Dieser Band wird für das online lesen vorbereitet.
© Texte, Bilder und Cover: Beatrice Kobras
Inhalt
Vorwort
Die Geschichte Bachata
Musik
Tanzhaltung
Fußtechnik
Körperbewegung
Hüftbewegung
Kleine Zählhilfe
Training
Grundschritt seitwärts
Grundschritt gedreht
Grundschritt vorwärts
Grundschritt rückwärts
Grundschritt am Platz
Grundschritt am Platz gedreht
Two-Step seitwärts
Two-Step vorwärts
Two-Step rückwärts
Two-Step gedreht
Über die Autorin
Vorwort
Bachata ist kein standardisierter Tanz. Es gibt viele Variationen und Bewegungsabläufe und es werden auch einige Figuren eingebaut. Ein Tanz der puren Erotik. Schnuppern Sie hinein und erfahren Sie eine neue Leidenschaft mit einem ganz einfachen Grundschritt und vielen Variationen und Figuren, die Sie vielleicht aus anderen Tänzen bereits kennen.
Dieses Buch ersetzt nicht den Tanzunterricht. Es soll Ihnen lediglich eine kleine Gedächtnisstütze oder Erinnerung sein für die bereits erlernten Aktionen oder Ihnen ein paar weitere Variationen aufzeigen.
In diesem Band wird der Grundschritt mit seinen Variationen abgehandelt.
Die Geschichte des Bachata
Der Bachata war eigentlich gar nicht als Tanz gedacht, sondern er war eine Stilrichtung in der Musik, die für verliebte Paare zur Unterhaltung diente. Doch Anfang der 1960´er Jahre entwickelte er sich aus dem kubanischen, bzw. karibischen Bolero zu einem Tanz, der nun auch Einflüsse aus Salsa und Merengue erhielt. Seit 2000 boomt nun dieser Tanz.
In den 1970´er und 1980´er Jahren galt die Musik des Bachata als vulgär und wurde den unteren Bevölkerungsschichten zugeordnet. Er wurde mit Prostitution, Kriminalität und Armut gleichgesetzt.
2005 wurde die erste Bachata-Weltmeisterschaft ausgerichtet. Größtenteils gingen italienische Paare an den Start und bauten die Technik der lateinamerikanischen Tänze mit ein. Inzwischen ist der Bachata ein sehr populärer Turniertanz geworden und die IDO richtet regelmäßig Welt- und Europameisterschaften sowie World Cups in Bachata aus.
Musik
Typisch für den Bachata sind die Gitarren, Bongos, Bass und Güira.
Die Texte werden meist von männlichen Sängern gesungen und handeln von enttäuschter Liebe.
Takt:
4/4-Takt
Tempo:
115 – 160 bpm
28 bis 40 tpm
Rhythmus:
S S S S
Betonung:
1. Taktschlag
Tanzhaltung
Der Bachata wird sehr eng und hüftbetont getanzt und gehört dadurch zu den erotischsten Tänzen. In Europa wird meist mit etwas mehr Körperabstand getanzt.
Der Herr hebt seine linke Hand an, die Dame legt ihre gegenüberliegende rechte Hand hinein. Die rechte Hand wird auf das schwerer erreichbare zweite Schulterblatt gelegt, so dass Sie in einer engen Umarmung.
Fußtechnik
Bachata wird auf dem Flachen Fuß getanzt. Auch beim Tap berührt der ganze Fuß den Boden.
Es gibt auch die Möglichkeit, das Tap mit dem Ballen aufzusetzen, diese Variante steht jedoch mit einer gesonderten Hüftbewegung in Verbindung.
Oft wird auch das Tap hinter dem Standbein gekreuzt.
Körperbewegung
Die Arme werden im Gegensatz zu den lateinamerikanischen Tänzen tief getragen und die gefaßten Hände dürfen entgegengesetzt zu den meisten anderen Tänzen mit dem Körper in einer Auf- und Abbewegung mitbewegen. Achten Sie darauf, dass Sie aber lediglich den Arm bewegen und nicht in ein Schunkeln wie im Bierzelt verfallen. Die Schultern bleiben weitgehend gerade dem Partner zugewandt. Die Körperbewegung findet unterhalb der Achseln statt.
Hüftbewegung
Die Hüftbewegung entsteht NICHT durch enormes umherschmeißen der eigenen Hüfte. Diese Bewegung entsteht durch Be- und Entlastung der Füße.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie stehen an der Bushaltestelle und müssen warten. Sie werden dabei nie beide Füße belastet haben, sondern immer nur einen Fuß. Der andere Fuß wird entlastet und sie setzen sich dabei in die Hüfte Ihres Standbeines. Dabei geht das Knie des entlasteten Beines automatisch etwas nach vorne.
Probieren Sie dies einmal vor dem Spiegel aus. Sie werden überrascht sein.
Dann belasten Sie das andere Bei und und setzen sich hinein. Tun Sie dies aber bitte langsam im Zeitlupentempo und beobachten und kontrollieren Sie dabei Ihren Körper. Achten Sie darauf, dass dabei aber nicht Ihre Schultern des belasteten Beines Richtung Hüfte fallen. Dabei entsteht ein Schunkeln, das wir unbedingt vermeiden wollen.
