natürlich in dem Moment weder Handy, noch Kamera in der Nähe. Wiederholen oder Nachstellen der Szene für sein Tagebuch natürlich in keiner Weise möglich. Welch Glück, dass ihm in spätestens fünf Sekunden wieder etwas Neues einfallen wird. Bis dahin kann ich mich mit der Kamera rüsten.

Nein! Zu spät! Bin noch lang nicht bei der Kamera. Handy auch nicht in der Nähe. Wieder einiges verpasst. Doch es gibt bestimmt auch Schlimmeres. Sonst müsste er wohl mehrere Tagebücher täglich vollschreiben. Dann käme ja auch niemand mehr hinterher. Nicht mal seine Fans mit gucken und Lesen. Inzwischen ist unser Strolchi restlos Puddingsüchtig. Meine Freundin aus Oberhausen hat ihm mit einer Fanpostkiste auf den Geschmack gebracht, weil ihr seine Geschichten so gut gefallen. Da war der Kleine noch kein Jahr, hat er ein Pudding-Paket bekommen.

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Seither steht Pudding fest auf seinem Speiseplan und ist Grundnahrungsmittel für ihn. Doch nicht nur das, er hat auch schon einige Rezepte damit erfunden. Maus im Puddingmantel, Puddingcolada, Puddingsuppe, … denn etwas Abwechslung muss schließlich sein.

Auch als Medizin braucht man einen Genesungspudding und überhaupt versüßt Pudding das ganze Leben.

Aber Strolchi hat nicht nur einen niemals endenden Pudding-Vorrat, er hat auch eine eigne Facebook-Seite und einen Instagram-Account. Ich selber habe so was gar nicht.

Wir haben einen Vogel zu Hause auf dem Schrank. Der stammt noch von meinem Schwiegervater, der professionell verunfallte Vögel präparierte. Dieser Vogel ist Strolchi bester Kumpel. Diesen Vogel mag er sehr.

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Aber Srolchi liebt nicht nur seinen Kumpel oben auf dem Schrank – Strolchi liebt auch sein Herrchen sehr. Denn dieser wird morgens stets ausgiebig frisiert. Das bereits um fünf Uhr morgens egal, ob es ein Werktag oder auch ein Sonntag ist. Denn Herrli soll schon beim Aufstehen schön sein und sich nicht erschrecken, wenn er nach dem Aufstehen mal in den Spiegel schaut.

Mich persönlich erinnert mich mein Mann nach Strolchis Prozedur eher an Asterix mit seiner von Strolchi verpassten Frisur. Doch Max nimmt es gelassen hin.

Einmal hat Max verschlafen. Da hat er sich gleich bei Strolchi beschwert, was denn mit dem morgendlichen Frisierakt wäre. Hätte dieser stattgefunden, hätt er nicht verpennt. Doch Strolchi stellte nur trocken fest, dass schließlich Montag sei und montags wird nirgendwo frisiert.

Aber nicht nur Strolchis Herrchen muss sich Strolchis Katzenwäsche ergeben, auch Assira wird ausgiebig frisiert. Ich für meinen Teil hab da ziemlich Glück gehabt, da ich längere Haare haben. Die rutschen ihm bei jeglichem Frisierversuch recht unangenehm in seinen Hals, da hat er an meiner Frisur dann schnell die Lust verloren. Er hatte es allerdings länger nicht unversucht gelassen. Er hat mir auch seine ausgefahrenen Krallen in die Kopfhaut reingehauen und versucht, diese als Kamm umzufunktionieren. Es wurd ihm dann aber zum Glück doch etwas zu mühsam und er hat kapituliert.

Aber er hat ja auch noch Herrli zum Frisieren.

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Dafür badet Strolchi grundsätzlich mit mir in der Badewanne. Ich lieg drin, er sitzt am Rand und säuft das Badewasser leer. Manchmal hat er auch ´nen Schaumhut auf. Jedenfalls will Strolchi beim Baden niemals fehlen.

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Liebgehabt werden will Strolchi jedenfalls nicht. Das bringt seine Ganzkörperfrisur so durcheinander und es ziept. Schließlich hat Strolchi nicht unerheblich langes Fell.

Doch muss auch er sich regelmäßiger Körperpflege durch mich zwangsweise unterziehen. Vor allem, wenn es Sommer ist und unzählige Kletten in seinem Fell kleben. Natürlich nimmt er dies ausschließlich unter Protest hin. Danach sehe ich aus, als wäre ich in einen Löwenkäfig gefallen. Doch ich hab die längere Ausdauer und gewinne diesen Kampf, bis er wieder befreit ist von all den Kletten, bevor er dann wieder dringend raus muss und alles von vorn beginnt.

Wenn ich mich dann gelegentlich in den Friseursalon begebe, in dem Strolchi geboren wurde, hüpft der kleine Kerl vor dem Fenster auf und ab und will genau sehen, wie sein Schinkenfrauli, das ihn mit der Flasche und mit Schinken aufgezogen hat, das mit er Fellpflege bei mir macht. Er streckt sich lang und hüpft, damit er alles mitbekommt. Zu Haus angekommen wird das Ergebnis von ihm dann genaustens überprüft. Er ist der Überzeugung, er kann das trotzdem besser.

Strolchi fand auch gleich einen Freund, als er zum ersten Mal die Katzenleiter runter spazierte. Sammy heißt er und lebt in der Wohnung unter uns. Er hat ihm alles gezeigt, was man draußen wissen muss.

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Nur auf seinen Roller will Sammy Strolchi nicht lassen. Denn Strolchi hat ja schließlich keinen Führerschein. Doch das sollte sich zu seinem dritten Geburtstag dann ändern.

