Eier

Unsere Hühner sind Anni, Erna und Elsa und unser Hahn, der sie beschützt, trägt den Namen Franz oder auch liebevoll Franzl.

Unsere Hühner sind voll in unser Familienlieben integriert. Sie bekommen eine Portion extra mitgekocht, dann das schmeckt man an den Eiern und sie haben Eigenarten. Wie unser Kater Strolchi mögen sie keinen Salat! Es sei denn, man kredenzt ihn mit feinem Salatdressing, da machen sie im Gegensatz zu Strolchi schon mal eine Ausnahme.

Beim Mittagessen im Sommer, wenn wir gerne draußen essen, sitzen unsere Hühner auf der Lehne der Gartenbank und es ist auch schon vorgekommen, dass Anna mittendrin im Teller saß, obwohl ich nicht die Absicht hatte, ein Suppenhuhn zu essen. Da hab ich sie selbstverständlich unverzüglich aus meinem Teller entfernt, obwohl es ihr darin soweit recht gut gefallen hätte.

Wenn wir zur Hintertüre in den Garten rauskommen, dann ist das Geschrei groß und das Quartett kommt aus der hinteren Ecke des Gartens wie verrückt auf uns zugerannt und angeflattert. Ein erhebendes, wunderbares und wertschätzendes Gefühl, das meinem Mann und mir große Glücksgefühle bereitet.

Von einer elektrischen Hühnertür, die ich mir selbst ursprünglich als dringlichstes Muss auferlegt habe, haben wir abgesehen. Zu groß sind die Gefahren für unser Gefieder. Und es würde uns um die täglichen morgendlichen Freuden des Guten-Morgen-Grußes und die abendlichen des Gute-Nacht-sagen betrügen.

Morgens hüpft unser Hahn Franz schon aufgeregt vor dem Guckfenster, wenn sich einer von uns nähert, um das Quartett in den Garten zu entlassen und abends kommen sie uns zum Gute-Nacht-sagen nochmal entgegengestürmt, um sich von uns persönlich ins Bett bringen zu lassen.

Natürlich bekommen sie da noch ihr Betthupferl und ihre Gutenachtgeschichte.

Das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse ist allerdings keine so gute Idee, wie sich rasch herausstellte, denn eines der Mädels liegt immer auf einem Korn, das in Weitwurfübungen ins Bett geworfen wurde.

Manchmal fängt Hahn Franz an, beim ins Bett gehen auf mich einzupicken. Dann möchte er auf den Arm genommen werden, auf den Rücken gelegt und am Bauch gekrault werden.

Wenn jemand an unserem Grundstück vorbeispaziert, möcht er natürlich genau wissen, wer da so vorbeispaziert.

Im Stall bekommen alle nochmals ausreichend Streicheleinheiten und mitgeteilt, dass wir uns auf sie am nächsten Morgen freuen.

Aufgrund der Töne, die sie von sich geben und erzählen, was sie den Tag über alles erlebt haben, lässt sich für uns daraus schließen, dass es glückliche Hühner sind.

Noch hat uns deshalb niemand in die Psychiatrie eingewiesen.

Doch auf diese Weise genießen wir das Zusammenleben mit unseren Hühnern.

Und wenn sie mal eine Blume ausgraben, dann wird sie eben wieder eingegraben.

Und wenn etwas neues im Garten gepflanzt wird, dann stehen unsre Hühner stets erwartungsvoll parat und sie bekommen frischen Wurm serviert.

Da wir in unserem Garten wilden Bärlauch haben, wird dieser in der Bärlauch-Saison im zugänglichen Bereich natürlich auch mit Herzenslust verspeist und was nicht zum Verkauf und zur diesbezüglichen Verarbeitung geerntet werden kann, wird für sie haltbar gemacht und das ganze Jahr über in ihrer Mahlzeit mit verabreicht.

Wir für unseren Teil haben noch nie so gute Eier gegessen – und wir haben schon viele Eier gegessen.

Gefüttert werden unsere Mädels incl. Hahn selbstverständlich ausschließlich mit Gentechnikfreiem Getreide, mit frischem Wurm aus dem Garten, mit allem, was der Garten hergibt und mit einer Extra-Portion von unserem eigenen Mittagessen.