Strolchis Tagebuch – Teil 1 – online lesen

Strolchis Tagebuch Teil 1
Strolchis Tagebuch
Teil 1
Beatrice Kobras

© Texte, Bilder und Cover: Beatrice Kobras

 

Bevor ich Euch von mir erzähle, möchte ich mich Euch kurz vorstellen. Meine Menschen haben mir gesagt, dass sich das gehört.

Also gut. Mein Name ist Strolchi. Ich bin Kater. Von der Rasse eine Maine Coon. Wenn ich groß bin, will ich Löwe werden. Ich fresse viel, damit ich ganz schnell wachse. Geboren bin ich am 10. März und zu Beginn meiner Erzählungen 10 Wochen und 2 Tage alt. In größeren Einheiten gerechnet sind das 2 ½ Monate.

Ich bin alles, was mein Frauchen nicht wollte: Kater, Rassekatze, langhaarig. Jetzt hat sie mich. Liebt mich aber trotzdem sehr.

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Als sie eines Tages zur Nachbarin in den Friseursalon kam, weil sie sich den Pelz am Kopf stutzen lassen wollte, hat man mich einfach von meinem Schlafplatz genommen und ihr auf den Schoß gesetzt. Da war ich grad 4 Wochen alt.

Meine Mama hat sich das natürlich nicht gefallen lassen und hat mich an meinem Nackenfell vehement von ihr gezerrt.

Geschwister hab ich keine. Mama hatte zu wenig Milch, da bin ich nur allein übriggeblieben und so wurde ich von Menschenhand mit der Flasche aufgezogen. Und mit Schinken. Ich bin der erste Wurf von Mama. Wurst teile ich schon brav mit den anderen. Aber bei Schinken werde ich zum Löwen.

Wenn ich nur die Kühlschranktüre höre, lauf ich gleich hin und schau, ob ich ein Stück Schinken erlegen kann.

Mama hat mein Frauchen letztendlich doch noch akzeptiert. Ich hatte ja sonst keine Freunde, die in meinem Alter sind. Und ihr wurde ich irgendwann zu anstrengend.

Nachdem ich mein Frauchen kennengelernt habe, hat sie mich oft besucht. Wir haben immer ganz lang zusammen gespielt.

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Ich hab auch den neuen Wurf bewacht.

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Mit sehr viel Ausdauer.

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Und ich liebe diese Pappschachtel!

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Sind aber noch ziemlich langweilig, meine neuen Freunde. Aber ich spiel mit ihnen immer Vater, Mutter Kind. Ich bin die Mutter.

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Leckerchen lieb ich aber auch! Muss viel essen, wenn ich Löwe werden will.

Seh ich schon ein wenig, wie ein Löwe aus?

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Ich bin Strolchi, der Löwe, der zukünftige König der Katzen! Herrscher Strolchi! Brüll!

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Ich war auch mal zu Besuch in meinem zukünftigen Zuhause. Da hab ich meinen neuen Hund auch kennengelernt und mit ihm Ball gespielt.

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Assira, so heißt mein Hund, ist sehr nett und eine gute Ballspielerin.

Und Wapperl, Kissen und Decken gibt es hier auch.

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Hat aber noch bis zum Umzug gedauert. Hab es schon ganz vergessen. Bis eines Tages meine Geschichte dann beginnt …..

Sonntag, 22.05.

(Alter: 73 Tage oder 10 Wochen und 2 Tage)

Es ist Sonntag und meine Menschen haben frei.  Kein Pelz, der von menschlichen Köpfen fiel, mit denen ich spielen konnte und niemand im Salon, an dem ich hochklettern kann. Selbst Django, der Hund, machte mit dem Bewachen des Hauses Pause. Ich ärgerte Mama, verjagte Papa aus dem Haus, beobachtete die Meerschweinchen, bewachte den neuen Wurf der andren Katze, spielte mit der Schildkröte. Dann hat es an der Tür geläutet und ich bin sofort mit hingelaufen, um zu sehen, wer da kommt. Und ich konnte es nicht glauben, hat mich mein neues Frauchen auf den Arm genommen und ist mit mir einfach aus dem Haus gegangen und hat mich verschleppt. Ich hab mir den Weg nach Haus ganz genau gemerkt. Es ist genau das Nachbarshaus.

Als erstes hab ich meinen neuen Hund Assira kennengelernt. Sie kam gleich die Treppe runter und hat mich beschnüffelt. Ich hab sie sicherheitshalber dreimal angefaucht, hab es aber dann gelassen.

Dann wurde ich meinem neuen Herrchen vorgestellt. Er mag keine Katzen. Mich schon.

Durfte gleich auf ihm ein Nickerchen nach der langen Reise machen.

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Hab mich aber schnell erholt und hab gleich mein neues Zuhause erkundet. Denk, hier kann man es aushalten. Bin hier Hauptkatze und muss nicht dauernd mit andren Katzen um mein Futter kämpfen. Es kann nämlich ganz schön müßig sein, sich dauernd zu behaupten, nur um satt zu werden. Von der Katzenmilch wollten sie mir nie was abgeben. Hier hab ich eine ganze Schüssel voll. Nur für mich allein. Und einen Napf Futter für mich allein. Den vom Hund hab ich auch schon in Beschlag genommen. Erst darf ich vom Hundefutter essen, wenn Frauchen mich nimmt und zu meinem Fressplatz trägt, darf dann der Hund. Wobei ich den großen Hundenapf durchaus auch verputzen könnt.

Da der Hund so was von verfressen ist, werde ich auf der Küchenarbeitsplatte in einem eignen Eck gefüttert. Sie hatten schon eine Katze. Die wurde 20,5 Jahre alt. Daher wissen sie das alles.

Frauchen funktioniert ganz gut. Ich sag „Miau“, wenn ich in der Küche steh, und sie kommt und hebt mich hoch. Wenn ich fertig gefressen hab, sag ich auch wieder „Miau“ und ich werde heruntergehoben. Ist nämlich ganz schön hoch.

Da trau ich mich noch nicht runterzuspringen.

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Ich hab alles inspiziert und bin Frauchen auf Schritt und Tritt gefolgt. Sie hat ein Büro und einen Computer, aber da darf ich nicht drauf rumlaufen. Vielleicht, wenn ich groß bin. So krabbel ich ihr eben auf den Schoß und schau zu. Oder ich schlafe auf einem aufgeschlagenen Ordner oder im Ablagekörbchen oder einer Lager-Box.

Hab sehr viel Spielzeug von meiner Vorgängerkatze geerbt. Und zwei Körbchen und zwei Kratzbäume. Natürlich auch die Fressnäpfe und ganz viel Futter. Ich bin ganz schön reich.

Das Hundespielzeug ist auch nicht schlecht. Ich darf sogar in Assiras Kauknochen beißen.

Unter der Tischdecke liegt es sich auch sehr gut.

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Oder auch nur auf dem Stuhl.

Montag, 23.05.

(Alter: 74 Tage)

Heut hat man mich schon wieder verschleppt. In einen Kasten rein gesperrt mit Gittern vorne dran. Ein Katzengefängnis und ich musste erstmals Autofahren. Hab mich aber mit Frauchen anregend unterhalten. Verstanden habe ich kein Wort von dem, was sie gesagt hat. Sie wohl auch nicht von meinen. Na ja. Gelandet bin ich beim Tierarzt. Roch spannend. Ein netter Mann, der mich freundlich angestrahlt hat und sich gefreut, weil ich noch keine Angst vor ihm habe. Löwen haben keine Angst. Nie. Wird er schon sehen.

Sie haben mir eine gelbe Paste in mein Maul gespritzt. Hat nicht schlecht geschmeckt. Krieg ich auch die nächsten beiden Tage. Irgendwas mit Würmern haben sie gesagt. Wurmkur oder so. Die Würmer schmecken mir. Nehm ich gerne auf im Speiseplan.

Nächste Woche darf ich wieder zum Tierarzt. Bin schon sehr gespannt, wie Impfung schmeckt. Hab ich noch nicht im Garten gefunden.

Ich bin eben ein Gourmet. Jetzt, wo ich Alleinherrscher einer großen Wohnung bin.

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Jetz wart ich, dass Herrli nach Hause kommt. Er ist für die Staberl zuständig. Er ist heut früh einfach gegangen. Bin zwar bis zur Türe mitgegangen, ich konnte ihn aber nicht aufhalten. Er ist ganz schön lange weg. Es wär langsam Staberlzeit.