Kleine Zählhilfe
Die Zählweise im Grundschritt ist immer 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, wobei 4 und 8 als Tep getanzt werden.
Oft fällt jedoch die Unterscheidung der Aktionen beim zählen und gleichzeitigen Tanzen sehr schwer, da auf 4 und 8 jeweils in Tap getanzt wird.
Machen Sie es sich doch ein wenig einfacher und sagen Sie sich die Schritte vor oder zählen Sie diese ab.
Dies kann dann wie folgt aussehen:
Vereinfachte Zählweise 1:
seit, schließen, seit, Tap
Vereinfachte Zählweise 2:
1, 2, 3, Tap
Wählen Sie einfach die Methode, die Ihnen am leichtesten fällt. Denn bekanntlich führen alle Wege nach Rom.
Training
Grundsätzlich empfiehlt es sich natürlich die erlernten Tanzschritte immer wieder zu üben.
Natürlich werden Sie Schritte, technischen Anmerkungen, etc. nicht auf einmal und alle gleichzeitig anwenden können. Denken Sie an den Kopf, klappt es mit den Füßen nicht mehr, denken Sie an die Füße, senken Sie wahrscheinlich den Blick und sehen auf Ihre Füße.
Daher nehmen Sie sich immer nur ein technisches Detail vor. Voraussetzung, dass Sie technisch etwas in Ihr Training einbauen können ist allerdings, dass Sie erst mal die Schrittabfolge können. Also erst die Schritte üben und dann ein technisches Detail einbauen.
Die Häufigkeit Ihres Trainings liegt ganz allein bei Ihnen. Wichtig hierzu ist nur zu wissen, dass sich das menschliche Gehirn etwas Neues lediglich 76 Stunden merkt. Also drei Tage. Wenn es danach vergessen ist, ist das ganz normal und gar nicht schlimm. Auch beim wöchentlichen Wiederholen im Unterricht lernt man die Schritte und die Technik. Es dauert nur etwas länger.
Wichtig ist auf jeden Fall, haben Sie Geduld mit sich. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden. Wir müssen unserem Körper langsam und mit Geduld beibringen, was wir von ihm erwarten. Mit der stetigen Wiederholung der Schritte und der aktuell einzulernenden Technik lernt unser Gehirn, welche Muskeln für welche Aktion benötigt werden und setzt diese irgendwann dann ganz automatisch ganz von selber ein. Versuchen Sie nicht, sich selbst zu viel abzuverlangen und sagen Sie nicht, Sie seien multitaskingfähig. Niemand ist in der Lage, gleichzeitig hochkonzentrierte wichtige geschäftliche Gespräche zu führen, eine wichtige Email zu schreiben, sich die Zähne zu putzen und dabei noch das Mittagessen zu kochen, das Baby zu wickeln, das Bügeleisen zu schwingen und Hund und Katz eine Zecke zu entfernen. Es wird immer nur möglich sein, dass Sie einer Sache Ihre Konzentration widmen können und alle andren drunter leiden. Wenn Sie Ihre Konzentration einer wichtigen Email widmen, werden Sie am Telefon nicht mehr konzentriert sprechen können und nur ein „mmmmh“, „ja“ oder „nö“ von sich geben können und auch nicht zu hundert Prozent wahrnehmen, was Ihnen Ihr Gesprächspartner mitzuteilen hat. Dabei werden Sie das Baby auf das Bügelbrett legen und mit dem Kochlöffel das Hinterteil streicheln und Hund und Katz haben die Zecke zwar noch, aber dafür fehlt ihnen ein Auge. Sie kämen nie auf die Idee, das auszuprobieren. Also muten Sie es auch nicht ihrem Körper zu. Das Ergebnis wäre auch beim Tanz fatal und nicht nur bei den genannten Beispielen aus Ihrem Alltag.
Beim training üben Sie immer erst die Tanzschritte jeweils für sich alleine, bevor Sie in Tanzhaltung gehen. Nehmen Sie erst im zweiten Schritt die Tanzhaltung mit einem gewissen Sicherheitsabstand ein und gehen Sie erst im letzten Schritt in die enge Umarmung des Bachata.
Grundschritt seitwärts
Herr:
Der Herr startet mit dem linken Fuß nach links mit seit, schließen, seit, Tap und tanzt weiter nach rechts mit seit, schließen, seit, Tap.
Alle Schritte werden voll belastet, lediglich das Tap berührt unbelastet den Boden. Nur so wird ein Richtungswechsel möglich.
Schrittfolge:
Mit dem linken Fuß beginnend:
seit, schließen, seit, Tap
Mit dem rechten Fuß beginnend:
seit, schließen, seit, Tap
Zählweise:
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
Der zurückgelegte Weg sieht wie folgt aus:

