Strolchis Tagebuch – Teil 893

Strolchis Tagebuch
Teil 893
Beatrice Kobras
Sahne kann man nie genug bekommen!
STROLCHIS TAGEBUCH

Teil 893

Sahneaufstand, halbe Sau auf Toast und die große Hahnensee-Aufführung

Strolchi entdeckt beim Eiskaffee eine ausgesprochen ungerechte Verteilung der Sahne und löst damit prompt einen kleinen Aufstand im Garten aus. Baris verwandelt einen Waldspaziergang erst in eine ausgedehnte Badepause und anschließend die Küche in sein persönliches Rührei-Restaurant. Zum Schluss wird Franzls Hahnenballett zum großen Geschäftsmodell – Eintrittskarten, Plakate und Puddingfinanzierung inklusive.

Die Mitwirkenden in diesem Band

Strolchi
Baris
Franzl
Anni
Erna
Elsa

Die Geschichte dieses Bandes

Kaum steht ein Eiskaffee auf dem Tisch, entdeckt Strolchi einen Missstand, der dringend geklärt werden muss: Bei der Sahne stimmt eindeutig die Verteilung nicht. Er mag Sahne, Baris mag Sahne ebenfalls, und bei den Hühnern stößt das Thema auch sofort auf großes Interesse. Schon bald geht es gar nicht mehr um einen einzelnen Klecks, sondern um die grundsätzliche Frage, warum viel zu selten Sahne auf dem Speiseplan steht. Sogar eine Definition wird verlangt. Franzl und seine Damen wollen sich deshalb bei der Schwiegermutter beschweren, doch die zeigt zwischen Baum und Nadeln wenig Bereitschaft zu einer Stellungnahme. Besonders schlimm für Strolchi: Ausgerechnet Franzl hat mit seiner Beschwerde irgendwie recht. Mögen muss er ihn deshalb aber noch lange nicht.
Kurz darauf entdeckt Strolchi schon das nächste Problem. Überall liegt Arbeit herum, die angeblich unbedingt erledigt werden muss, obwohl seine Tagebücher selbstverständlich viel wichtiger sind. Und tatsächlich stimmt mit denen etwas nicht: Alles ist aufgeholt und beim Verlag hochgeladen, aber ab Teil 877 erscheinen die Tagebücher nicht auf den Leseportalen. Das geht natürlich überhaupt nicht. Seine Freunde warten schließlich darauf, und wenn Strolchi eines ganz besonders hasst, dann ist es Warten. Also wird sofort der Verlag angeschrieben. Dummerweise kann man anschließend nichts anderes tun als – warten. Bei so wichtigen Angelegenheiten eine ausgesprochen schlechte Erfindung.
Baris beschäftigt sich lieber mit den wirklich schönen Dingen des Lebens. Beim Waldspaziergang findet er einen Stock, den er unbedingt mit nach Hause nehmen möchte, bis ihm auffällt, dass der ziemlich schwer ist. Dann bleibt er eben liegen. Ein Keks wäre ohnehin interessanter, denn im Kekseverdienen hält sich Baris für einen echten Profi. Nach zwei Frühstücken könnte er außerdem dringend ein drittes vertragen, am liebsten eine halbe Sau auf Toast. Stattdessen liegt plötzlich ein vom Sturm umgeworfener Baum im Weg. Nachdem Baris herausgefunden hat, wo er darunter hindurchkommt, landet er endlich wieder im Bach. Dort wird gebadet, geschlürft und ausgiebig geblubbert. Heimgehen möchte er auf keinen Fall. Erst als die halbe Sau auf Toast wieder ins Gespräch kommt, sind die letzten Meter plötzlich doch zu bewältigen.
Zu Hause übernimmt Baris gleich selbst das Kochen. Dass eine halbe Sau kaum in den kleinen Topf passen würde, ist dabei nur eines der Probleme, denn weder Sau noch Toast sind überhaupt vorhanden. Also kommen Eier von den eigenen Hühnern, Bärlauchsalz und Sahne in den Topf. Wenn schon keine halbe Sau auf Toast, dann eben Rührei. Baris ist mit seinem Werk ausgesprochen zufrieden und möchte natürlich wissen, ob es auch schmeckt. Anschließend braucht der Koch erst einmal einen Knochen und etwas Ruhe, denn Kochen und Essen sind schließlich ganz schön anstrengend. Allzu lange soll die Verdauungspause allerdings nicht dauern. Danach könnte man ja gleich noch einmal etwas kochen.
Doch da beginnt im Garten bereits das nächste Großereignis. Franzl übt Hahnenballett und tanzt den „Hahnensee“. Ein Tanztrainer ist schnell gefunden und achtet streng darauf, dass Franzl ordentlich auf die Zehen geht. Aus der kleinen Übungsstunde entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit ein ausgewachsenes Kulturunternehmen. Eine Kasse soll an den Gartenzaun, Eintrittskarten müssen gedruckt werden und die erste Aufführung könnte praktisch sofort stattfinden. Nur Franzl selbst möchte überhaupt nicht vor Publikum tanzen. Das interessiert die übrige Geschäftsleitung allerdings wenig, denn die Vorbereitungen laufen längst.
Strolchi hat vorher ohnehin noch wichtige Aufsichtspflichten zu erledigen. Beim Fensterputzen sitzt er genau dort, wo er am besten kontrollieren kann, ob alles richtig gemacht wird. Dass er dabei nassgespritzt werden könnte, findet er allerdings vollkommen unangebracht. Als dann auch noch sein Schrank sauber gemacht werden soll, ist endgültig Schluss. Den Dreck dort möchte Strolchi nämlich behalten. Der gefällt ihm, befindet sich auf seinem Platz und ist von unten sowieso nicht zu sehen. Ordnung sollte man lieber bei Baris schaffen, denn der lässt sein Zeug überall herumliegen.
Dann kann endlich wieder an der großen „Hahnensee“-Produktion gearbeitet werden. Baris wollte die Eintrittskarten bereits basteln, durfte aber nicht an den Computer. Zum Glück kann Strolchi helfen, und Plakate werden natürlich ebenfalls gebraucht. Kurz kommt ihm sogar die Idee, sich vor die Haustür zu setzen und „Franzl zu verkaufen!“ zu rufen. Baris möchte Franzl aber behalten, also wird aus dem Verkaufsruf kurzerhand Werbung für die große Hahnensee-Aufführung. Vielleicht ist so ein tanzender Hahn schließlich doch zu etwas zu gebrauchen. Wenn Franzl mit seinem Ballett Geld verdient, kann er sich sogar am Pudding beteiligen. Und plötzlich findet Strolchi seinen Hahn beinahe wieder interessant – denn einen Franzl, der „Hahnensee“ tanzt, hat schließlich sonst keiner.