Als er kam, hab ich mit dem Hund noch Leberwurst probiert, schmeckt auch. Nur der Löffel, auf dem wir sie kriegen ist ziemlich hart und lästig. Durft ihn auch nicht mitessen.

Hab dann Herrchen bei seinem Abendessen noch als Kletterbaum missbraucht, was ihm nicht so gut gefallen hat und hab mir von Frauchen ein paar kalte Duschen mit der Wasserspritze eingefangen, weil ich den Vorhang raufklettern wollte und als angehende Handwerkerkatze eine Leiste im Wohnzimmer abmontiert habe. Als Alternative habe ich noch hunderte von imaginären Mäusen erlegt, fünf reale Spielzeugmäuse, den Hundeknochen und diverses Hundespielzeug für mich in Beschlag genommen und das Hundekörbchen für mich erobert und einige Blätter diverser Zimmerpflanzen erlegt.

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Ich halt mein Spielzeug fest. Nicht, dass es mir noch einer nimmt.

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Jetzt hab ich meine Familie wieder zwei Stunden lang auf Trab gehalten. Das ist ganz schön anstrengend. Ich glaub, ich werde jetzt mal eine kleine Runde schlafen. Mir fallen schon die Äugelein zu. Mal sehen, wen ich mir von den zweien aussuche zum Schlafen, wenn ich überhaupt noch hochgekrabbelt komm. Aber wenn ich drollig guck, kommt bestimmt von einer Seite der Katzenaufzug angefahren und ich werde hochgehoben.

Gääääääääääääääääääääääääähn …….

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Dienstag, 24.05.

(Alter: 75 Tage)

Gestern Abend hab ich mich noch ganz fest mit Spielen wach gehalten und bin ihnen dann hinterher gelaufen, als sie vom ins Bett gehen sprachen. Da hab ich mich versteckt und Herrchen dachte, wir hätten ein Gespenst. War aber nur ich. Als er eingeschlafen ist, hat er ganz laut geschnurrt. Klingt komisch, wenn Menschen schnurren. Ich hab mich dann ganz fest an ihn hin gekuschelt und hab mitgeschnurrt. Hab versucht, ihn zu übertönen.

Später bin ich dann zu Frauchen umgezogen. Als sie aufgewacht ist, hab ich erst mal ihr Gesicht geputzt. Schon komisch, so ein pelzloses Gesicht. Hab aber trotzdem eifrig weiter gemacht. Über dem Auge hat sie etwas Fell. Sie mag aber nicht, wenn ich ihr da hineinbeiße.

Später hab ich dann eifrig mitgeholfen in dem Raum, den sie Büro nennt.

Ich hab in der Kiste mit den wattierten Kuverts für den Versand probegelegen und sie sehr bewacht und als Frauchen Sachen verschickte, bin ich gleich durch unser Stempelkissen hindurch gelatscht und hab dem Büro meine Stempel aufgedrückt.

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Die Spüle in der Küche finde ich auch sehr spannend. Da kann man seine Füße kühlen und danach fast wie mit dem Stempelkissen überall Fußabdrücke drauf machen.

Frauchen gefällt das leider nicht sehr gut. Bei meinem letzten Versuch hat sie einfach den Wasserhahn aufgedreht. Pfui Teufel, war das nass!

 

Mein Resümee für heute:

Schaffe es allein zum Fressnapf und auch wieder herunter.

1.000    erlegte imaginäre Mäuse

1.000 x jede einzelne Spielzeugmaus erlegt

8 x          Eroberung des Hundeknochens

5 x          in der Abstellkammer eingesperrt worden

17 x       über den Computer in offenem Zustand gelatscht und 38 Seiten voll mit 8´ern in kleiner Schrift geschrieben

1 x          durch´s Stempelkissen gelatscht

25 x       Hundekörbchen für mich erobert

½ m       mit dem Hundekörbchen durch die Wohnung gerutscht

3 x          mit der Wasserspritze beim Blödsinn machen erwischt worden

1.000 x Frauchen geputzt

6 Stunden Mittagsschlaf gehalten

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Morgen geht´s weiter ……

Morgen schaff ich mehr …..

Mittwoch, 25.05.

(Alter: 76 Tage)

Wollte in der Nacht Herrchens Kopfkissen für mich erobern. Er hat es aber nicht herausgerückt. Hab mich dann ganz fest an seinen Kopf gekuschelt und am Morgen Frauchens Kopfkissen versucht zu erobern. Das wollte sie aber auch nicht herausrücken, dann hab ich mich begnügt, ihr die morgendliche Katzenwäsche zu verpassen und hab darauf verzichtet, sie in den Pelz über dem Auge zu beißen. Dafür aber in das Ohr. Ihr langes Kopf-Fell ist sehr unpraktisch. Da muss ich ganz schön aufpassen, dass mir das nicht in den Hals gelangt. Es ist richtig anstrengend, seine Menschen sauber zu halten.

Dann hab ich heut die letzte Wurmkur bekommen. Find es gar nicht mehr so toll, eine Spritze ins Maul gesteckt zu bekommen und darin überschwemmt zu werden. Frauchen hat acht Anläufe gebraucht, bis sie die Pampe in mir drin hatte.

Und mein Klo muss sie ausgerechnet dann saubermachen, wenn ich dringend muss. Hab mich schon demonstrativ unter den Deckel gesetzt. Aber sie hat in aller Seelenruhe mein Ergebnis der letzten 24 Stunden raus gemacht. Ich dachte schon, ich kann es nicht mehr halten, bis es endlich wieder an seinem Platz stand. Je mehr sie darin wühlte, umso mehr musste ich zusammenzwicken. Ich muss sie noch sehr gut erziehen.

Frauchen lässt sich nicht erziehen, sie versucht mich zu erziehen. Packt sie mich doch glatt im Nacken und schleppt mich von meinen Eroberungen, wie dem Vorhang und der Bodenleiste weg, die ich immer so erfolgreich abmontiere. Sie ist sehr hartnäckig und wachsam. Ich muss mich künftig leiser verhalten.

Dann hat sie mich einfach allein gelassen. Hat gesagt, sie muss einkaufen, was immer das bedeutet. Jedenfalls kam sie mit 4 Packungen Katzenmilch wieder, 2 Kartons Katzen-Nassfutter, 2 Packungen Trockenfutter und 2 Paketen Katzenstreu. Sie sagte, Milch und Futter verschwindet bei uns auf wundersame Weise. Wehe, es klaut einer mein Katzenfutter!

Und sie hat noch gesagt, sie hat noch nie einen so großen Verschleiß an Katzenstreu gehabt.

Na, was reingeht, muss ja schließlich wieder raus!

Mittags hat sie was Raschelndes am Esstisch gemacht. Hat nicht lang gedauert, da war ich drauf. Auch ein zweites und ein drittes Mal. Aber sie hat nicht nachgelassen. Gut, war ich eben wieder brav und hab ihre Füße gefangen.

Am Abend hatten wir einen ganz schön großen Kampf. Sie hat für sich und Herrli Abendbrot gemacht und ich durfte nicht daneben sitzen. Dabei hat alles so verführerisch gerochen und auf dem Käse war ein guter Platz. Dauernd hat sie mich von der Arbeitsplatte in der Küche runtergenommen und auf den Boden gesetzt. Sie war da ganz schön hartnäckig.

Aber, die Verkäuferin beim Metzger hat ihr Schinken für mich geschenkt, hat sie erzählt. Sie bat um eine Scheibe Schinken, die Metzgereiverkäuferin fragte, für was, sie sagte: „Für den Kater“, dann hat sie ihr ein dickes Randstück eingepackt.

Blöd ist nur, dass ich mit dem Hund teilen muss. Das geht ganz so nach dem Motto: Schwesterlich beschissen, brüderlich geteilt. Der Hund kriegt mehr als ich. Das ist gemein! Und nur, weil diese Hündin ein viel größeres Maul hat, als ich und 30 Kilo schwerer ist als ich. Das ist ungerecht! Wartet mal ab, bis ich ein großer Löwe bin!

Dann haben meine Menschen Brotzeit gemacht. Am Wohnzimmertisch. Eine für mich akzeptable Höhe. Aber was hat Frauchen gemacht, als ich mit den Pfoten oben war und über den Tischrand guckte? Sie hat mich dauernd runtergenommen, so dass ich gar nichts mehr da oben gesehen hab. Das war so was von gemein!