Es scheint, als wären wir nun an dem Punkt der Festivitäten. Denn natürlich kommt zu Strolchi auch der Nikolaus, wie auch das Christkind. Das ist für ihn so aufregend, wie für jedes kleine Kind. Der Besuch des Nikolaus sorgt stets für große Aufregung bei Strolchi und Assira. Und der Nikolaus bringt auch immer etwas mit.

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Zum Beispiel hat ihm der Nikolaus einmal einen grünen Ball gebracht. Das hat Strolchi gar nicht verstanden, weil seine Lieblingsfarbe pink ist und nicht grün. Doch da hat er dann eine neue Farbe erfunden und das ist Nikolaus-Grün. Seither ist alles, was grün ist mit dieser Strolchi-Farbbezeichnung versehen.

Dann erst Strolchis Weihnachtsfeste … Ein Spektakel, das schon am ersten Dezember losgeht. Denn schließlich gibt es auch Adventskalender. Zum letzten Weihnachtsfest bekam Strolchi sogar seinen eigenen Adventskalender und seinen Kratzbaum komplett weihnachtlich geschmückt und dekoriert.

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Sein erstes Weihnachtsfest war schon sehr aufregend, als ich mit dem Christbaum heimkam. Schließlich hat Strolchi noch nie einen Baum in einem Netz gesehen. Das nannte er dann das Christ-Netz. Abgeleitet vom Christbaum.

Bei seinem zweiten Weihnachtsfest kamen wir erst am Tag des heilig Abend dazu, den Baum zu schmücken. Da war Strolchi restlos fertig, denn bei seinem Freund Hektor gegenüber, da stand der Baum schon fertig dekoriert im Wohnzimmer und wir beobachteten von unserem Balkon, wie er aufgeregt auf dem Fenstersims des Wohnzimmerfenster der Nachbarn hin und her gelaufen ist. Er hatte tatsächlich Angst, dass ihn das Christkind in diesem Jahr vergessen hätt.

Wie beruhigend war es da, als wir mit dem Schmücken des Baumes dann begonnen haben. Da kam er natürlich auch sofort nach Haus und hat eifrig mitgeholfen.

Inzwischen hat Strolchi schon recht viel Übung mit dem Christbaum schmücken. Nun überprüft er, ob der Baum auch gut und sicher steht.

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Und dann erst, wenn es dann endlich Abend ist und er gerufen wird, wenn´s Christkind da war, da hat er riesig große Augen. Aber auch Assira mit ihnen nun zwölf Jahren.

Selbstverständlich liegen auch für alle beide immer Geschenke unter dem Baum. Ich würde es nie wagen, das zu unterlassen. Denn noch bevor Strolchi geboren war und Mogli noch unter uns weilte, da sagte ich mir einmal, dass Mogli und Assira ja nicht mehr mit Spielsachen spielen. Was soll ich da noch Spielzeug kaufen, das dann unbeachtet den Rest des Jahres rumliegt, zumal es uns zu diesem Zeitpunkt grad finanziell sehr schlecht ging.

Dieser Weihnachtsabend war der Schrecklichste in meinem ganzen Leben. Diese Enttäuschung der beiden, dass für sie nichts unter dem Baum lag, das es auszupacken galt. Ich versuchte die Situation mit einer Sonderfütterung unter dem Baum zu retten, aber das war weder für Mogli, noch für Assira das Selbe, wie wenn ein Paket für sie unter dem Baum lag. Mogli, Assira und heut auch Strolchi erschnüffeln sofort durch das Papier hindurch, was ihres ist nach erster Betrachtung. Nie mehr würd ich es heut noch wagen, Geschenke für die zwei zu Weihnachten zu besorgen, auch wenn es die millionste Maus und das Millionste Hundespielzeug ist. Die Freude der beiden ist einfach zu groß.

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Ich weiß noch, als Assira eingezogen ist. Ich hatte noch unzähliges Hundespielzeug von Deika, das natürlich dann an Assira überging. Und dann, dann hab ich ihr einmal ein neues Spielzeug mitgebracht. Ein lustig dreinguckendes Vögelchen. Ich werde Assiras Blick niemals vergessen. Ihre Augen sprachen: „Das ist mein erstes eignes Spielzeug! Extra für mich gekauft! Juhu, juhu, juhuuuuuuuuuuuuu!“. Diesen Anblick ihrer Freude werde ich meinen Lebtag nicht vergessen. Zumal sich dann auch herausstellte, dass Deika, ihre Vorgängerhündin, absoluter Fan von Plastik-Quietsche-Spielzeug war und Assira aber definitiv quietschende Plüschtiere bevorzugt.

Ja, man kann auch mit dem Beschenken seiner Haustiere ziemlich danebengreifen. Tatsächlich hat jedes Tier seinen eigenen Geschmack. Da brauch ich nur an Strolchis Vorliebe für rosa und pink zu denken. Da muss man erst einmal draufkommen.

Natürlich feiert Strolchi nicht nur Nikolaus und Weihnachten, er feiert auch Geburtstag. Bis zu seinem ersten Geburtstag konnte er es gar nicht mehr erwarten, denn alle haben vor ihm Geburtstag gehabt. Nach seinem Einzug kam Herrchens Geburtstag, dann hat das Christkind noch vor ihm Geburtstag gehabt und sogar sein Frauchen. Doch endlich war es dann soweit. Was war das für ein Fest. Er hat natürlich auch zu seinem Geburtstag was geschenkt bekommen. Es ist unglaublich, wie sich ein Tier über Geschenke freuen kann. So nehmen Strolchis Geburtstage nun von Jahr zu Jahr größeres Ausmaß an und er freut sich darüber auch intensiv in seinen Tagebüchern.