Der Punkt zeigt den Startpunkt an.
Dame:
Die Dame startet mit dem rechten Fuß nach rechts mit seit, schließen, seit, Tap und tanzt weiter nach links mit seit, schließen, seit, Tap.
Alle Schritte werden voll belastet, lediglich das Tap berührt unbelastet den Boden. Nur so wird ein Richtungswechsel möglich.
Schrittfolge:
Mit dem rechten Fuß beginnend:
seit, schließen, seit, Tap
Mit dem linken Fuß beginnend:
seit, schließen, seit, Tap
Zählweise:
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
Der zurückgelegte Weg sieht wie folgt aus:

Der Punkt zeigt den Startpunkt an.
Grundschritt gedreht
Um einen gedrehten Seitwärtsgrundschritt zu tanzen, dreht der Herr seinen Oberkörper nach recht, bzw. Seine rechte Schulter nach hinten, um einen rechts gedrehten Grundschritt zu tanzen, oder seine linke Schulter nach hinten, um einen linksgedrehten Grundschritt zu tanzen.
Der gedrehte Grundschritt kann in jede beliebige Raumrichtung getanzt werden. Der erste Schritt wird dabei durch die Körperdrehung automatisch schräg gesetzt.
Woher wissen Sie, wie herum die drehen? Das ist eine Frage, die immer wieder auftraucht. Hierfür gibt es eine ganz einfache Erklärung. Beobachten Sie Ihre Schultern. Bewegt sich Ihre linke Schulter rückwärts, befinden Sie sich in einer Linksdrehung. Bewegt sich Ihre Rechte Schulter rückwärts, befinden Sie sich in einer Rechtsdrehung. Es ist stets so, dass sich die selben Schulterseiten im Paar rückwärts bewegen. Entweder bewegen beide die linke Schulter rückwärts, oder es bewegen beide die rechte Schulter rückwärts.
Im gedrehten Grundschritt sehen Sie sich nun erst einmal den Raum an, in welchem Sie sich befinden. Gehen wir davon aus, vor Ihnen befindet sich ein Spiegel. Wenn Sie nun den ersten schritt setzen, sehen Sie an die linke Wand. Der erste Schritt wird sich automatisch in Ihre Blickrichtung setzen. Dann blicken Sie die nächste Wand an, wieder die nächste und wieder die nächste. Sie werden stets automatisch eine 90°Drehung, bzw. ¼-Drehung tanzen.