Aber selbst die Dümmsten haben einmal Glück. Als ich nämlich gerade wieder hochguckte, als sie eine Gabel Fleischsalat in der Hand hatte und sie mich runternahm, ist der Fleischsalat von der Gabel direkt ohne Umwege auf mich gefallen. Da war sie froh, denn sie hatte ihre Ruh und ich meinen Willen. Herrli hat gesagt, er sieht nur noch Fleischsalat, aber keine Katze mehr. Sie rief: „Guck mal, er frisst Gurke!“ Egal. Hauptsache Fleischsalat! Der schmeckt!

Herrli hat dann noch gesagt, er fragt mal in der Kantine, da haben sie ganze Kübel Fleischsalat. 20 Kilo. Und er hat versprochen, dass ich dann jedes Mal vor dem Essen hineingetunkt werde. Da freu ich mich schon drauf. Dann tu ich ihm auch einen Gefallen und bin heut Abend mal ein wenig ruhiger, damit er sich nach der Arbeit ausruhen kann.

 

Heutiges Resümee:

1 Blüte einer Topfpflanze erfolgreich erlegt.

3 x die Leiste am Boden abmontiert.

1 Mio. imaginäre Mäuse gefangen.

2 Mio. Spielzeugmäuse gefangen.

1 x Fleischsalatdusche gekriegt.

Frauchen erfolgreich vom Fotografieren abgehalten.

Donnerstag, 26.05.

(Alter: 77 Tage)

Gestern hat Frauchen zu Herrchen gesagt, sie versteht gar nicht, dass unentwegt die Küche so schmutzig ist. Ich muss ganz schöne Schweißfüße haben. Alles andauernd total vertapst und dauernd muss sie drüber putzen. Da hat Herrli gelacht und ihr gesagt: „Das ist klar. Der steht auch beim Fressen mitten im Napf.“ Dann war es ihr auch klar. Egal. Ich mag das. Eins mit meinem Futter sein.

Apropos Futter. Meine Menschen haben heut auch Mittaggegessen. Den Tisch hab ich drei Mal erklommen. Drei Mal hat mein Frauchen mich wieder heruntergenommen. Dabei hat es so gut gerochen. Beim letzten Mal ist ihr Weinglas umgefallen und hat den Tisch komplett überschwemmt. Das war mir dann doch ein wenig peinlich. Frauchen hat in einer Weinpfütze gespeist. Ich hab es dann doch gelassen.

Frauchen hat es ganz locker genommen, zusammen mit dem Geschirr auch gleich die Tischdecke abgenommen und in die Wäsche getan. Herrli schien deswegen ziemlich angefressen und hat sich gewundert, wie locker Frauli das nahm.

Sie hat ihn dann gefragt, was sei. Er hat ihr gesagt, er mag eben keine Katzen. Außerdem hat er beschossen, er hat jetzt eine Katzenallergie. Frauli hat gesagt, er hat nur eine Allergie auf den Quatsch, den ich so mache. Er hat eingeräumt, das könnt gut sein. Ich habe beschlossen, ich werde ihn noch eines Besseren belehren.

Jedenfalls spiele ich jetzt mit ihnen, ohne meine Krallen auszufahren und wir haben dann alle zusammen einen ausgedehnten Mittagsschlaf gemacht. Ich hab sie ja auch lang genug auf Trab gehalten und mich hat es auch recht angestrengt.

Am späten Nachmittag nach dem Aufwachen habe ich dann entdeckt, wozu ein Kratzbaum gut ist. Ich habe zwei. Hab schon begonnen, sie zu zerlegen.

Irgendwo muss ich ja meine Krallen zum Einsatz bringen, wenn das meine Menschen an sich nicht mögen.

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Da kann man herrlich toben, spielen, kratzen, beißen, Spielsachen erlegen.

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Das macht so verdammt viel Spaß!

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Macht aber auch sehr müde. Ich schlafe jetzt vornehmlich auf und bei Herrchen, um auch ihn in meinem Bann zu nehmen.

Der Hund hat mir gesagt, er ist für die Staberl zuständig.

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Eigentlich habe ich gedacht, ich wäre auf den Namen Strolchi getauft. Aber inzwischen glaube ich, ich heiße. „Ja wer iss denn da?“.

Frauli ist nochmal arbeiten in ihr Büro gegangen. Der Hund hat auch gearbeitet. Da hab ich ihm geholfen.

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Frauchen hat aber heute auch im Wohnzimmer gearbeitet. Sie hat auch eine Maus. Genau, wie ich. Ich darf aber nicht mit ihrer Maus spielen. Das mag sie überhaupt nicht. Sie meint, ich könnte in ihrem Computer Unmengen Katzenfutter bestellen. Ich mein, ein großer Vorrat kann ja auch nicht schaden.

Ich weiß ja nicht, ob nicht mal schlechte Zeiten kommen.

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Also in Zusammenfassung, was ich heut alles geschafft hab:

Herrli von einer Katzenallergie geheilt.

Entdeckt, wozu ein Kratzbaum gut ist.

1,5 Packungen Katzenmilch getrunken.

2 Dosen Katzenfutter gefressen.

1 Schale Trockenfutter gefressen.

Mein Klo musste heute 3 x gesäubert werden.

Mit dem Hund gekuschelt.

Mit Herrchen gekuschelt. Frauchen zählt nicht, die hab ich schon in meinem Bann.

Freitag, 27.05.

(Alter: 78 Tage oder 11 Wochen)

Gleich als Erstes beim Aufwachen heute, habe ich eine ganze Stunde Schnurren geübt. Es scheint ganz gut geklappt zu haben, denn Frauchen sagte, ich klinge schon beinah, wie ein echter Löwe.

Werde also kräftig weiter üben.

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Und mit dem Hund kampfgekuschelt hab ich auch!

Sie lässt sich meine Liebesanfälle schon ganz artig gefallen. Ich durfte ihr sogar das Ohr von innen putzen und das Gesicht. Und weil ich gelernt hab, ohne Krallen zu spielen, darf ich ihr meine Tatzen auch mitten ins Gesicht tatschen.

Ich vertraue Assira, weil sie mir auch vertraut.

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Frauchen hat sich heute auch beschwert, dass ich noch gar nicht auf meinen Namen höre. Na Kunststück, wie heiße ich jetzt eigentlich? Sie nennt mich ja auch bei jedem Zusammentreffen anders. Und wir treffen oft zusammen. Ich folge ihr nämlich nach wie vor auf Schritt und Tritt.

Meine aktuellen Kosenamen:

  • kleiner Strolch
  • Strubbel
  • kleiner explodierter Handbesen
  • kleiner Kater
  • kleiner Springaffe
  • kleiner grauer Kater
  • kleiner König Kalliwirsch
  • kleiner Mann
  • kleiner Kater
  • Zwerg
  • kleines Gespenst
  • Clown
  • Geisterkatze
  • Wusel
  • Wuschel
  • Kasperl
  • Knuddel
  • kleiner Knirps
  • Spinginkerl
  • Räuber
  • Zwergnase

In der Vergabe neuer Kosenamen ist mein Frauchen unermüdlich!

Dann hab ich heut die Mama von meinem Frauchen kennengelernt. Na, Frauli kennt ja meine Mama auch, dann lern ich auch ihre kennen. Das war gut, denn sie hat dem Hund ganz lustige Kaustaberl-Knochen mitgebracht, wo ich natürlich sofort einen für mich geklaut hab. Aber mir hat sie auch Leckerchen mitgebracht. Sehr nett von ihr. Die schmecken gut. Nach Käse. Blöd nur, dass ich die Dose mit dem Schraubverschluss nicht selber aufmachen kann.

Sie hat auch eine Katze. Frauchen sagt, die ist sehr gebildet, hat ihre Mama gesagt. Sie streicht nämlich an Büchern vorbei und schnuppert dran und hört stundenlang zusammen mit ihr Wagner. Herrli hat gefragt, ob sie schon weiß, dass ich schon Violine spielen lerne und bereits komponiere. Ich weiß zwar nicht, was eine Violine ist, aber wenn er es sagt, dann werde ich es ja wohl können. Jedenfalls schmecken mir Frauchens Blöcke gut und Papier, auf dem sie schreibt.

Und ob auf Büchern liegen, auch als Bildung zählt?

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Oder sie fressen? Bestimmt! Hab ich eben Bildung im Bauch, wenn Bildung so wichtig ist!

Ich brauche Bildung! Bildung ist nämlich sehr gemütlich!

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Ich brauche mehr Bildung!

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Später war Frauchen nochmal weg. Sie hat mir dann später Herrchen mitgebracht UND Katzengras. Zwei Bälle hat sie auch noch mitgebracht, weil die, die ich schon besitze, nicht mehr aufzufinden sind.