Zu seinem dritten Geburtstag hat er sogar eine eigene Geburtstagstorte mit Kerzen bekommen. Das aber nur, weil ich an seinem zweiten Geburtstag eine Torte gebacken hab, von der er unbedingt auch was abhaben wollte. Da hab ich ihm ein Löffelchen voll in seinen Napf hinein getan. Was hat er dieses Stück verschlungen. Man möchte es kaum für möglich halten. So war es klar, zu seinem dritten Geburtstag bekommt er auch wieder eine. Hier hat es ihm vor allem die Sahne angetan und er singt auch kräftig „Happy Birthday“.

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Und auch die Geburtstagsgeschenke gefallen Strolchi sehr.

In diesem Jahr hab ich ihm ein Spiel bestellt, in das Leckerchen hineingehören. Wie das genau funktioniert, das hab ich nicht sofort erkannt. Aber wer braucht eine Gebrauchsanweisung, wenn er Strolchi und Assira bei sich hat. Die haben mir sofort genau erklärt, wie das Spiel funktioniert. Wir brauchten also nur noch für Leckerchen-Nachschub für das Spiel zu sorgen. Damit hatten wir dann allerhand zu tun.

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Und nach Strolchis Geburtstag kommt dann irgendwann auch Ostern. Eigentlich erübrigt es sich fast zu sagen, dass Strolchi auch fest Ostern feiert. Die Ostereier, die gefallen ihm sehr gut. Vor allem die roten.

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Inzwischen weiß ich, dass ich die Ostereier vor Strolchi gut verstecken muss. Denn die Ostereier holt er sich überall heraus. Er spielt zu gerne Ostereier und versteckt diese dann auch gut.

An dem ersten Osterfest mit Strolchi wußte ich genau, dass ein Ei abhandengekommen war. Eines fehlte. Ein rotes. Max und ich krochen auf allen vieren durch die Wohnung. Auch Assira half beim Suchen. Wir suchten unter Sofas und Schränken auf allen Etagen. Kein Platz, den wir ausgelassen hatten. Wir suchten nicht nur einmal. Wir suchten immer wieder, denn jeder weiß wie faule Eier stinken können. Dann bekamen wir auch noch den freundlichen Hinweis unserer Freundin Marianne, die einen Doktortitel hat und wissenschaftlich in der Volkskunst absoluter Profi ist, zu diesem Fachgebiet auch Ostereier zählen, dass so ein Ei auch explodieren kann. Das Innere des Eies wird im Lauf der Jahre zu einer harten Kugel und wenn das Ei bewegt wird und diese innere harte Kugel die Schale dann berührt, dann explodiert das Ei. Die Panik wurde größer. Wir zogen einen Umzug in Betracht in der Hoffnung, bei einer Umzugsaktion das Ei zu finden. Doch irgendwann vergaßen wir das Ei und fanden es ich glaub zu Weihnachten wieder. Am Stück. Nicht explodiert. Glück gehabt. Seither pass ich auf die Ostereier besser auf.

Eines Tages hatten wir plötzlich ein Baugerüst am Haus. Den Aufbau von diese Gerüst hat Strolchi im Inneren des Hauses vom Bürfenster aus sehr aufgeregt verfolgt. Doch als es stand, da fand Strolchi das Gerüst sehr aufregend und er machte darauf täglich seine Ausflüge.

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Die Empörung war zu groß, als es wieder abgebaut wurde, weil es nicht mehr gebraucht wurde.

Doch an Ausflügen mangelt es dem Strolchi nicht. Er hatte eine Phase, da wollt er ständig mit mir und Assira Gassigehen. Was hab ich dabei Angst gehabt. Unzählige Male bin ich auf die Straße gesprungen, wenn ein Auto kam, da ich weiß, dass man für einen Menschen auf alle Fälle bremst. Und wenn ich in Panik seinen Namen schrie, damit ihm bloß nix passiert, blieb er auf der Straße stehen und wußte nicht: Auf Frauli hören, oder sich vor dem Auto retten. So blieb nur mir der Sprung auf die Straße, damit das Auto sicher bremst. Doch er konnt es einfach nicht lassen, uns ein Stück bei unsren morgendlichen Spaziergängen zu begleiten. Im Moment folgt er uns zum Glück nicht mehr. Doch wenn er draußen ist und auf dem Hof sitzt, wenn wir über die Straße gehen, über die wir müssen, dreh ich mich mindestens eine Millionen Mal nach ihm um, um sicherzugehen, dass er uns nicht doch folgt. Vor allem, wenn ein Auto zu hören ist. Zu viel Katzen sind schon überfahren worden. Aber zum Glück gibt es auch Gartenzäune.

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Als er es eines Tages eingesehen hat, dass er nicht unbedingt mit uns Gassigehen muss, hat er jedoch begonnen, Assira an der Leine spazieren führen zu wollen. Er mein, das kann er auch. Ist ja schließlich sein Hund. Nur geht sie stets wo anders hin, als der kleine Strolch hin will.

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Es fällt ihm eben ständig etwas Neues ein.

Aber auch in Urlaub darf unser Strolchi mitfahren. Jedenfalls, wenn wir in die Heimat meines Mannes fahren. Dort haben wir eine Ferienwohnung mitten auf dem Lande und da darf er dann nach zwei Tagen Hausarrest auch raus und die Gegend erkunden. Dort gibt es nämlich eine Scheune, die es ihm recht angetan hat.

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Aus dieser Scheune ist Strolchi allerdings nicht mehr rauszukriegen. Nicht einmal das Schütteln mit Leckerchen hilft da, was sonst immer funktioniert.

