
Teil 891
Strolchi und Baris warten sehnsüchtig auf Fraulis Rückkehr und stellen fest, dass Herrli allein ausgesprochen schwer zu beschäftigen ist. Kaum ist sie wieder da, werden Seminarwissen, Urkunden und doppelte Betthupferl verhandelt, bevor ein längst geplanter Abschied völlig anders verläuft als erwartet. Zwischen einem sündhaft teuren Baum, einer widerspenstigen Urne und begeisterten Würmersuchern wird daraus schließlich eine Beerdigung, wie sie wohl nur in Strolchis Familie stattfinden kann.
Die Mitwirkenden in diesem Band
Strolchi
Baris
AnniDie Geschichte dieses Bandes
Frauli ist weg, und Strolchi findet sehr schnell, dass dieser Zustand nun wirklich lange genug gedauert hat. Herrli zupft stattdessen unermüdlich Unkraut, obwohl es eindeutig sinnvoller wäre, Pudding zu verteilen oder mit Strolchi und Baris zu spielen. Baris hätte außerdem gern eine halbe Sau auf Toast, ein Öhrchen und noch einen Badeausflug. Besonders verdächtig macht er sich, als Strolchis Pudding und sogar das vorgekochte Hühneressen verschwinden. Noch schlimmer: Frauli hat den Computer mitgenommen. Wie soll ein berühmter Tagebuchkater denn arbeiten, wenn ihm sein wichtigstes Arbeitsgerät entführt wird? Seine Fans warten schließlich. Während Strolchi die Tage bis zur Rückkehr zählt, geht Baris lieber mit Berta spazieren und schafft es dabei gleich fünfmal in den Bach.
Als Frauli endlich heimkommt, ist die Freude entsprechend groß. Baris möchte sie überhaupt nicht mehr loslassen und Strolchi selbstverständlich auf den Arm. Danach muss erst einmal geklärt werden, was Frauli bei ihrem Seminar eigentlich gelernt hat. Strolchi hört sich die Erklärungen über Unterbewusstsein, Krankheiten und frühe Erlebnisse interessiert an, erkennt aber schnell ein viel wichtigeres Problem: Da liegt ein Flipchartblatt herum, und irgendjemand könnte glauben, Frauli hätte dem armen Flip sein Blatt weggenommen. Noch interessanter ist ihr Zertifikat. Frauli hat eines, Baris hat eines – nur Strolchi besitzt keine Urkunde. Zum Glück findet er dafür eine ausgesprochen einfache Lösung: Man hängt Fraulis Zertifikat auf und klebt seinen Namen über ihren. Danach steht noch die Betthupferlversorgung zur Debatte. Herrli hat zwar welche verteilt, aber aus der falschen Schublade. Das ist wichtig, denn wenn Frauli aus der richtigen Schublade ebenfalls welche gibt, bekommt man schließlich zweimal Betthupferl.
Baris genießt anschließend endlich wieder sein gewohntes Gassi mit Frauli. Im Wasser darf er blubbern, herumsausen und grundsätzlich machen, was er möchte, solange er kommt, wenn sie ihn ruft. Das funktioniert erstaunlich gut – besonders wenn sich ein Keks verdienen lässt. Kekse gehören nach Baris’ Überzeugung sowieso zu den Grundnahrungsmitteln, genau wie Pudding, was Strolchi jederzeit bestätigen kann. Wieder zu Hause beginnt allerdings ein wesentlich ungewöhnlicheres Familienprojekt. Frauli möchte endlich die Urne ihrer Mutter unter einem Baum beerdigen und ihre Asche im Garten verstreuen. Statt des erwarteten hübschen Rosenbäumchens kommt sie mit einer seltenen, sündhaft teuren Tanne zurück, die sie selbst ausgesprochen hässlich findet. Dafür gibt es beim Kauf überraschend Rabatt und eine Flasche Wein dazu – was beinahe schon als Zeichen gewertet wird, dass die Auswahl wohl doch richtig war.
Auch der gewünschte Standort des Baumes macht die Sache nicht einfacher. Ausgerechnet dort liegt ein riesiger Stein, den Frauli plötzlich allein bewegen kann, obwohl er vorher kaum zu bezwingen war. Danach wird gegraben, während die Hühner sofort erkennen, was an einem frischen Erdloch wirklich wichtig ist: Würmer. Die Urne selbst erweist sich als noch widerspenstiger als der Stein. Taschenmesser und Dosenöffner helfen nicht weiter, Hammer, Stemmeisen, Schraubenzieher und notfalls sogar Bohrmaschine oder Flex stehen zur Diskussion, bis Herrli die Schwiegermutter schließlich doch noch aus ihrem Behältnis befreit. Baris findet das alles reichlich anstrengend und widmet sich lieber seinem Knabberknochen. Strolchi lehnt die Einladung zur Beerdigung ebenfalls ab. Die Schwiegermutter sei schließlich immer gemein zu Frauli gewesen; er werde später lieber eine Maus in seinem Bauch beerdigen.
Frauli verstreut die Asche schließlich im Garten, legt die Urne mit etwas Asche unter den Baum und möchte den Rest in den Wind werfen. Der Wind hat allerdings eigene Vorstellungen, sodass ein Teil der Schwiegermutter prompt wieder an Frauli klebt. Damit endet die vermutlich lustigste Beerdigung der Familie mit viel Gelächter, einer dringend notwendigen Dusche und einem Glas vom Lieblingswein der Verstorbenen. Für die Hühner ist die Sache ohnehin ein voller Erfolg. Rund um das neue Grab gibt es ausgezeichnete Würmer, später wird sogar Candle-Light-Dinner veranstaltet. Anni interessiert sich dabei weniger für Symbolik als für das hervorragende Buffet. Strolchi hält Menschen nach diesem eigenartigen Tag endgültig für schwer verständlich und bleibt lieber bei den wirklich wichtigen Dingen des Lebens: Beim abendlichen Betthupferl muss schließlich aufgepasst werden, dass Baris nicht auch noch seine Portion mitmampft.