Den Ball mit dem Glöckchen hat sich aber gleich Assira unter den Nagel gerissen.

Gut, nehm ich eben so lang den kleinen ohne Glöckchen, bis sie ihn wieder frei gibt. Ich darf ja auch mit ihrem Hundespielzeug spielen.

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Strolchis Tagebuch - Teil 1 / Bild 53

Samstag, 28.05.

(Alter: 79 Tage)

Als Herrchen heute aufgestanden ist und rauf ins Wohnzimmer gekommen ist, hat er sich richtig gefreut, denn ich hab ihm seine Socken gebracht, die er sich zum Anziehen hergerichtet hat. Allerdings wollte er sie nicht gleich anziehen, sondern sie wieder dahaben, wo sie mal gelegen haben.

Ich muss noch rausfinden, wo er sie anziehen will, damit ich sie ihm dorthin bringen kann. Aber das ist gar nicht so einfach, denn ich bin ja ständig damit beschäftigt, Frauchen zu verfolgen. Und da unsere Wohnung viele Treppen hat, ist das ein ständiges Rauf und Runter. Ganz schön anstrengend. Und ich muss sie dauernd mit lautem „Miau“ rufen, um zu fragen, wo sie ist.

Dann sagt sie es mir und ich kann nachkommen, wenn ich grad ein Nickerchen gehalten hab und den Wechsel der Etage verpasste.

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Neben dem Hund sehe ich genau, wie viel ich noch wachsen muss, bis ich Löwe bin.

Hab mich heute prompt erhöht und lang gemacht und war viel größer, als Assira.

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Frauchen hat mich wieder ganz schön auf Trab gehalten. Treppauf, treppab, Büro, Wohnzimmer, Küche, Wäschekammer. Da soll einer einmal hinterherkommen.Im Wäschekammerl hat sie etwas verweilt und ich habe gesehen, dass da Socken von Herrli aus der Waschmaschine kamen. Die Waschmaschine hab ich gleich genau von innen inspiziert. Sie hat mich aber wieder da herausgenommen. Die Socken rochen gar kein bisschen nach meinem Herrchen. Sie waren nass und komisch. Hoffentlich ändert er das wieder. Das darf er sich auf keinen Fall von ihr gefallen lassen. Ich mag es, wenn sie an seinen Füßen sind und nach ihm riechen.Irgendwann hab ich mich an Frauchens Rock gehangen und hab mich von ihr ziehen lassen. Ist einfacher, als ihr andauernd nachrennen zu müssen.Der Postbote war auch da und hat ihr Decken gebracht. Die liegen jetzt auf den Stühlen und die Kissen sind wieder runter, damit ich auf den Stühlen am Esstisch liegen kann. Da lieg ich nämlich gerne. Die Kissen sind nämlich dauernd runtergefallen und sie hat gesagt, sie will nicht, dass ich sie kaputt mache. Und ich muss mich ja irgendwo festhalten. Sie war auch mit Assira beim Metzger. Als sie wiederkamen, hab ich sofort gerochen, sie hat neuen Fleischsalat gebracht. Jetzt muss ich sie nur noch dazu bringen, dass sie ihn auch raus rückt. Herrli hat mich übrigens umgetauft. Wegen meinem Fleischsalatmalheur, das ich übrigens sehr angenehm fand, als sich das gute Zeug auf mich ergoss, nennt er mich jetzt Fleischsalat. Aber ist nicht schlimm. Fleischsalat ist ja was Feines.

 

Heutiges Resümee:

1 ganze Packung Katzenmilch getrunken.

Herrchen seine Socken gebracht.

An einem Buch geknabbert, damit ich Bildung in den Bauch krieg.

Frauchen bis zur Erschöpfung verfolgt.

Meine Spielmäuse gejagt, wie noch nie zuvor.

Herrchen nennt mich Fleischsalat.

Sonntag, 29.05.

(Alter: 80 Tage)

Also heut, da hab ich gar nicht so viel zu berichten, denn mein Frauchen ist schon ganz früh weg gefahren, da war ich noch gar nicht richtig wach. Sie hat gesagt, sie muss einen Bericht über Tänzer schreiben.

Ich hab gesagt, da braucht sie gar nicht weg zu sein, ich tanz ihr auch gern auf der Nase rum.

Das hat sie aber wohl nicht recht verstanden, denn sie ist trotzdem weggefahren. Und jetzt, jetzt steht von ihr ein langer Bericht in der Fachzeitung für Tänzer und im Internet. Und wer schreibt über mich?

Aber wenigstens hat sie Herrli losgeschickt, mir zwei Kinder zum Spielen holen. Das haben sie gemacht. Aber es ist ganz schön unglaublich – die haben mehr Ausdauer, wie ich. Ich war ganz schön fertig.

Aber gefüttert haben sie mich auch. Sie haben mir was mitgebracht. Futter für Junglöwen. O. K., für Katzen hat draufgestanden. Sie haben wohl noch nicht begriffen, dass ich Löwe werde. Aber sie werden es schon sehen! Katzenmilch haben sie mir auch gegeben. Frauchen hat extra Anweisung gegeben. Milch darf keinesfalls ausgehen! Sie hat gestern extra Herrli nochmal losgeschickt, dass er Nachschub kaufen geht. Sie meint nämlich, die verdunstet.

Die Kinder haben auch nach der Löwenfütterung noch ganz fest mit mir gespielt und nur mit Müh hab ich es noch geschafft, die Küche mit meinen in Katzenstreu getränkten Füßen noch für sie zu verzieren. Dann bin ich eingeschlafen, bis sie kam. Die Kinder waren weg. Jetzt rennt sie wieder ständig rauf und runter und hin und her. Ich schaff es kaum noch, mit ihr Schritt zu halten. Aber ich bleib eifrig dran. Irgendwann muss ja auch sie mal schlafen. Ich kann nicht mehr!

Aber Staberl haben wir auch noch gekriegt, der Hund und ich. Unfair ist das schon. Der Hund kriegt drei und ich nur eins. Aber ich muss das Staberl ja auch erst durch die Wohnung schleppen, fangen und erlegen.

 

Resümee des Tages:

Total erledigt!

Immer noch nicht satt!

Noch klein und noch kein Löwe!

Montag, 30.05.

(Alter: 81 Tage)

Also heute, das war schon ein Ding. Frauchen ist ja gestern total spät nach Haus gekommen und heut hat ihr Wecker richtig früh geklingelt. Und was hat sie dann gemacht? Sie hat mich abermals verschleppt.

Die Strecke, die wir im Auto fuhren, kannte ich ja schon von letzter Woche. Aber ich hab gefragt, ob ich wieder so leckere Würmer bekomme. Sie hat gesagt, ich krieg was, ich soll mich überraschen lassen. Ich hab aber nicht nachgelassen und die ganze Strecke weiter gefragt.

Dann ist sie mit mir in meinem Gefängnis in die Tierarztpraxis rein. Und was haben wir gemacht? Wir haben gewartet. Dann haben wir weiter gewartet und nochmal weiter gewartet. Zwischendurch hat sie mich mit Leckerchen gefüttert und ich hab versucht, durch die Gitterstäbe durch auf ihren Schoß zu klettern. Sie hat aber gesagt, ich soll warten. Dabei haben wir das ja schon die ganze Zeit gemacht, gewartet.

Eine andre Frau im Wartezimmer hat nach meinen Papieren gefragt. Frauchen hat gesagt, wir brauchen keine Papiere! Wir wollen uns nur liebhaben! Recht hat sie. Wobei ich ihr Papier, das auf dem Schreibtisch liegt, schon sehr spannend finde ….

Dann kam eine nette Frau und hat uns in ein Zimmer reingeholt. Da wurde ich endlich aus meinem Gefängnis befreit. Sie hat meine Ohren angeschaut und zufrieden genickt. Das war aber nicht der Mann mit den Würmern von letzter Woche. Frauli hat ihr noch gesagt, dass ich niese. Da hat sie ihr gesagt, dass ich ein wenig Katzenschnupfen habe. Frauchen meinte, sie hätte auf eine Katzenhaarallergie getippt, denn mit so viel Pelz in der Visage würde sie auch öfter mal niesen müssen. Dann haben sie von Impfung gesprochen. Nicht von Würmern. Frauchen hat gemeint, jetzt krieg ich was. Ich hab mich schon gefreut, aber ich hab ein Loch in den Pelz gestochen gekriegt. So eine Frechheit. Ich wollte was ins Maul haben. Will fressen! Und bevor ich mich versah, hat sie mir im Pelz in meiner anderen Pobacke noch ein Lock verpasst. Frauchen, die Verräterin, hat ihr auch noch geholfen. Da bin ich aber schnell wieder freiwillig in mein Gefängnis rein. Will ja nicht, wie Schweizer Käse aussehen. Den fresse ich zwar gern, aber so aussehen will ich dann doch nicht unbedingt.