Herr:
Mit dem linken Fuß beginnend:
linke Wand ansehen
seit, schließen, seit, Tap
Zählweise:
1, 2, 3, 4
Mit dem rechten Fuß beginnend:
nächste Wand links ansehen
seit, schließen, seit, Tap
Zählweise:
5, 6, 7, 8
Sie haben nun eine halbe Linksdrehung getanzt.
Sie können aber alternativ auch nur ¼ Drehung tanzen:
Mit dem linken Fuß beginnend:
linke Wand ansehen
seit, schließen, seit, Tap
Zählweise:
1, 2, 3, 4
Mit dem rechten Fuß beginnend:
seit, schließen, seit, Tap
Zählweise:
5, 6, 7, 8
Dame:
Die Dame folgt ausschließlich der Körperdrehung des Herrn.
Ihre Aktionen sind folgende vom Herrn geführt:
Mit dem rechten Fuß beginnend:
linke Wand ansehen
seit, schließen, seit, Tap
Zählweise:
1, 2, 3, 4
Mit dem linken Fuß beginnend:
nächste Wand links ansehen
seit, schließen, seit, Tap
Zählweise:
5, 6, 7, 8
Sie haben nun eine halbe Linksdrehung getanzt.
Sie können aber alternativ auch nur ¼ Drehung tanzen:
Mit dem rechten Fuß beginnend:
linke Wand ansehen
seit, schließen, seit, Tap
Zählweise:
1, 2, 3, 4
Mit dem linken Fuß beginnend:
seit, schließen, seit, Tap
Zählweise:
5, 6, 7, 8
Doch vergessen Sie nie: Der Herr entscheidet, ob, wann, wie viel gedreht wird.
Grundschritt vorwärts
Dieser Vorwärts-Grundschritt wird verbunden mit dem im nächsten Kapitel erklärten Rückwärts-Grundschritt. Diese sind getrennt aufgeführt, da diese später auch Teile von Figuren sein können, welche sich dann hierauf berufen und nachgeschlagen werden können.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass sich die Damen bitte nicht verunsichern lassen, dass der Grundschritt vorwärts seinem Namen logisch eigentlich vorwärts gehen würde, doch da wir uns in Tanzhaltung befinden, sei hier erwähnt, dass Figurennamen und angesagte Richtungen jeweils für den Herrn ausgelegt sind.
Damen dürfen also nun oft das Gegenteil von dem machen, was sie hören. Beim Grundschritt vorwärts geht die Dame rückwärts.
Herr:
Der Herr startet mit dem linken Fuß vorwärts mit vor, schließen, vor, Tap.
Es gilt dasselbe Prinzip, wie auch beim Seitwärtsgrundschritt. Alle Schritte werden voll belastet, lediglich das Tap berührt unbelastet den Boden. Nur so wird ein Richtungswechsel möglich.
Schrittfolge:
Mit dem linken Fuß beginnend:
vor, schließen, vor, Tap
Zählweise:
1, 2, 3, 4
Der zurückgelegte Weg sieht wie folgt aus:

Der Punkt zeigt den Startpunkt an.
Dame:
Die Dame startet mit dem rechten Fuß rückwärts mit rück, schließen, rück, Tap.
Es gilt dasselbe Prinzip, wie auch beim Seitwärtsgrundschritt. Alle Schritte werden voll belastet, lediglich das Tap berührt unbelastet den Boden. Nur so wird ein Richtungswechsel möglich.
Schrittfolge:
Mit dem rechten Fuß beginnend:
rück, schließen, rück, Tap
Zählweise:
1, 2, 3, 4
Der zurückgelegte Weg sieht wie folgt aus:

