Strolchis Tagebuch – Teil 899

Strolchis Tagebuch
Teil 899
Beatrice Kobras
Ich bin die Ruhe in Person!
STROLCHIS TAGEBUCH

Teil 899

Bachblubbern, ein XXL-Kratzbaum und die Ruhe in Person

Strolchi langweilt sich, während Baris lieber im Bach badet, blubbert und anschließend beim Kochen helfen möchte. Dann bekommt Strolchi von Baris ein Geschenk, das alle bisherigen Dimensionen sprengt: einen riesigen neuen Kratzbaum, der selbstverständlich sofort gründlich geprüft werden muss. Zwischen mathematischen Berechnungen, einer gefährdeten Blume und der Frage nach der richtigen Rettungsausrüstung beweist Strolchi schließlich, dass er wirklich die Ruhe in Person ist.

Die Mitwirkenden in diesem Band

Strolchi
Baris

Die Geschichte dieses Bandes

Strolchi langweilt sich – und wenn einem Kater langweilig ist, braucht es dringend eine sinnvolle Beschäftigung. Fensterputzen wäre beispielsweise eine Möglichkeit, doch Baris hat offensichtlich andere Vorstellungen von einem gelungenen Tag. Er geht lieber im Bach baden, steckt den Kopf ins Wasser und blubbert vor sich hin. Danach steht Kochen auf dem Programm, wobei Baris selbstverständlich helfen möchte. Schließlich kann man nie früh genug kontrollieren, ob in der Küche vielleicht etwas für einen großen Hund abfällt. Später sucht er sich ausgerechnet das Badezimmer als Schlafplatz aus, weil es dort angenehm kühl ist, während Strolchi es sich bei Herrli gemütlich macht und „Die Sendung mit der Maus“ schaut.
Dann wartet allerdings eine echte Überraschung auf Strolchi. Baris hat ihm einen neuen Kratzbaum geschenkt – und zwar keinen gewöhnlichen, sondern ein XXL-Modell, bei dem Strolchi erst einmal überprüfen muss, was man damit überhaupt alles anfangen kann. Baris möchte natürlich ebenfalls testen, ob das gute Stück vielleicht auch für Hunde geeignet ist. Mit „A-Quadrat mal B-Quadrat“ wird fachmännisch gerechnet, doch am Ende scheitert die gemeinsame Nutzung an einem ganz praktischen Problem: Baris’ Hintern ist schlicht zu dick. Strolchi dagegen erklimmt sein neues Reich, untersucht Etagen und Liegeflächen und ist schon bald überzeugt, dass so ein gewaltiger Kratzbaum einem König durchaus angemessen ist. König Strolch hat damit endlich einen standesgemäßen Aussichtspunkt.
Ganz ungefährlich ist ein derart monumentales Bauwerk allerdings nicht. Eine Blume steht plötzlich ausgesprochen ungünstig und muss vorsichtshalber umziehen. Das wiederum wirft die Frage auf, ob man sich später noch daran erinnern wird, warum sie eigentlich woanders steht. Strolchi sieht schon die nächste Gelegenheit, Frauli einzureden, sie werde langsam senil. Schließlich muss man Veränderungen im Haushalt sorgfältig dokumentieren – besonders dann, wenn man sie später für seine eigenen Zwecke verwenden möchte.
Überhaupt ist Strolchi schwer beeindruckt von seinem Geschenk. So etwas Großes hat er noch nie bekommen. Bei diesen Dimensionen könnte man beinahe über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nachdenken, und irgendwann steht sogar die Frage im Raum, ob man für den Ernstfall einen Rettungsring braucht und „Mann über Bord“ rufen muss. Strolchi lässt sich davon selbstverständlich überhaupt nicht aus der Fassung bringen. Schließlich ist er, wie er selbst ausdrücklich feststellt, die Ruhe in Person.
Zum Abschluss des Tages geht es wieder um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Bei Brunnen und Maus gibt es etwas zu beobachten, bevor langsam Bettruhe angesagt ist. Und natürlich darf auch das Betthupferl nicht vergessen werden. Nach Bachbad, Kochplänen, Fernsehen und der feierlichen Inbesitznahme eines Kratzbaums von königlichen Ausmaßen kann Strolchi jedenfalls zufrieden feststellen: Langweilig ist dieser Tag am Ende ganz bestimmt nicht geblieben.