Die anfangs nette Frau, die mir dann den Pelz gelocht hat, hat gesagt, in vier Wochen müssen wir unbedingt zum Nachimpfen gegen die Katzenseuche. Pah! Das werden wir schon sehen. Sie weiß nicht, wie viel Verstecke ich zu Haus schon kenne!

Und chippen will sie mich erst dann, damit ich nicht noch ´ne Nadel abbekomme. Chippen! Wer braucht das schon. Ich nicht, wenn es an ´ner Nadel hängt. Aber Frauli hat Angst, dass ich ihr abhandenkommen könnte. Wie das gehen soll, ist mir ein Rätsel. Ich häng doch eh dauernd an ihren Fersen. Wenn sie nicht auszieht, wird sie mich bestimmt nicht los. Wer soll mich denn sonst füttern?

Gegen Katzenschnupfen wurd ich nicht geimpft. Den habe ich ja schon. Meine Tierärztin hat gesagt, da bild ich selber Antikörper. Was immer das auch heißt. Hauptsache, nicht noch ´ne Spritze!

Hat Frauchen, die alte Petze, ihr auch gesagt, was ich am Tag alles so fresse. Ha, da hatt sie aber dumm geschaut. Konnt sie gar nicht glauben. Die Katzenmilch, die bräucht es nicht, hat sie noch gesagt. Aber zum Glück lässt Frauchen sich da nicht negativ beeinflussen. Zu Haus hab ich gleich ein Schälchen voll gekriegt.

Aber ich war so müde. Sie hatte Frauchen schon gesagt, sie solle nicht erschrecken, ich könnte ein paar Tage ziemlich müde sein. Frauli hat gemeint, da wär sie nicht böse drum, ein bisserl Ruhe tät ihr gut. Will aber spielen! Fressen! Katzenmilch saufen! Nicht gähnen! Hab dann doch das ein oder andere Nickerchen außerhalb der Reihe gehalten. Und Frauchen hat ein Nickerchen außer der Reihe mitgemacht.

Trotz Müdigkeit, die angeblich von der Impfung kommt, hab ich in den Schlafpausen doch sehr viel gefressen! Was muss, das muss schließlich. Und ich hab zwei tolle neue Spiele ausprobiert. Frauchen hat nämlich ein eignes Klo. Geht nicht auf meines. Und das hat einen Deckel. Da kriech ich jetzt dahinter rum, wenn sie darauf sitzt. Ich verstehe nur nicht, dass sie kein Katzenstreu benutzt. Ein ganz schönes Ferkel, so ein Mensch.

Am Abend hab ich mich an ihre Socken dran gehängt und mich von ihr durch die Wohnung ziehen lassen. Herrli hat ganz schön gelacht, als er das gesehen hat.

 

Resümee von heute:

Impfen geh ich nicht mehr!

Dienstag, 31.05.

(Alter: 82 Tage)

Heut früh hat Frauchen sich gewundert, dass sie neuerdings mit Kopfschmerzen aufwacht. Doch das Rätsel hat Herrchen in einem WhatsApp Bild mit einem Gutenmorgengruß gelöst. Hat er beim Aufstehen doch einfach ein Bild gemacht, wie ich auf dem Kopf meines schlafenden Frauchens throne.

Hab dann Frauchen arbeiten lassen und mit Assira im Büro gekuschelt und geschnurrt, wie ein Weltmeister. Assira muss aber noch ganz fest Schnurren üben. Das klingt komisch bei ihr. Frauchen sagte, das ist ja ein Knurrschnurr. Knurren kann sie aber wohl auch nicht, weil sie ein freundlicher Hund ist, sagt Frauchen. Na, da werde ich ihr noch ganz fest Nachhilfe im Schnurren geben. Und vielleicht können wir ja auch zusammen Knurren üben. Ich will ja später, wenn ich Löwe bin, auch ernst genommen werden.

Assira ist dann beim Üben eingeschlafen. Sie hat im Schlaf immer noch schnurrknurrt. Ich hab trotz Ruhestörung ein Nickerchen mit ihr gehalten. Bin ja noch müd vom Impfen.

Heut hab ich ganz schön Ärger bekommen. Frauchen war barfuß unterwegs und ich wollte mich an ihre Füße hängen und mich durch die Wohnung ziehen lassen. Irgendwann hat es ihr gereicht und sie hat mir mein Nackenfell ganz langgezogen. Noch ´ne Weile später hab ich die erste Flugstunde gekriegt. Hab mich dann halt, wenn auch widerwillig, doch über meinen Kratzbaum und mein Spielzeug hergemacht.

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Dann hat es geklingelt und es wurd etwas gebracht. Frauchen hat die Kiste aufgemacht und hat mir den Inhalt dann gebracht. Ein Geschenk von Herrchen.

Einen Verstecksack hab ich gekriegt. Ganz geheuer ist er mir aber noch nicht. Aber sie hat mir dann ein Kissen reingelegt.

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Dann hat sie sich aber ein ganz schönes Ding geleistet. Sie hat einfach die Wohnung sauber gemacht. Sie hat gemeint, es wär aber langsam dringend an der Zeit. Ich hab sie viel zu lang schon davon abgehalten. Meine mühsam verstreuten Katzenstreukrümel hat sie einfach weg gemacht. Alle erlegten Blätter von den Zimmerpflanzen. Jedes Haar vom Hund und mir. Das ist eine ganz schöne Frechheit.

Sie hat ja so einen Zeitgenossen, der ihr jeden Morgen hilft. Den nennt sie Pumuckl. Und jeden Morgen fährt er los und macht recht viel Dreck weg.

Sie hat gemeint, es sähe aus, wie bei Hempels unterm Sofa. Bei diesen Hempels wär ich gern mal unterm Sofa zu Besuch. Mir hat es so nämlich ganz gut gefallen.

Schließlich bin ich der König aller Katzen!

  1. K., der Herr der Katzen der Dießener Straße.
  2. K., der Herr der Katzen, der Dießener Straße 9 a.

Oooooo. K., der Herr der Katzen der Dießener Straße 9 a in der Wohnung oben.

  1. K., kein Herr der Katzen, da bin ja nur ich

Hab mich dann am Abend dazu entschlossen Schmusekater zu sein, statt Löwe. Mit meinen Menschen und mit meinem Hund.

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Mittwoch, 01.06.

(Alter: 83 Tage)

Also heut hab ich Frauli ganz eifrig verfolgt. Jedes Mal, wenn ich ihren Klodeckel gehört hab, bin ich sofort mit und hab in die Schüssel reingeschaut. Aber sie benutzt einfach kein Katzenstreu. Ich muss sie besser zur Sauberkeit erziehen. So geht das doch nicht!

Davon haben wir leider kein Bild. Sie hat gesagt, sie will kein Bild veröffentlicht, auf dem sie mit blankem Hintern auf der Schüssel sitzt. Das wären aber heut die spannendsten Bildmotive gewesen, find ich. Aber gut, wenn sie meint …..

Am Abend hab ich die Schnur von meiner Maus gepackt und bin flitzeschnell, wie bis jetzt noch nie, vom Wohnzimmer in die Küche und zurück und hin und her.

Herrli hat gemeint, so flink, wie ich sei, könnten wir einen Paketdienst eröffnen.

Frauli hat gemeint, ich kann nicht lesen.

Herrli hat gesagt, das macht nix, das können die Zusteller ja alle nicht. Die schmeißen alles irgendwo ein, das würde ich auch hinkriegen.

Dann hab ich ihm ruckzuck einen zusammengeknüllten Zettel abgenommen und hab ihn wo anders hin gebracht. Vielleicht werde ich doch nicht Löwe, sondern Paketzusteller. Ich werde mal drüber schlafen.

Donnerstag, 02.06. 

(Alter: 84 Tage)

Mein Gott, war das heute ein Stress!

Sie war wie jeden Morgen duschen. Hab ich mir doch gleich die Badewanne von innen angeschaut. Ein bisserl nasse Füße hab ich schon gekriegt. Aber das Wasser drin schmeckt lecker. Es schmeckt total nach Frauchen.

Dann hat sie sich die Krallen an den Füßen unten geschnitten und ich habe ihr geholfen. Hab ihr die Zehen abgeleckt, wo sie schon fertig war. Reinbeißen hat ihr nicht so gut gefallen.