Der Punkt zeigt den Startpunkt an.
Achtung!
Im Paar wird diese Schrittkombination außenseitlich getanzt! Hierzu dreht der Herr seinen Oberkörper nach rechts, bzw. nimmt seine linke Schulter nach vorne. Durch das Vornehmen der linken Schulter dreht sich automatisch der Oberkörper nach rechts und wendet sich der Dame zu.
Grundschritt rückwärts
Auch hier gilt, dass die Dame das Gegenteil von dem macht, was sie hört. Beim Grundschritt rückwärts geht die Dame vorwärts.
Herr:
Der Herr startet mit dem linken Fuß rückwärts mit rück, schließen, rück, Tap.
Mit dem linken Fuß beginnend:
rück, schließen, rück, Tap
Zählweise:
5, 6, 7, 8
Der zurückgelegte Weg sieht wie folgt aus:

Dame:
Die Dame startet mit dem rechten Fuß vorwärts mit vor, schließen, vor, Tap.
Mit dem rechten Fuß beginnend:
vor, schließen, vor, Tap
Zählweise:
5, 6, 7, 8
Der zurückgelegte Weg sieht wie folgt aus:

Achtung!
Im Paar wird diese Schrittkombination außenseitlich getanzt! Hierzu dreht der Herr seinen Oberkörper nach rechts.
Grundschritt am Platz
Der Grundschritt am Platz ist ganz einfach, denn man bewegt seine Füße einfach im Wechsel am Platz, ohne sich fortzubewegen.
Der Grundschritt am Platz wird auch gerne verwendet, um mit dem Tanz zu starten, denn am Ende hat der Herr den linken Fuß frei u
Herr:
Der Herr setzt den linken Fuß am Platz, den rechten Fuß am Platz, den linken Fuß am Platz, den rechten Fuß am Platz.
Mit links beginnend:
am Platz, am Platz, am Platz, am Platz
Zählweise:
1, 2, 3, 4

Dame:
Die Dame setzt den rechten Fuß am Platz, den linken Fuß am Platz, den rechten Fuß am Platz, den linken Fuß am Platz.
Mit rechts beginnend:
am Platz, am Platz, am Platz, am Platz
Zählweise:
1, 2, 3, 4

Grundschritt am Platz gedreht
Selbstverständlich kann der Grundschritt am Platz auch gedreht werden. Dabei setzt der Herr Schritt I mit ¼ Körperdrehung.
Herr:
Mit links beginnend:
am Platz, am Platz, am Platz, am Platz
Zählweise:
1, 2, 3, 4
Dame:
Mit rechts beginnend:
am Platz, am Platz, am Platz, am Platz
Zählweise:
1, 2, 3, 4
Hinweis:
Die Dame folgt ausschließlich dem Körper des Herrn. Sie muss nicht wissen, ob der Herr den Grundschritt am Platz dreht.
Two-Step seitwärts
Wie es der Name bereits verrät, kann man auch einen Grundschritt mit zwei Schritten tanzen. Hier erstreckt sich der Grundschritt nicht über zwei Takte, sondern nur über einen Takt.
Herr:
Der Herr startet mit dem linken Fuß seitwärts mit seit, Tap und mit dem rechten Fuß seit, Tap.
Schrittfolge:
Mit dem linken Fuß beginnend:
seit, Tap
Mit dem rechten Fuß beginnend:
seit, Tap
Zählweise:
1, 2, 3, 4

Dame:
Die Dame startet mit dem rechten Fuß seitwärts mit seit, Tap und mit dem linken Fuß seit, Tap.
Schrittfolge:
Mit dem rechten Fuß beginnend:
seit, Tap
Mit dem linken Fuß beginnend:
seit, Tap
Zählweise:
1, 2, 3, 4

Two-Step vorwärts
Herr:
Der Herr startet mit dem linken Fuß vorwärts mit vor, Tap.
Schrittfolge:
Mit dem linken Fuß beginnend:
vor, Tap
Zählweise:
1, 2

Dame:
Die Dame startet mit dem rechten Fuß rückwärts mit rück, Tap.
Schrittfolge:
Mit dem rechten Fuß beginnend:
rück, Tap
Zählweise:
1, 2