Einmal dachte ich, dass ich ihn aus dieser Scheune retten muss, dass er dort nicht mehr rauskommt, denn ich hörte ihn Antwort geben, wenn ich ihn rief und mit seiner Leckerchenbox schüttelte. Ich sagte: „Wo man reinkommt, da kommt man auch wieder raus.“. Es dauerte, bis ich einen unverschlossenen Eingang in diese große Scheune fand, denn die Eigentümer des Hofes, waren nicht zu Hause. Doch der kleine Kerl hatte nichts Besseres zu tun, als vor uns wegzulaufen und uns von einem andren Ort aus dieser Scheune erwartungsvoll anzusehen. Er wollt uns lediglich diese großartige Scheune genau zeigen und mitteilen, dass wir zu Haus dringend auch so eine Scheune brauchen. So haben wir ihn an seinem Lieblingsort gelassen und sind dann unsren Plänen nachgegangen. Wir helfen nämlich stets bei Deutschlands ältestem Volksschauspiel, dem Drachenstich. Das ist Pflicht, wenn man aus Furth im Wald kommt und das ist Pflicht, wenn man verheiratet ist mit einem Further. Denn zu diesem Spektakel trifft sich alles aus diesem Ort. Da kommt jeder heim. Auch wenn man in weite Ferne ausgewandert ist. Etwas, was nur ein Further versteht, oder jemand, der einen Further liebt.

Ausgerechnet an diesem Abend, an dem unser Strolch nicht aus seiner Scheune kommen wollt, war Unwetterwarnung höchster Stufe und wir mussten auch alle Leut von den Tribünen evakuieren. Unsre größte Sorge galt unsrem Strolch. Doch die Vermieterin unserer Ferienwohnung ist eine Freundin von Max aus Kindertagen. In Furth im Wald, da kennt nämlich jeder jeden. Da halten Freundschaften ein Leben lang. Sonst würden wir wohl auch nicht dort wohnen.

So haben wir Petra via Handy kontaktiert, ob sie denn da sei und sie unsren Strolch rein ließe. So ein Wetter mag er nämlich nicht. Er würd bestimmt schon vor der Terrassentüre sitzen.

 

 

 

Das tat er auch und er wurde von Petra vor dem Unwetter gerettet. Er war sich in dem Moment zwar nicht so sicher, ob er von ihr gerettet werden wollte, er rechnete eher mit der Rettung durch Herrchen oder Frauchen, aber er hat dann auch diese Rettung hingenommen und ihr fleißig Leckerchen abgenommen, wo wir sie instruierten, wo wir die versteckt haben.

Was für eine Erleichterung war es, als via Handy dann Entwarnung kam.

Aber der Drachenstich ist nur nicht wichtig für einen Further oder die Ehefrau von einem Further, der Drachenstich ist sogar wichtig, wenn man Kater von einem Further ist, wie es unser Strolchi ist. Denn eines Tages probte er zu Hause fleißig wie man Feuer spuckt anhand eines Spielzeugvögelchens mit einem Puddinggelben Federschwanz. Damit hat sich unser Strolchi dann natürlich gleich beim Regisseur des Drachenstichs, den wir auch persönlich kennen, für die Hauptrolle beworben.

Alexander, der Resigeur war von Strolchis Bewerbung dann ganz angetan und hat ihn gleich zum Probespucken eingeladen. Seither ist er die allererste Zweitbesetzung, die es je für die Hauptrolle des Drachen gab.

Natürlich reicht das unsrem Strolchi nicht, weil er ja nie zum Einsatz kommt, weil dieser Drache nie ausfällt. So hat er kurzerhand beschlossen, dass er im Garten unsrer Ferienwohnung den Mäusestich als Pendant zum Drachenstich aufführt.

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Und da wir gad beim Urlaub sind und in Furth im Wald und auch beim Drachenstich – ich bin gespannt, was ihm dieses Jahr wieder alles einfällt – in der Ferienwohnung entdeckt er auch stets neben Scheunen auch andre interessante Sachen. So war es, dass er, als wir zum ersten Mal in dieser Ferienwohnung waren, stets auf Schränken schläft und liegt und über Türen läuft.

Als wir in einer andren Ferienwohnung waren, die im ersten Stock des Hauses liegt, sprang er über Balken und schlenderte über das Balkongeländer und besuchte auch Leute in anderen Wohnungen, über abgetrennte Balkone, die Angst vor Katzen hatten. Da wurd ich dann gerufen, dass unsre Katze in ihrem Bett schläft, ich die doch bitte holen möge.

Ein halbes Jahr danach bekam Strolchi dann ein Katzennetz, weil er auch auf die Balken unseres Balkones sprang, die der Höhe eines dritten Stockwerkes gleichen und es nicht gut wär, wenn er da runterfallen würde.

Seither haben wir die Ferienwohnung mit Garten, wo der Kleine raus kann und zusammen mit Assira intensiv die Gegend dann erkundet. Dort kann er sich auch bei niemandem ungefragt ins Bett legen. Er ist und bleibt halt doch ein kleiner Strolch.

Doch im letzten Jahr hat es unser kleiner Strolch geschafft, in dieser Ferienwohnung einen Fernseher in Schrott zu verwandeln. Als wir erschöpft in unsrem Bett schliefen, viel unsrem Kater ein, er muss für die Rolle des Drachen proben. Es könnt ja doch sein, dass er ausfällt und er als Zweitbesetzung dann zum Zuge kommt.

Im Drachenkampf sprang er auf einen Flachbildfernseher, um weiter auf den Schrank zu hüpfen, da war es geschehen. Ein nigelnagelneuer Fernseher war hin. Schuld waren wohl wir, weil wir zu Haus nicht einen so modernen Fernseher besitzen. Unserer ist alt und auf dem kann man auch sitzen. Zumindest, wenn man Kater ist. Dass das mit einem so neuen Fernseher nicht geht und man da nicht mal drüber laufen kann, das konnt Strolchi nicht wissen.