Sie hat gemeint, die Zeit wird kommen, da werde ich auch noch manikürt.

Katzenstreu benutzt sie übrigens immer noch nicht, wenn sie mal muss. Hab mehrfach heute nachgeschaut. Sie ist einfach unbelehrbar.

Warum der Hund zu Haus kein Klo kriegt und sie immer mit ihm raus geht, verstehe ich übrigens immer noch nicht. Das gehört doch zur Standardausstattung in einem Zuhause.

Nachdem ich wieder mit wollte, hat sie mir ein Katzengeschirr mit Leine dran angelegt. Hey! Ich bin doch kein Hund! Aber so durft ich draußen auch ein bisserl rumschnuppern. Ihr gefällt es nämlich nicht, dass ich immer auf der Balkonbrüstung sitzen will. Aber ich zeig ihr jedes Mal, wenn sie mich runternimmt, wie gut ich mich am Holz schon festhalten kann.

War mir draußen aber nicht so sehr geheuer und bin schnell wieder umgedreht. Aber spannend war es trotzdem. Und anstrengend.

Aber ein Schläfchen in Ehren kann niemand verwehren.

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Dann hab ich in Frauchens Büro gespielt. Das hat sie dann dazu veranlasst, dass sie das ganze Büro auf den Kopf gestellt hat und alles, was so interessant ist, weggepackt hat. Das war ganz schön anstrengend. Denn ich hab versucht, das zu verhindern.

Selbst meine sämtlichen erbeuteten Blätter von den Zimmerpflanzen hat sie entsorgt. Die Äste der Pflanzen zusammengebunden, damit sie mir nicht mehr so verführerisch um die Nase wedeln. Und sogar meine erlegten Fliegen sind jetzt alle weg.

Aber auch nichts darf man hier! So eine Gemeinheit!

Aber sie hat auch wieder was Nettes gemacht heut. Sie hat einen Korb genommen, der mich sehr interessiert hat und hat mir weiche Handtücher hineingelegt und mich oben draufgesetzt und zugedeckt hat sich mich auch.

Da hab ich dann bis zum Abend ein Nickerchen gehalten, bis mein Herrli endlich kam.

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Aber ein bisschen peinlich ist es mir schon. Heut früh hab ich so viel mit ihr kämpfen wollen, dass ihre Arme immer noch ganz ausgefranst, wie ein alter, ausgefranster Putzlumpen, aussehen.

Werde ihr wohl heut Nacht im Schlaf die Wunden lecken. Hab vielleicht doch mit manchem etwas übertrieben ……

Frauli ist dann weggegangen. Sie hat gesagt, dass sie Tanzunterricht geben muss, weil sie Katzenfutter verdienen muss.

Herrli ist aber ganz bald gekommen. Ich hab ihn unten an der Wohnungstüre direkt abgeholt. Als er seine Hausschuh anziehen wollte, saß ich schon drin.

Als Frauli wieder da war, hat er sich beschwert, weil ich ihm dauernd seine Socken wieder ausziehen wollte.

Frauli hat gesagt, dass meine Schandtaten ab sofort veröffentlich werden. Sie muss ja den Schaden, den ich anricht, irgendwie wieder verdienen …….

Ich hab jetzt übrigens auch eine eigne Hose. Allerdings zieht Frauli die an. Sie hat gesagt, das ist jetzt die Katzenhose. Die Katze, das bin ich. Die Hose ist jetzt hin. Da hab ich mich andauernd heraufgezogen. Sie hat gesagt, mit der kann sie nicht mehr aus dem Haus gehen.

Na immerhin hab ich jetzt meine eigne Hose! Das ist schließlich auch schon was.

Hab ich eigentlich schon erwähnt? Frauchen hat gesagt, ich bin wohl ein schwuler Kater!

Sie hat mit meinem früheren Frauchen gesprochen. Und diese Verräterin hat ihr erzählt, dass ich den kleinen Katzenbabys, die nach mir geboren sind, den Hintern abteschleckt habe, was eigentlich nur Katzenmamas machen. Und Frauchen hat gepetzt, dass ich auch unserem Hund den Hintern lecke. Da hat sie doch glatt gesagt, wahrscheinlich bin ich ein schwuler Kater!

Aber wenigstens hab ich ´ne eigne Hose. Auch, wenn bei uns zu Hause Frauchen die Hosen anhat.

Sie hat aber noch gesagt, sie kauft jetzt nur noch Klamotten am Flohmarkt ein. Sie kann sie mit mir eh nach 1 x Anziehen wegwerfen.

Leute, bitte kauft bitte mein Buch, damit ich meine Menschen nicht restlos ruiniere! Ich muss ja den Schaden, den ich in ihren Augen anrichte, auch irgendwie wieder gut machen. Aber ich liebe es, mich an ihren Hosen rauf zu ziehen, die Stühle zu erklimmen. Ich kann nicht anders. Auch wenn ich sie eigentlich gar nicht ruinieren will. Und das Futter schmeckt so gut! Also mein Lieblingsfutter, das ich von meiner Vorgängerkatze geerbt habe. Das würd ich auch gern weiter kriegen! Und das neue Futter, das sie gekauft haben. Nassfutter, Staberl, Leckerlis, das ist so lecker und so viel besser als das blöde Trockenfutter, wo sie jetzt auch antestet, dass ich das fressen soll. Das hab ich bei meiner Mama, meinem Papa, den andren Katzen dort doch nur aus der Not gefressen. Ich will Nassfutter! Das Gute! Bitte lasst mich nicht verhungern und empfehlt mein Buch hier weiter! Ich muss hart arbeiten dafür, dass es jeden Tag was Neues für Euch zu lesen gibt.

Frauchen war am Abend wieder weg, damit ich was zu fressen habe. Ich frag mich immer, wie sie das macht, wie sie wohl die feinen Tütchen und Döschen erlegt. Das muss ganz schön anstrengend sein.

Ich hab derweil Herrlis Hausschuhe für mich allein erobert und mit ihm zusammen gewartet, bis sie mit der Beute endlich wieder nach Hause kommt.

Herrli hat sich ein neues Fell für morgen aus dem Schrank geholt. Versteh ich nicht. Das, das er jetzt hat, ist ja ganz passabel. Ich hab mir mal angesehen, was er noch so hat und da hat er mich versehentlich im Kleiderschrank eingesperrt. Natürlich hab ich gleich ganz laut Miau gesagt, da hat er mich wieder herausgelassen.

Als Frauchen dann endlich kam, hab ich auch ganz laut Miau gesagt. Sie hat sich aber gewundert, dass ich ihr nicht entgegengelaufen kam. Da hat sie mich gerufen und ich hab ihr geantwortet, bis sie mich in der Abstellkammer gefunden hat. Da hat Herrli mich auch aus Versehen eingesperrt, als er was weggeschmissen hat und ich war nicht schnell genug, wieder mit ihm raus zu kommen. Er hat sich ganz schön gewundert, als ich durch Frauchen befreit dann da herauskam.

 

Resümee:

Nix, was Spaß macht, darf man! Was man darf, macht keinen Spaß! Ich hab Hunger!

Freitag, 03.06.

(Alter: 85 Tage oder 12 Wochen)

Heut Morgen hat Frauchen, wie jeden Morgen mein Katzenklo rausgeholt und sauber gemacht. Natürlich fiel mir genau in diesem Moment ein, wie dringend ich doch muss. Ich hab versucht, ihr klar zu machen, dass sie sich beeilen soll, dass mein Bläschen ziemlich drückt. Doch sie hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Sie hat es sogar ganz leer gemacht und ausgewaschen. Mann, hat das gedauert. Doch sie hat meine Not erkannt und es ganz rasch wieder hingestellt, das Katzenstreu rein getan. Doch da musst ich erst mal gucken. Das war ja ein anderes. OHNE Babypuderduft.

Ich bin trotzdem sofort reingehüpft. Und mein Bläschen wurde trotzdem komplett leer.

Frauchen hat gesagt, vielleicht bleiben jetzt die Pfoten-Abdrücke in der ganzen Wohnung weg. Aber ich fand es sehr schick, überall Katzenpfoten-Abdrücke. Aber wenn sie meint. Dann werde ich eben wieder aufpassen, wann das Stempelkissen offen ist.

Herrli hat gemeint, das mit dem dauernd dringend müssen, hätte ich von ihr.