Two-Step rückwärts
Herr:
Der Herr startet mit dem linken Fuß rückwärts mit rück, Tap.
Schrittfolge:
Mit dem linken Fuß beginnend:
rück, Tap
Zählweise:
3, 4

Dame:
Die Dame startet mit dem rechten Fuß vorwärts mit vor, Tap.
Schrittfolge:
Mit dem rechten Fuß beginnend:
vor, Tap
Zählweise:
3, 4

Two-Step gedreht
Der Two-Step kann auch gedreht getanzt werden, Dabei setzt der Herr den ersten Schritt mit ¼ Drehung, bzw. 90° rückwärts.
Im gedrehten Two-Step sehen Sie sich nun erst einmal den Raum an, in welchem Sie sich befinden. Gehen wir davon aus, vor Ihnen befindet sich ein Spiegel. Wenn Sie nun den ersten schritt setzen, sehen Sie an die linke Wand. Der erste Schritt wird sich automatisch in Ihre Blickrichtung setzen. Dann blicken Sie die nächste Wand an, wieder die nächste und wieder die nächste. Sie werden stets automatisch eine 90°Drehung, bzw. ¼-Drehung tanzen.

Herr:
Mit dem linken Fuß beginnend:
rück (1/4-Drehung), Tap
Dame:
Mit dem rechten Fuß beginnend:
vor, Tap
Nun bleibt mir nichts anderes mehr, als Ihnen wieder viel Freude beim Üben und beim Tanzen zu wünschen.
Ihre
Beatrice Kobras
Über die Autorin
1970 wurde ich in München geboren und 1973 steckte mich meine Mutter ins Kinderballett. Dort war ich bis 1982. Aber ich gehörte nie zu den Lieblingen der Ballettlehrerin, da ich nicht so ein Hungerhaken war wie andere und auch keinen Spagat konnte.
1982 bis 1984 versuchte ich mich dann im Jazz-Dance. Doch ich hatte dieselbe Tanzlehrerin. Da wurde es auch nix mit meinem Traum vom Tanzen, den ich von klein auf hatte.
1985 kam dann meine Clique und fragte, ob ich nicht mit in die Tanzschule kommen wollte. Klammerblues. Das fand ich ziemlich spießig. Doch ich habe mich nicht getraut, einfach „nein“ zu sagen, und dass das nichts für mich ist und sagte einfach: „Da muss ich erst meine Mutter fragen.“. Das war der Fehler. Denn meine Mutter sagte darauf nur: „Vielleicht lernst Du dort endlich ein Benehmen.“, und meine Anmeldung erfolgte prompt. So musste ich in einen Tanzkurs gehen, in den ich gar nicht wollte.
Interessanterweise hatte ich dort viel mehr Spaß am Tanzen, als dass ich es mir hätte vorstellen können, und von unserer gesamten Clique war ich die einzige, die weiter machte. So erwarb ich bis 1987 auch das Tanzabzeichen in Bronze, Silber, Gold und Gold-Star.
Während dieser Zeit fragte man mich auch, ob ich nicht Lust hätte, in der Tanzschulformation mitzumachen. Klar hatte ich Lust dazu. Das war eine große Ehre, denn hierzu wurden nur die Besten eingeladen. Es gab kein Wochenende, an dem ich nicht in der Tanzschule zu den Übungspartys gegangen bin. Und da ich mich nie von der Tanzfläche hab lösen können, hatte ich meinen Vertrauten Gerhard, der ein sehr väterlicher Typ gewesen ist, der mich immer schnell von der Tanzfläche holte, als meine Mutter anrief, dass ich die letzte S-Bahn nicht verpassen sollte.
In dieser Zeit hätte ich mir nichts Schöneres vorstellen können, als meine Leidenschaft zum Tanz auch zum Beruf zu machen und Tanzlehrerin zu werden. Doch meine Mutter bestand darauf, dass ich einen anständigen Beruf erlerne.