Meine Beichte über Strochis Missgeschick hat Petra ganz ruhig aufgenommen und zwei Stunden später hatten wir ´nen neuen Fernseher, obwohl wir auch drauf verzichtet hätten. Doch zum Glück bin ich im Auto grundsätzlich gut gerüstet und dort finden sich auch Spanngurte. So haben wir den neuen Fernseher mit Spanngurten am Fernsehtisch befestigt und auch gleich noch an den beiden danebenstehenden Schränken gut befestigt.

Was für ein Glück, dass Schäden durch Katzen auch in der privaten Haftpflichtversicherung mitversichert sind. Auch im Urlaub. So hab ich gleich unsere Nachbarin kontaktiert, die unsre Wohnung hütete und sie gebeten, die Versicherungsunterlagen rauszusuchen und so wurde Strolchis Schaden auch umgehend gemeldet.

Leider kommen Haftpflichtversicherungen nicht für Schäden auf, die Katzen zu Haus anrichten. Strolchi interessiert sich nämlich sehr für Glas. Er brachte schon etliches Wertvolles zu Bruch. Aber Scherben bringen ja bekanntlich Glück und unser Glück ist es, unseren Strolchi zu haben.

Aber unser Strolch richtet nicht nur Schaden an, Strolchi bekommt auch manchmal Geschenke.

Sein erstes Fanpostkistl hat er ja bekanntlich von Heike, meiner Freundin bekommen, weil sie von dem kleinen Kerl so angetan ist. Von ihr hat er schon mehrere Fanpostkistl bekommen.

Eines Tages hat er zu meiner eignen Überraschung auch ein Fanpostkistl von einer uns vollkommen fremden Person bekommen und bei einem ist es auch hier nicht geblieben. Mit Nicole hat sich sogar eine nette Mailfreundschaft entwickelt.

Nicole fallen ganz unglaublich tolle Dinge für Strolchis Fanpostkistl ein. Er bekommt nicht nur Spielsachen und Pudding, auch ein Tarnkörbchen war schon mit dabei. Und als Strolchi beschlossen hat, dass er eine Partei gründet und Bundeskanzler wird, hat er dazu von ihr auch ein Wahlplakat bekommen.

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PFA: Pudding für Alle! Da hat dann Max mein lieber Mann umgehend den Auftrag bekommen, da er auf einen Flohmarkt ging, einen passenden Rahmen für dieses fantastische Geschenk zu erstehen. Seither hängt Strolchis Wahlplakat direkt neben meinem Schreibtisch und davor steht Strolchis Büro-Kratzbaum. So können wir uns alle jeden Tag daran erfreuen.

Natürlich wurde auch diese Ankunft des Paketes mit dem Stadium des Auspackens und Betrachtens in meiner Leidenschaft des Fotografierens ausgiebig festgehalten. Als ich die Bilder dann betrachtet habe, fiel ich fast vom Glauben ab. Strolchi hat wirklich eine unglaubliche Mimik. Natürlich war er fasziniert davon, dass ein Paket gekommen ist. Auch wegen des neuen Pappkartons. Und natürlich hat Strolchi mehr als nur genau betrachtet, was in dieser Kiste ist. Auch, was mit dem Rahmen da passierte und als das neue Besitztum an der Wand hing, musste auch dies genau betrachtet werden. Es entstand ein Band, der mich selbst mehr als faszinierte. Strolchi ist einfach nur unglaublich.

Von einem dieser Fanpostkistl waren allerdings weder Max noch ich sehr angetan. Denn es gibt ja gewisse Mittel, die Katzen zum Spielen animieren. Der Kleine war nicht müd zu kriegen. Wir dagegen schon. Die ganze Wohnung duftete nach diesem Baldrianöl für Katzen. Warum auch immer wurden wir müd und müder und konnten nur noch schlafen. Jedenfalls so lang, bis der Karton der Rundumverpackung in die Garage verfrachtet wurde. Dann wurde der Kater müd und wir langsam wieder etwas wacher. Zum Dank des Kistls musste Strolchi dann durchaus mitteilen: Drogen darf ich nicht! Bislang haben sich alle Fans zum Glück daran gehalten.

Da Strolchi zwischenzeitlich auch den ein oder andren Fan hat, der seine Tagebücher kauft, hat Strolchi auch ein paar Merchandise-Artikel. Zu Deutsch: Fanartikel. Darunter gehören natürlich auch Tassen. Und wie seine Tagebücher verkauft sich davon hin und wieder eine.

Eine eigene Website hat Strolchi inzwischen auch. Eigentlich war es mal meine. Doch Strolchi arbeitet intensiv mit einem guten Freund von mir zusammen, der ihm auch diese Website machte und mit dem ganzen Wust des Datenschutzes legte ich diese Seite erst mal still. Strolchi hat sie in einer Nachtaktion mit Rüdiger dann wieder ausgegraben. Bei der Gelegenheit wurde mein Name erst mal dezent durchgestrichen.

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Denn Strolchi braucht diese Seite schließlich viel dringender als ich.

Soll er sie haben. Mit seinem Inhalt sind wir weniger vom Datenschutz gefährdet.

Auf seiner Website hat er auch ein eigenes Pudding-Sponsoring.

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Denn so hoch sind Strolchis Tantiemen ja auch wieder nicht. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, dass die Puddingzufuhr nicht leidet.