Wir haben dann noch zusammen die Post fertig gemacht, und ich hab genau in ihren Computer reingeschaut, und aufgepasst, dass sie alles richtig macht. Das ist aber ganz schön anstrengend mit ihrem dauernden Hin und Her. Da hab ich lieber in meinem neuen Bürokörbchen im Schlaf ihre Arbeit überwacht. Frauli hat auch gesagt, dass der Büroschlaf doch der Beste ist.

Aber dauernd stört sie mit dem blöden Fotodings.

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Als sie aus dem Bad kam, hat sie Jagdkleidung angezogen. Die kenne ich jetzt schon. Da darf ich mich nämlich nicht dran hochangeln. Meine Hose ist in der Wäsche gelandet. Blöd.

Dann hab ich etwas ganz Tolles entdeckt. Frauchens Goldmedaillen, die sie auf Meisterschaften beim Tanzen schon gewonnen hat. Die hat sie mir sofort weggenommen. Sie will nicht, dass ich damit spiele. Dabei scheppern die so schön und hängen an langen Bändern dran, und glänzen tun sie wunderschön. Vielleicht verleiht sie mir ja auch mal eine eigne Goldmedaille für all die neuen Entdeckungen, die ich täglich mach.

Nach dem Mittagessen ging sie dann wieder auf Dosenjagd und ich hatte freie Bahn, bis Herrchen kam. Sie schien aber an diesem Tag nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein, denn sie kam erst gegen Mitternacht total erschöpft und müd zurück. Hoffentlich ist morgen früh etwas in meinem Napf.

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Samstag, 04.06.

(Alter: 86 Tage)

Es war etwas in meinem Napf. Glück gehabt. Hoffentlich ist sie heut etwas erfolgreicher auf ihrer Jagd und nicht ganz so lange weg.

Sonntag, 05.06.

(Alter: 87 Tage)

Heut hab ich beschlossen, ich gebe meinen Menschen frei! Seit ich hier bin, sind sie so fleißig auf der Jagd nach Katzenmilch und –dosen und ich hab Frauchen die Arbeit im Büro erst mal abgenommen und hab das Lager etwas umgeräumt.

Ich liebe nämlich Luftpolsterfolie. Die knackt so schön, wenn man hineinbeißt.

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Das war aber ganz schön anstrengend, muss ich sagen. Arbeit macht mich total müde. Dann hab ich mich an den Hund gekuschelt und ein Nickerchen gehalten

Assira schläft nämlich auch gern im Büro.

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Dann bin ich in mein Bürokörbchen weitergezogen. Ist nämlich ein toller Schlaf- und Beobachtungsposten.

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Und von da bin ich weiter auf den Esszimmerstuhl zum Schlafen gezogen und zwischendrin hab ich den Balkon weiter erkundet.

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Frauchen hat es inzwischen aufgegeben, mich von der Balkonbrüstung zu nehmen. Ich hab zwischenzeitlich bewiesen, dass ich mich gut festhalten kann. Und im Gegenzug dazu hab ich es aufgegeben, bei jedem Gang zum Menschenklo zu prüfen, ob sie endlich Katzenstreu benutzt. Tut sie nämlich immer noch nicht.

Viel ist jedenfalls heut nicht passiert. Wir haben uns alle Vier endlich einmal intensiv nur ausgeruht. Kräfte für die nächste Woche schöpfen. Wir haben da schließlich alle wieder viel zu tun, damit wir was zu essen haben, wobei mein Futter natürlich am wichtigsten ist.

Montag, 06.06.

(Alter: 88 Tage)

Natürlich fiel Frauchen heut Morgen, genau, als ich beim Frühstück war, ein, dass sie mein Katzenklo sauber machen muss und mir fiel genau in dem Moment ein, dass ich dringend muss. Das ist ein ganz schöner Stress, muss ich sagen. Ich hör das Kratzen in meinem Klo und ich kann nicht anders, als sofort drauf.

Dann hab ich etwas im Bad gespielt. Das Menschenklo ist ganz schön blöd. Der Deckel, den sie immer drauf machen, ist so was von glatt, da bin ich doch gleich abgestürzt, weil man da keine Krallen reinhauen kann.

Sie mag auch nicht, wenn ich mit den Trägern von ihrem Büstenhalter spiele. Sie sagt, Kater tragen keine Büstenhalter. Dabei finde ich die so was von interessant. Ich will die unbedingt haben. Mir doch egal, ob ein Kater so was hat oder nicht. Ihre Socken darf ich auch nicht kaputt machen. Das wär auch so ein tolles Spiel. Und mit den Blumen, die am Balkongeländer hängen, soll ich auch nicht spielen. Sie hat Angst, dass ich da abstürze. Bin ich auch. Aber nach innen. Und ich hab bewiesen, dass ich mich super festhalte. Aber sie hat Angst. Aber eigentlich auch nett von ihr, wenn sie um mich Angst hat.

Heut hab ich beobachtet, dass Frauchen nicht nur Jagdgewand anzieht. Sie schmiert sich auch Tarnfarbe ins Gesicht zum Katzenfutterdosen jagen. Keine Ahnung, warum sie das macht.

Ich konnte sie trotzdem sehr gut sehen und auch riechen.

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Dann hab ich heut ein paar neue Besitztümer erobert. Der Hund geht nicht mehr ins Hundekörbchen, das ist jetzt meins. Frauchen hab ich die Lagerkiste mit der tollen knisternden Luftpolsterfolie abspenstig gemacht. Sie steckt da jetzt nix mehr rein und hat einen andren Platz.

Die Lagerkiste ist jetzt meine.

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Assira hat mir ihren Ball hingeworfen und ich hab mich drauf gestürzt. Dann hat sie ihn wieder erobert und es ging eine Weile hin und her.

Sie hat gemeint, das ist ein Spiel und meine Menschen haben sich gefreut, dass der Hund und ich zusammen Ball spielen.

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Auf dem Balkon hab ich Frauchens Petersilie aufgegessen und anderes. Ich find, die Petersilie schmeckt sehr gut. Der Hund mag sie nicht, Herrli auch nicht, Frauli schon. Ich finde, sie könnte mir immer ein Stück Petersilie auf mein Essen legen.

Als Frauli mit Assira los gegangen ist, um Herrli vom Bahnhof abzuholen, hab ich ein Fenster entdeckt, wo ich ihnen nachschauen konnte und gleich sehen, als sie dann alle wiederkamen. Ich hab mich so gefreut. Ich möchte auch unbedingt mitgehen, mein Herrli abholen.

Herrli hat ein hundert Jahre altes Buch mitgebracht und hat es wieder restauriert. Da bin ich gleich auf seinen Schoß gesprungen und hab ihm genau zugeschaut. Noch ein paar Mal zuschauen und ich kann ihm das bestimmt bald abnehmen. Bücher bilden ja. Reinbeißen durft ich leider nicht. Also heute nix mit Bildung in meinem Bauch.

 

Resümee:

8 x          vom Klodeckel abgestürzt, als sie es gesehen hat

92 x       vom Klodeckel abgestürzt, als sie nicht da war.

1 x          geschafft, den Klodeckel zu erklimmen.

Frauchen hat eine zweite Katzenhose.

Herrchen hat sich sicherheitshalber zwei neue Hosen gekauft.

Überlege, was Tarnfarbe zur Katzenfutterjagd bezwecken soll ……

7 x ins Klo geguckt, immer noch kein Katzenstreu …..

Darf keine Büstenhalter tragen.

Hundekörbchen und Lagerkiste mit Knisterfolie ist jetzt meins!

Assira hat mir Ballspielen beigebracht.

Hab mich erfolgreich auf die Tasche der Fotokamera gesetzt, immer wenn Frauchen sie rausholen wollte.

Petersilie schmeckt mir.

Heut keine Bildung im Bauch.

Ich liebe meinen Balkon!

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Dienstag, 07.06.

 

(Alter: 89 Tage)

 

 

 

Bislang hab ich mich immer auf die Decke zwischen Herrchen und Frauchen gelegt zum Schlafen. Jetzt habe ich festgestellt, dass es unter der Decke zwischen den beiden noch sehr viel besser ist.

Herrli hat gemeint, er hätte Angst, dass er mich zerquetschen könnt. Frauli hat gemeint, dann gäb´s ´ne neue Gattung.

Mir egal, Hauptsache drunter und dazwischen!

Hab mal pupsen müssen. Fest. Da bin ich aber ganz schnell wieder rausgekrochen. Hat ganz schön gestunken. Meine Menschen haben nach Luft gerungen. Nachdem sie ordentlich durchgelüftet haben, bin ich gleich wieder an meinen Platz gekrochen.