Von der Tanzschule schickte man mich mit meinem Tanzpartner zusammen in den Tanzsportclub zur Vorbereitung auf den Turniertanz und zu meiner großen Überraschung jubelten die Trainer hinter unserem Rücken: „Juhu, endlich wieder mal ein Nachwuchspaar!“, was man uns im Geheimen zugetragen hat. Allerdings hielt die Freude daran nicht lange an, denn man schickte mich neben der Sonnenbank auch ab ins Fitnessstudio. Ausgleichssport wurde noch gefragt. Und bei einer Aufwärm-Aerobic-Stunde krachte mein Knie und der Meniskus war kaputt. Von da ging es ins Krankenhaus und man operierte mir nicht nur den Meniskus, man verkürzte mir auch gleich die Bänder, schliff die Kniescheibe noch ab, denn mein Knie ist dauernd aus seiner Verankerung gesprungen.
Ich versuchte es immer wieder und wieder mit dem Tanztraining, doch es folgte lediglich eine zweite Knieoperation. Die Schmerzen wollten nicht schwinden und ein adäquater Tanzpartner war auch nicht mehr zu finden.
So schlief meine Leidenschaft zum Tanzen gezwungenermaßen ein und ein paar Jahre später widmete ich mich dem Reitsport. Doch zum Tanzen ließ ich keine Gelegenheit aus.
1998 lernte ich durch Zufall jemanden kennen, mit dem ich mal zum Tanzen ging. Wir entschieden uns, unser Tanzen wieder aufzufrischen, denn wir waren beide ganz überrascht, wie gut jeweils der andre tanzen konnte. So ging es wieder in die Tanzschule, von dort in einen Verein und ich trat zusätzlich von 2000 bis 2002 einer Lateinformation eines Tanzsportclubs bei, bis sich unsre Wege wieder trennten und ich meinen Shop für Tanzsportbedarf „Der Tanzbär“ www.der-tanzbaer.net eröffnete.
Ich blieb allein in dem Verein und es erbarmte sich manch Tänzer, zum Unterricht zu kommen und mit mir zu tanzen, wenn seine Frau erkrankte. Ich war drüber natürlich sehr dankbar und blieb hartnäckig im Tanztraining dabei, bis der nächste Tanzpartner meinen Weg kreuzte.
Doch meine Zeit des Tanzes sollt noch kommen und wir gewannen jedes Turnier. 2005 wurden wir Bayerische Meister der HGR II D Standard und stiegen in die nächsthöhere Klasse auf. Am selben Tag wurden wir auch Bayerische Meister HGR II C Standard und stiegen auf Beschluss des Präsidiums noch eine Klasse weiter auf. Wir trainierten und trainierten und ich brach mir bei einem Workshop dann das Fußgelenk, da ich nicht balanciert auf meinen Füßen stand und auf einer glatten Fläche ausrutschte. Den Bruch hat erst kein Arzt erkannt und es ist mir heute noch ein Rätsel, wie wir so Bayerische Vizemeister der SEN I B in den Standardtänzen werden konnten. Wir tanzten noch einige Turniere unter aller größten Schmerzen, auf denen wir weiterhin stets den zweiten Platz machten, bis ein Arzt in einem Kernspin dann endlich den Bruch entdeckte und mir blieb nichts anderes, als wieder zu pausieren, bis 2007 endlich das Training mit diversen Sparringspartnern aus den Startklassen A und S wieder beginnen konnte.
2010 wurde ich dann Mitglied des Presseteams des LTVB (Landestanzsportverband Bayern). 2012 erwarb ich das Deutsche Tanzsportabzeichen in Bronze sowie das Deutsche Tanzturnierabzeichen in Bronze des Deutschen Tanzsportverbandes im Deutschen Olympischen Sportbund.
2013 wurde ich Bayerische Meister SEN D Latein und erhielt die Bronzemedaille der bayerischen Meisterschaft SEN LAT C. 2014 erhielt ich das Deutsche Tanzsportabzeichen in Silber und mir wurde der Ehrenpreis in Silber für besondere Leistungen im Sport des Bayerischen Landessportverbandes und des Landkreises Weilheim-Schongau verliehen und die Ehrennadel für besondere sportliche Verdienste der Stadt Weilheim.