Ja, unserem Strolch fällt immer etwas ein. Um seine Fantasie kann man beinah neidisch werden …

Zu Max letzten Geburtstag im vergangenen Jahr, da habe ich nicht schlecht gestaunt. Ich war damit beschäftigt, das Geburtstagsgeschenk zu verpacken, da hat sich Strolchi drinnen aufgeführt, als wäre er von einer Tarantel gestochen worden. Plötzlich musste er ganz dringend raus. Was blieb mir da anderes, als ihn über die Balkontür rauszulassen, wo er über die Katzenleiter runter kann.

Da an diesem Tag das Wetter traumhaft schön war, hab ich die Tür ein wenig aufgelassen und als ich mit dem Verpacken des Geschenkes fertig war, hab ich mich dem Geburtstagskuchen für meinen Mann gewidmet.

Plötzlich hörte ich Strolchi, der mich rief. Es klang, als sollte ich sofort herunterkommen. Und als gut erzognes Frauchen tat ich das dann auch. Da saß er auf dem Badezimmerteppich stolz wie Oskar. Er hat eine Maus gefangen, die vor ihm auf dem Badezimmerteppich lag und es machte ganz den Anschein, die gehört auch schön für Herrli eingepackt.

Ich holte Kehrschaufel und Mülltüte und wir einigten uns darauf, dass wir die Maus darin und in der Mülltonne gut verstecken, dass Herrli sie keinesfalls vor seinem Geburtstag findet. Schließlich ist das ein besonderes Geschenk. Damit schien Strolchi einverstanden und zufrieden.

Aber Strolchi kann auch noch ganz andere Geschenke machen. Da komm ich eines Tages die Treppe runter und am Bad vorbei, da sitzt der kleine Kerl natürlich auch wieder stolz wie Oskar und hat eine Blindschleiche dabei. Eine lebendige Blindschleiche.

Das mag in den Augen einer Katze ein faszinierendes Geschenk sein, das er da nach Hause bringt. Vor allem unversehrt und lebend. Doch womit der Strolch wohl nicht gerechnet hat, dass sein Frauchen unter einer gravierenden Schlangenphobie leidet, auch wenn Blindschleichen keine Schlangen sind und zur Familie der Eidechsen zählt, und nur angewidert und hysterisch schrie. Ganz entgeistert hat er mich angeschaut und hat sich dann wohl gedacht: Gut, wenn Frauli mein Geschenk nicht will, dann behalte ich es eben selber! Doch da hat Strolchi die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn da war hatte ich schon alle Blumenstäbe, die den Pflanzen helfen sollten, gerade hochzuwachsen, in der Hand (natürlich nur die aller längsten) und ich befand mich schreiend in einem Schlangenkampf.

Natürlich gelang es mir nicht, das Vieh mit zwei Stäben zu packen und aus der Wohnung hinauszubefördern. Keinesfalls, so wie ich schrie und am ganzen Leibe zitterte.

Strolchi empfand das als amüsantes Spiel und er versuchte die Blindschleiche wieder an sich zu nehmen. Im Maul und mit den Pfoten.

Letztendlich gelang es mir, Strolchi von dem gefährlichen Tier zu trennen, hab die Badtür zugeschmissen, bin zur Nachbarin über den Hof gerast, die einen Friseursalon betreibt und von der ich Strolchi habe. Diese föhnte gerade eine Kundin, als ich blass, zitternd, stotternd und aufgeregt versuchte zu berichten, dass in unsrem Bad eine Blindschleiche ihr Unwesen treibt, die Strolchi nach Hause gebracht hat.

Sie grinsten und Simone wurde gestattet, die Verschönerung der Kundin für einen Moment zu unterbrechen und mir das Leben doch zu retten. So kam sie mit, nahm sie in die Hand und setzte sie in den Komposthaufen am Nachbarsgrundstück ab.

Ich muss gestehen, bis zum Abend hatte ich ein etwas gespaltenes Verhältnis zu unserem geliebten kleinen Kater, wenn er so eklige Sachen in den Mund nimmt und in die Pfoten. Er für seinen Teil war an diesem Tag ganz froh, dass ich keinerlei Versuche machte, ihn in den Arm zu nehmen und zu knuddeln.

Liebhaben und Knuddeln … das ist auch ein extra erwähnenswertes Thema. Denn es ist schon blöd, wenn man eine Katze ist und ein so knuddelig weiches Kuschelfell hat. Da ist man schon andauernd sehr geneigt, dass man das Tierchen knuddeln muss. Das ist etwas, das gefällt dem Strolchi gar nicht. Dabei bringt man ja seine Frisur komplett durcheinander.

Ich denke, in Worten beschreiben muss man dieses Thema nicht. Hier sprechen folgende Bilder sehr viel mehr, als alle Worte.

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Mein Leben mit Strolchi - Bild 47

Mein Leben mit Strolchi - Bild 48

Und? Hab ich zu viel versprochen? Für mich, wie für viele andere sprechen die Bilder folgende ganz klare Worte:

 

  1. Mist! Mat sie mich erwischt.
  2. Ich will nicht liebgeabt werden!
  3. Mpf!

 

 

Die Bedeutung zu „Mpf“ in diesem Fall: Mist! Ich komm nicht weg! Passt mir gerade gar nicht. Ergebe ich mich halt einen Moment meinem Schicksal …

Ich glaube sogar, zu diesem dritten Bild wurde der Ausdruck „Mpf“ in Strolchis Tagebüchern eingeführt, wenn ihm etwas nicht passt und er es grad nicht ändern kann.

Immer wieder bin ich überrascht, was dieser Kerl für viele unzählige fantastische Gesichtsausdrücke hat. Und dabei frage ich mich, wie es nur sein kann, dass ganz viele Forscher-Teams auf der ganzen Welt, darüber forschen, ob Tiere Gefühle haben, Gerechtigkeit verspüren, Mitleid empfinden, Sozialverhalten haben, Mimik, Sprache …

Tiere waren schon immer etwas ganz Besonderes für mich. Also unter der Voraussetzung, dass sie Ganzkörperbehaarung haben und keine unbehaarten Körperteile, wie beispielsweise Ratten. Spinnen mit Ganzkörperbehaarung möchte ich hier jedoch auch ausschließen.

