Strolchis Tagebuch – Teil 956

Strolchis Tagebuch
Teil 956
Beatrice Kobras
Ich will ´ne halbe Sau auf Toast! Zwei mal!
STROLCHIS TAGEBUCH

Teil 956

Schonkoststreik, Tierarztkekse und die große Freundessuche

Baris startet mit Durchfall ins neue Jahr und muss feststellen, dass Schonkost aus Haferschleim, Brühe und Kamillentee mit seinen Vorstellungen von einem anständigen Frühstück überhaupt nichts zu tun hat. Nach drei Tagen geht es zur neuen Tierärztin, die ausgerechnet einen kompletten Fastentag verordnet – obwohl Baris längst so hungrig ist, dass er eine halbe Sau auf Toast samt Maß Bier bestellen könnte. Wenigstens bringt der Tag etwas Gutes: Eine Anzeige für einen Spielkameraden sorgt innerhalb kürzester Zeit für zahlreiche Bewerber und Baris hat schon seine erste feste Verabredung.

Die Mitwirkenden in diesem Band

Strolchi
Baris
Franzl
Elsa

Die Geschichte dieses Bandes

Das neue Jahr beginnt für Strolchi eindeutig zu früh. Noch halb verschlafen soll er schon fotografiert werden und entdeckt dann auch noch, dass Elsa draußen offenbar wieder macht, was sie will. Viel dringender ist allerdings Baris’ Zustand: Der hat in der Nacht erbrochen und Durchfall und soll deshalb Schonkost bekommen. Haferschleim in Brühe und Kamillentee hält Strolchi für eine ausgesprochen schlechte Idee. Baris übrigens auch. Strolchi setzt sich energisch für anständiges Wasser und gekochtes Fleisch ein – und tatsächlich bleibt beides drin. Für ihn ist damit bewiesen, dass seine nächtliche Therapie gewirkt hat. Schließlich würde er sich bei der Wahl zwischen gekochtem Fleisch und Haferschleim das Kotzen ebenfalls verkneifen.
Am nächsten Morgen ist Baris allerdings noch immer krank. Seit drei Tagen hat er wässrigen Durchfall, also geht es nüchtern zur neuen Tierärztin. Baris findet vor allem bemerkenswert, was ihm alles fehlt: Frühstück, Mittagessen, sein Knochen im Hof, Hühnerfutter und Baden im Park. Fieber hat er zum Glück keines, dafür bekommt er Antibiotika – und die niederschmetternde Nachricht, dass er den ganzen Tag überhaupt nichts essen darf. Erst am nächsten Tag soll es Reis und gekochtes Hühnchen geben. Immerhin erbarmt sich die Tierärztin und spendiert dem braven Patienten einen einzigen Lieblingskeks. Außerdem erfährt Baris, dass er der einzige Moskauer Wachhund ist, vor dem sie keine Angst hat. Das findet er völlig logisch: Er ist schließlich lieb. Nur Einbrecher und Diebe sollten sich darauf lieber nicht verlassen.
Anschließend werden zwanzig Hühnerbrüste für die kommenden Schonkosttage gekauft. Die Verkäuferinnen möchten Baris unbedingt kennenlernen, weil er auf den Bildern so süß aussieht. Baris stellt sofort klar, dass er nicht süß, sondern hungrig ist, und versucht auch dort, wenigstens einen Keks aufzutreiben. Dass Hunde nicht mit in die Metzgerei dürfen, hält er außerdem für eine dringend reformbedürftige Regel. Schließlich ist Strolchi Bundeskanzler, König und Minister und könnte sich darum kümmern. Zu Hause wird der Hunger endgültig dramatisch: Baris verlangt sein Gedeck, eine halbe Sau auf Toast, eine Maß Bier und vor allem schnelle Bedienung. Stattdessen bleibt die Küche geschlossen. Für Baris ist der Fall eindeutig: Tierquälerei.
Als Entschädigung wird endlich etwas erledigt, das Baris schon lange fehlt. Für ihn erscheint eine Anzeige: Ein 60 Kilo schwerer, ein Jahr und drei Monate alter Moskauer Wachhund sucht in Marienbad einen Freund zum regelmäßigen Spielen und Toben. Baris erzählt darin von Hundeschule, Ballspielen, Baden und seinem Lieblingsfach beim Beißtrainer und erklärt, dass viele Menschen mit ihren Hunden leider schon weglaufen, sobald sie ihn sehen. Dabei möchte er doch einfach nur jemanden zum Spielen. Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten. Gleich mehrere Hundehalter melden sich, die mit ihren großen oder ebenfalls gemiedenen Hunden ganz ähnliche Erfahrungen machen. Sogar die Hundeschule teilt die Suche und erklärt, Baris habe dort zwar viele Freunde, doch beim Gewicht passe es nicht so recht.
Noch am selben Abend steht die erste feste Verabredung für den kommenden Mittwoch. Baris beschließt daraufhin, nun ganz schnell gesund zu werden. Nur sein Magen hält wenig von der angeordneten Fastenkur und knurrt nachts so laut, dass Strolchi nicht schlafen kann. Der entdeckt schließlich die entscheidende juristische Feinheit: Es ist inzwischen nach Mitternacht und damit bereits morgen. Also darf Baris endlich sein Hühnchenfrühstück bekommen – und denkt kurz darauf vorsichtshalber schon über das nächste nach.
Am Freitag zeigt sich, dass Baris auch draußen fehlt. Die Hühner vermissen den „Vielfraß“, der sonst gemeinsam mit Franz zum Tor läuft und sie beschützt. Beim Essen sind sie allerdings weiterhin anspruchsvoll: Äpfel, Schonkost, Müsli und Sauerkraut können wieder verschwinden, Würmer sind dagegen endlich eine angemessene Mahlzeit. Und auch Baris scheint langsam wieder ganz der Alte zu werden. Das erste Frühstück war ausgezeichnet, weshalb ein zweites durchaus angebracht wäre – und ein drittes eigentlich auch. Nur das Wasser ist schon wieder zugefroren. Während Baris also vor allem seine nächste Mahlzeit plant, wartet anderswo bereits jemand darauf, dass der Vielfraß endlich wieder zum Spielen kommt.