Heut hat es endlich einmal nicht geregnet und Frauchen hat alle Balkontüren, die wir haben, aufgemacht. Schon ein Ding. Haben wir auch einen zweiten Balkon. Den hat sie mir bis jetzt verschwiegen. Hab ich natürlich auch gleich ausgekundschaftet. Aber der obere, der gefällt mir besser.

Dann hat Frauchen sich Mittagessen gemacht. Und sie hat nicht am Esstisch drin gegessen. Ich wusste gar nicht, dass man an dem Tisch auf dem Balkon auch essen kann. Da hab ich doch gleich mal ausprobiert, ob ich mir da was angeln kann. Aber ich durfte nicht. Sie hat´s verhindert. Dabei hat sie sich so was Feines gemacht. Blätterteig gefüllt mit Spinat und Schafskäse. Das hätte ich so gern probiert.

Stattdessen hab ich eben ihren Liegestuhl in Beschlag genommen.

Aber den wollte sie dann wiederhaben.

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Hab mir aber ganz schön Sorgen gemacht. Frauchen musste andauernd niesen. Zu Herrli hat sie am Telefon was von Allergie gesagt. Hoffentlich ist jetzt nicht sie allergisch gegen den Quatsch, den ich mach. Hab mich hingesetzt und nachgedacht und sehr betreten drein geschaut. Da hat sie mich dann aber auf den Arm genommen und gesagt, es sind die Pollen. Weiß zwar nicht, was Pollen sind, aber ich hoff, die haben nix mit mir zu tun.

Am Abend, als sie jagen ging, hatte ich wieder viel Spaß mit Herrchen. Wenn er auf dem Sofa ist, sind nämlich seine Hausschuhe unten vor dem Sofa. Da kann man prima rein springen und über den Boden rutschen. Einen Meter hab ich heut geschafft. Wenn man zum Stehen gekommen ist, kann man super damit kämpfen. Herrchens Hausschuh sind jetzt allerdings ein wenig ausgefranst.

Der Badezimmerteppich sieht aus, wie Herrchens Hausschuhe ……..

 

Resümee:

Herrchens Hausschuhe gehören jetzt mir.

Am Balkontisch kann man auch essen. Krieg da aber auch nix.

Pupsen unter der Bettdecke ist blöd, da muss man erst mal selber flüchten.

Strolchis Tagebuch - Teil 1 / Bild 118

Mittwoch, 08.06.

(Alter: 90 Tage)

Oh, heut hab ich von Herrchen ein Geschenk bekommen. Eine Schachtel. Ganz für mich allein. Da kann ich noch besser verstecken spielen. Ich bin rein gehüpft und wieder raus, drauf gesprungen, drüber gekugelt. Ein tolles Spiel.

Frauchen hatte ihm verraten, dass ich immer die Kisten in Beschlag nehme, die der Postbote bringt. Sie muss sie ganz schnell leer machen, damit ich reinhüpfen und drin spielen kann. Aber sie nimmt sie mir immer, weil da noch Papier und Styroporbrösel drin sind und sie hat Angst, sie entsorgt die Kiste, mit mir drin. Dabei ist das so spannend, sich darin zu verstecken. Und als ob sie das nicht merken würde, wenn ich in einer Schachtel versehentlich entsorgt wurde. Die Stille zu Haus ohne mich, die wär bestimmt ganz schön verdächtig.

Na, jetzt hab ich meine eigene orange Postkiste. Die hab ich ins Hundekörbchen verfrachtet, denn das Hundebett als Unterlage ist ´ne ganze Ecke weicher.

Strolchis Tagebuch - Teil 1 / Bild 119

Donnerstag, 09.06

(Alter: 91 Tage)

Meine Kiste interessiert mich heute nicht mehr. Heut hab ich die Badewanne entdeckt. Oh, es gibt ja so viel zu entdecken hier. Wenn Frauchen den Stöpsel zumacht und den Hahn aufdreht, haben wir unseren eigenen See zu Haus.

Allerdings ist der See so klein, dass ihre Füße noch herausschauen.

Ein bisschen komisch ist das schon. Das musste ich unbedingt genauer untersuchen.

Es war ganz schön mühsam, bis ich mich den Badewannenrand heraufgeangelt habe. Aber beim neunundneunzigsten Versuch hab ich es geschafft. Ganz schön glatt, so ein Badewannenrand.

Ich bin dann auf dem Rand misstrauisch entlanggelaufen. Hinter dem Wasserhahn aber lieber wieder rückwärts mit dem Bein über den Duschschlauch und den nächsten drei Beinen gleich hinterher. Aber den Wasserhahn hatt ich vergessen. Gegen den bin ich dann mit dem Po gestoßen und abgerutscht. Aber Frauchen hat mich aufgefangen. Nur mein linker Hinterlauf hat ein unfreiwilliges Bad genommen. Also weiß ich jetzt, Wasser ist sehr nass. Nass mag ich nicht.

Dann hat Frauchen am Nachmittag überraschend festgestellt, dass ich ganz schön gewachsen bin. Das feine Futter füllt mich also aus. Sie wird sich noch wundern, was ich noch alles zum Wachsen in mich hineinstopfen kann.

Wie sie das gemerkt hat?

Sie hat am Nachmittag Computerarbeit im Wohnzimmer gemacht (sie geht heut erst am Abend auf die Jagd), wo sie keinen Schreibtisch braucht und weil sie´s da bequemer findet. Ich find es da übrigens auch bequemer. Da kann ich viel besser auf ihr und dem Computer liegen und da steht sie nicht ununterbrochen wieder auf, um irgendwas in Kisten und Kuverts zu stecken, was meinen Kuvert-Schlafplatz übrigens immer sehr schmälert.

Weil es heut so kalt und nass draußen war, hat sie sich in ihre Decke mit den Ärmeln dran gemummelt und ich bin rein gekrochen, direkt in den Ärmel rein. Das mach ich gern. Aber es wurde etwas eng darin. Drum hat sie gemerkt, dass ich so gewachsen bin. Sie hat dann ihren Arm aus meinem Ärmel genommen, damit es für uns beide nicht so eng ist. Also ist der Ärmel jetzt auch meiner. Und ich bin ganz nah bei ihr.

Bin dann noch kunstvoll über alle Schränkchen, Boards und sonstige Möbel gesprungen und hab Frauchen gezeigt, wie gut ich das bereits geübt hab, als sie auf Jagd war. Ich hab gar nix umgeschmissen. Ihr hat der Atem gestockt. Aber sie hat ganz schön gestaunt. Bei uns steht nämlich überall eine ganze Menge Zeugs rum, das kaputt geht, wenn es runterfällt, wie sie mir immer sagt. Aber ich bin stolz. Nix kaputt bis jetzt. Am Sonntag ist ein Teller kaputt gegangen. Aber den hat Frauchen selber kaputt gemacht. Aber seither weiß ich, was kaputt ist.

O. K., das Sofa. Das hat einige Spuren meiner Sprungversuche. Es ist aber auch noch hoch. O. K., beide Sofas.

Frauchen hat gesagt, morgen werde ich 3 Monate alt. Ob sie mir eine Geburtstagsparty schmeißt? Ich bin ja schon so aufgeregt!

 

Resümee:

Wasser ist nass!

Nass mag ich nicht!

Die Badewanne ist ein See im Haus!

Frauchen nimmt in die Badewanne keine Kamera mit!

Hab jetzt meinen eignen Ärmel.

Freitag, 10.06.

(Alter: 92 Tage oder 13 Wochen)

Am Morgen hab ich Frauchen ganz erwartungsvoll angeschaut.

Nix.

Als wir aufgestanden sind, bin ich gleich in die Küche rauf.

Nix.

Sie ist ins Bad, Zähne putzen, als wäre nix.

Ich will sahnigen Geburtstagskuchen!

Papphütchen!

Geschenke!

Gäste!

Party!

Nix!

Ein Doserl aus meiner Erbschaft meiner Vorgängerkatze habe ich bekommen. Sonst nix. Frauchen hat gesagt, Geburtstag hat man nur ein einziges Mal im Jahr, und zwar an dem Tag, an dem man geboren wurde, und ich muss noch ganz oft schlafen, bis ich zum ersten Mal Geburtstag hab.

Also ich finde, ich bin jetzt schon ganz schön lange da. Wie lang ist eigentlich ein Jahr?

Aber ich darf heute mein Tagebuch herzeigen und veröffentlichen. Sie hat gesagt, sie hilft dabei. Ich glaub, das ist auch etwas Besonderes.

 

NÄCHSTER BAND