Aber seitdem wir Strolchi haben und seine Tagebücher entstehen, er gerade unter der Fotokamera unter ganz besonderer Beobachtung steht, ist es mir vollkommen klar: So ein Tier ist auch nur ein Mensch. Wahrscheinlich der bessere.

Strolchi und ich sind uns absolut einig, alle Forscher dieser Welt sollten Strolchis Tagebücher lesen. Da könnten sie sich recht viel Arbeit sparen. Ich denke, man sieht auf seinen Bildern, die seine Tagebücher zieren jede seiner Gefühlsregungen, die Spannung in seinen Augen, Verwunderung, Überraschungen und vor allem eine unglaubliche Lebensfreude und Abenteuerlust.

Dazu plappert er allerdings auch den gesamten Tag Miaus in allen Tonlagen mit Betonung, mit mehr oder weniger Eindringlichkeit. Er teilt nicht nur mit, wenn er jetzt bitte rausgelassen werden will, oder wenn er wieder zu Hause ist und reingelassen werden möchte, weil er ja keinen Schlüssel hat, er berichtet auch ganz genau, was er bei seinem Ausflug, den er gerade machte, erlebte.

Schnee ist Strolchi natürlich auch in keiner Weise fremd, doch diesen Winter machte er ganz besondere Erlebnisse damit. So musste er entdecken, wenn man bei Schnee zu lange draußen rumstrolcht, sich Schneebälle im Pelz bilden. Jedenfalls, wenn man langes Fell hat.

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Und dass man dann vielleicht nicht unbedingt draußen bleiben sollt, wenn Frauli für ein Stündchen weg muss. Als ich dann vom Einkaufen zurück kam, kam er mir sehr empört und vorwurfsvoll gleich über die Katzenleiter entgegen.

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Wenn es nach Strolchi gehen würde, würde ich sowieso den ganzen Tag an der Balkontür stehen, um ihn rein und rauszulassen, ganz wie es ihm beliebt und ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen noch bevor er selbst seinen Wunsch auch nur erahnt. Einen eignen Hofstaat würde er ebenfalls für angebracht erachten.

Nun, natürlich ist Strolchi nach dem Schneeausflug gleich zum Auftauen mit reingekommen. In der ganzen Wohnung waren dann diverse Pfützen. Nämlich überall da, wo er sich zum Auftauen niedergelassen hat.

Natürlich half ich ihm dabei auch mit einem Handtuch, doch das hat ihm nicht so sehr gefallen, denn das Entfernen der Schneebälle im Pelz, das ziept und ist ihm mindestens so unangenehm, wie das Rausmachen von Kletten, die er im Sommer stets nach Hause bringt und ich ihm dann unter eindringlichem Protest seinen Pelz sogfältig verlese und sich neben dem Protestkater und mir langsam ein Berg mit Kletten türmt.

Natürlich wäre die einfachere und schnellere Alternative zu dem Verlesen seines Pelzes auch einfach die Schere. Manchmal kommt er nicht um sie herum, wenn sich sein Pelz verfilzt, wenn ich eine Klette übersah. Doch er würde wohl recht wild aussehen, wenn ich ihm der Einfachheit halber alles aus dem Pelz herausschneien würde. Dann wär wohl seine Karriere als Fotomodell in seinen Tagebüchern schlagartig vorbei.

Fensterputzen findet Strolchi auch sehr interessant. Da ist er meistens mit dabei.

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Eigentlich weiß ich nicht, wo Strolchi nicht stets mit dabei ist. Er ist eben sehr vielseitig interessiert. Er lässt auch keinen Handgriff, den man macht, unkommentiert. Ich wusste gar nicht, wie lustig Fenster putzen sein kann. Natürlich dauert das Fensterputzen mit Strolchi immer sehr viel länger, weil ganz nebenbei noch Strolchi-Fotoshooting ist. Da hat man mal ruck zuck in einem Zimmer 113 Fotos von ihm geschossen, weil er doch arg so drollig guckt. Und wer sah je schon eine Katze, die mit Fenster putzt? Ich für meinen Teil jedenfalls noch nicht. Der Vorteil dabei ist, bis man dann endlich fertig ist, sind die Vorhänge inclusive Vorwaschgang dann auch fertig gewaschen, gebügelt und aufgehängt. So dauert halt mit Strolchi dann schon mal die Arbeit von einer Stunde einen ganzen Tag. Und wenn man die Bilder sichtet, muss man sich natürlich unbedingt noch sofort an sein nächstes Tagebuch machen, weil es einfach nur zu drollig ist.

So kommt es dann, dass man dann einen Tagebuchschreibenden Kater hat, der auch plötzlich eigne Flyer hat, um seine Tagebücher vielseitig zu bewerben, zu mal er eh die Bestsellerliste in der Rubrik Kinder und Katzen mit seinen Büchern überschwemmt.

Natürlich muss Strolchi auch Erfahrungen mit dem Finanzamt machen, denn er muss für seine Einnahmen als Autor natürlich auch seine Steuer zahlen. Bislang weiß ich nur von Hunden, die Steuern zahlen müssen und das, obwohl sie keine Tagebücher schreiben, so ist unser Kater wohl der einzige Kater dieser Welt, der Steuern zahlen muss, was er natürlich in seinen Tagebüchern intensiv kommentiert, denn Steuerpudding mag er nicht bezahlen. Er hält nämlich die Finanzbeamten alle für zu dick.

