Strolchis Tagebuch – Teil 998

Strolchis Tagebuch
Teil 998
Beatrice Kobras
Kann ich noch ´ne Prüfung machen und noch ´nen Ball haben?
STROLCHIS TAGEBUCH

Teil 998

Prüfungsfieber, zwei Auszeichnungen und ein frischgebackener Therapiehund

Baris besteht seine Therapiehundprüfung mit voller Punktzahl und wird zusätzlich als professionellster und sympathischster Therapiehund ausgezeichnet. Das lange Warten auf die Ergebnisse findet er allerdings wesentlich schwieriger als die eigentliche Prüfung. Mit neuer Berufskleidung, Siegeressen und zwei Auszeichnungen geht es anschließend zu Betty, bevor zu Hause auch Strolchi den neuen Star gebührend begutachtet.

Die Mitwirkenden in diesem Band

Strolchi
Baris
Erna
Elsa
Betty

Die Geschichte dieses Bandes

Der große Prüfungstag ist da – und Baris ist mächtig aufgeregt. Dabei versteht er nachher gar nicht, warum alle so ein Aufhebens darum machen: Blechdosen, Krücken, Rollstühle, fremde Menschen, Bürsten gegen den Strich und sogar Kekse, die ihm zwischendurch weggenommen werden, bringen ihn nicht aus der Ruhe. Für Baris ist das alles „Pippi Eier leicht“, schließlich kennt er solche Dinge aus der Hundeschule und dem Alltag. Viel schwieriger ist, dass nach seiner Prüfung erst einmal die anderen Hunde drankommen und Baris warten muss. Und warten findet er ausgesprochen blöd.

Selbst fürs Frühstück ist er viel zu nervös. Er möchte endlich wissen, ob er bestanden hat – und dass vor der Bekanntgabe der Ergebnisse auch noch Mittag gegessen wird, hält er für ausgesprochen schlecht organisiert. Dann kommt endlich die Erlösung: Baris hat bestanden. Doch damit ist die Überraschung noch lange nicht vorbei. Erst wird er noch einmal nach vorne gerufen, weil er die professionellste Darbietung gezeigt hat und als professionellster Therapiehund ausgezeichnet wird. Kaum hat er angefangen, seinen dazugehörigen essbaren Gewinn zu verspeisen, muss er schon wieder antreten: Baris ist außerdem der sympathischste Therapiehund. Zwei zusätzliche Auszeichnungen an einem Tag – und für Baris ist natürlich besonders wichtig, wann genau man die zweite davon essen darf.

Nun braucht der frischgebackene Therapiehund noch seine Berufskleidung. Das blaue Tuch steht ihm seiner eigenen Meinung nach deutlich besser als Frauli ihres, und plötzlich eröffnet sich eine völlig neue Zukunft: Baris hat jetzt einen Beruf und kann eine Familie ernähren. Danach gibt es nur noch ein Ziel – Betty. Auf der Fahrt wird laut „We Are the Champions“ gesungen, wieder und wieder, und Baris genießt seinen Triumph. Bei Betty präsentiert er stolz seine neue Berufsbekleidung und verkündet, dass er nun eine Familie ernähren kann. Betty ist beeindruckt und plant vorsichtshalber schon einmal mindestens 78 gemeinsame Kinder. Anschließend muss der frischgebackene Berufstätige natürlich erst einmal ausgiebig baden.
Wieder zu Hause berichtet Baris Strolchi von der bestandenen Prüfung mit voller Punktzahl und seinen beiden Zusatzauszeichnungen. Strolchi freut sich zunächst eher mäßig – schließlich bekommt immer Baris die Medaillen und er selbst nie. Noch schlimmer wird es beim Siegeressen: Baris darf seinen Gewinn verspeisen, während Strolchi ebenfalls eine Medaille und genau so ein schönes Glibberessen fordert. Später wird sogar noch einmal auswärts gefeiert, denn nicht nur Baris’ Leistung, sondern auch die viele gemeinsame Arbeit soll gewürdigt werden. Am Ende ist Baris völlig erledigt, während daheim bereits festgestellt wird, dass der bisherige Star des Hauses offenbar Konkurrenz bekommen hat.
In den nächsten Tagen kehrt langsam wieder Alltag ein. Elsa vermisst das gemeinsame Essen draußen, Strolchi gesteht schließlich doch, dass er stolz auf Baris ist, und der neue Therapiehund schläft sich erst einmal gründlich von seinem anstrengenden Prüfungswochenende aus. Erna legt ihr schönstes Ei, Baris genießt wieder sein Bad und seine Kringerl, und beim abendlichen Betthupferl kommt es zu einer kleinen Grundsatzdiskussion über das Wörtchen „Bitte“. Als Strolchi feststellen muss, dass ausgerechnet er es vergessen hat, wird ihm kurz mulmig: Er wird doch wohl nicht senil?