In meinem damals beheimateten Verein sprach man mich an, ob ich nicht die Trainerausbildung machen möchte. Darüber hatte ich mir zeitlebens noch nie Gedanken gemacht. Im Gegenteil. Ich habe meine Trainer stets bedauert, dass sie mir ein und dieselbe Sache 100-mal erklären müssen, bis sie beim 101-ten Mal dann einmal klappt und dann wieder nicht mehr, bis endlich ein Ansatz davon zu sehen ist. Ich darf sagen, meine Trainer hatten allesamt mein aller größtes Mitleid. Ich bewunderte sie für ihre Geduld. Doch man sagte mir, man könne sich vorstellen, dass ich für den Trainerjob genau die Richtige sei. So sagte ich, ich könnte es ja einmal ausprobieren und erhielt 2014 nach zwei Jahren härtester Ausbildung meine Lizenz als Trainer C Breitensport. Selbsternannte Trainer, welche die Ausbildung abgebrochen oder nicht bestanden hatten und trotzdem als Trainer tätig sind, sehen Trainer im Breitensport oft ganz mitleidig an und belächeln diese gerne. Doch als Trainer Breitensport hat man schon in der Ausbildung ein sehr viel größeres Spektrum an Tänzen und Tanzarten zu beherrschen, was in der Tänzerwelt des Hochleistungssports leider vollkommen unterschätzt wird. Doch dieses Zusatzwissen, dass man in dieser Ausbildung erlangt, lässt sich in vielen Gruppen anwenden und ausbauen und auch im eignen Training hat man ein vielfaches an Bewegungserfahrung mehr. Jedenfalls sagte ich mir: Mit dem Besitz des Trainerscheins geht meine Lehrzeit jetzt erst richtig los. So unterrichtete ich unter anderem auch in diversen Volkshochschulen um Umkreis von 100 km meines Heimatortes in unterschiedlichsten Tanzrichtungen und sammelte sehr viel Erfahrung und fand für jeden einzelnen Schritt hunderte verschiedenster Erklärungen.
2016 erhielt ich meine Lizenz zur DTSA-Abnehmerin und 2017 wurde ich Bayerische Vizemeister SEN I D Latein und stieg durch Beschluss des Präsidiums in die nächst höhere Klasse auf und wurde am selben Tag auch Bayerische Vizemeister SEN II C Latein.
2018 erhielt ich meine Lizenzen zum Instructor Seniorentanz und Instructor Tango Argentino. Außerdem gründete ich einen Tanzsportverein und bin im Bereich der Standardtänze in der S-Klasse angelangt. Im selben Jahr wurde mir die Ehrennadel in Bronze für besondere und hervorragende Verdienste um den Amateurtanzsport vom Landestanzsportverband Bayern e.V. verliehen.
Ich bin schon heute sehr gespannt, was das Tanzparkett noch an weiteren Überraschungen für mich bereit hat. Denn mit 44 Jahren konnte ich dann doch meinen ursprünglichen Traumberuf der Tanztrainerin ausüben und weitere tänzerische Erfolge erzielen. Und das, obwohl die Ballettlehrerin aus Kindertagen, alles andre, als mein größter Fan war.
Seit ich unterrichte, habe ich nicht mehr das Gefühl, arbeiten zu müssen. Ich gehe jeden Tag in meine Kurse und habe unglaublich viel Spaß. Es ist jeden Tag eine lebenspendende, freudige, schweißtreibende, Muskelkater erzeugende, Stimm-zerfetzende, Kopf-klärende, erschöpfende, Seelen-erforschende und -erfrischende Freude und ein Privileg.
Wenn man vor eine Tanzgruppe tritt, erschafft man etwas aus dem Nichts. Bevor man auf die Fläche geht, hat nichts existiert. Es entsteht erst etwas, wenn man mit 1, 2, 3, 4 oder quick, quick, slow beginnt. Dann erschafft man gemeinsam mit seiner Gruppe eine ganze Welt.