Ja, unser Strolchi hat auch seine eigne Sprache. Und laufend erfindet er auch neue Wörter.

 

Achtfrühstück:

So was, wie ein Zweitfrühstück, nur das zum achten Mal.

 

Blüml:

Blume

 

Dreck wegschlafen:

Er schläft und ich darf seinen Dreck weg putzen.

 

Glühwürmchen-Ersatz:

Leuchtbirnchen-Girlande

 

Mpf:

Ich kapituliere!

 

Nikolausgrün:

Alles, was grün ist, weil ihm der Nikolaus einen grünen Ball gebracht hat.

 

Puddinggelb:

Alles, was gelb ist, weil Pudding auch gelb ist.

 

Steuerpudding:

Steuern

 

Strolchen:

Spazierengehen und Unsinn aushecken.

 

Verblümln:

verkrümeln

 

Es gibt eine Riesenauswahl an Strolchi-Wörtern, doch mehr fallen mir tatsächlich grad nicht ein. Ich denke, ich muss doch noch ein Strolchi-Wörterbuch schreiben, denn wer soll unsren Kater denn verstehen? Obwohl, bisher scheint es jedem zu gelingen.

Seit wir unsren Strolchi haben, der auch fleißig Bücher schreibt, haben wir auch Streitereien in der Nachbarschaft, so dass man nicht mehr mit uns redet, denn es gibt Leut, die hätten unsren Strolch auch gerne gehabt. Und ob man es glaubt oder auch nicht, da wurden wir bereits gefragt, ob der Strolchi jetzt das Haus kauft und man um seine Wohnung fürchten muss.

Es kommt nicht oft vor, dass ich selten dämlich aus der Wäsche schau. Doch das war eine Situation, da schaute ich selten dämlich aus der Wäsche. Denn ich weiß, wie Strolchis Tagebücher entstehen. Ich weiß, dass ich eine Leidenschaft für´s Schreiben habe und dass ich leidenschaftlich gern fotografiere. Ich weiß auch, was für eine unglaubliche Arbeit dahintersteckt, nur einen einzigen Band veröffentlicht zu haben, den ich nur nicht als Arbeit empfinde, weil ich unendlich viel Freude dabei habe.

Ja, unser Strolchi schreibt seine Tagebücher schon selbst und seine Mimik allein schon erzählt seine Geschichten. Ich springe lediglich als Dolmetscherin zwischen Strolchi und der Menschheit ein, denn sonst würd kein Buch draus werden. Nicht mal eines.

Ist es der Neid, dass Strolchi sich in der Rubrik „Katzen für Kinder“ teilweise sogar auf Platz 1 der Bestsellerliste befindet und manch Menschen meinen, dass man damit automatisch zum Millionär abgestempelt ist, was sie selber gerne wären?

Also ich weiß, dass sich unser Kater mit seinen Tagebüchern durchaus selber finanziert. Darin inbegriffen seine unendlichen Puddingvorräte, wohin auch immer diese hin verschwinden, seine Spielsachen, seine Autorenexemplare wie auch die Kostümchen und Schlafanzügerl …

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… die er hat, weil dadurch manchmal einfach ein zuckersüßer neuer Band entstehen kann und ja, ich geb es zu, unsere Hündin Assira kann Strolchi zwischenzeitlich durchaus miternähren und ein Geschenk für Herrli und mich war auch schon einmal drin, wie auch eine Erweiterung der Fotoausrüstung und selbstverständlich auch die kompletten Tierarztkosten. Aber doch steuere ich Strolchi immer wieder etwas dazu, um seinen Puddingvorrat aufrecht zu erhalten. Denn als selbstständiger freischaffender Kater gibt es natürlich auch immer wieder einmal Engpässe.

Ich gebe zu, wenn Strolchi im lauf der Zeit erfolgreicher wird, benötigt er ein eignes Zimmer, wo all seine Fangeschenke untergebracht werden können, mit denen er sehr gerne spielt und dann benötigt er wohl auch ein großes Zimmer, in dem er seine

Pudding-Vorräte verstauen kann. Doch würden wir wohl niemanden um seine Wohnung bringen. Allerdings … sehr reizvoll wär es manchmal schon bei solch sinnigen Kommentaren.

Doch wir sind sehr zufrieden, wenn alles so bleibt, wie es jetzt ist. Der Kater und der Hund sind durch Strolchis Tagebücher gut versorgt und ich hab ja so ganz nebenbei auch noch ein kleinwenig anderes zu tun, das die unsre Lebenshaltungskosten deckt und ich uns den ein oder andren Euro auf die Seite legen kann und Strolchis Herrli hat auch noch einen Job, mit dem er auch einen Teil des Lebensunterhaltes mit uns bestreitet. Besser könnt es uns nicht gehen. Gut. Besser geht immer. Schlechter aber auch. Also kann alles gern so bleiben, wie es ist. Auf jeden Fall bringt Strolchi eine ganze Menge Freude in unser Leben, wie Assira auch. Keinen der beiden möchten wir missen, ob sie ihren eignen Lebensunterhalt bestreiten, oder nicht. Und Assira hilft bei Strolchis Tagebüchern ja auch immer wieder mit.

Wir lieben unsre Vierbeiner von ganzem Herzen und mit Strolchis Tagebüchern hab ich sehr viel an Freude gewonnen, die ich nicht mehr missen möchte. Und inzwischen weiß ich auch, dass Strolchi und ich gemeinsam mit seinen Tagebüchern doch etwas ganz Besonderes geschaffen haben.

Ich könnte noch Unmengen über unsren kleinen Strolch berichten und tausende an Bildern zeigen. Doch wem dies hier gefallen hat, der liest besser Strolchis Tagebücher. Da erzählt er seine Geschichte selbst.

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